Viel Strom aus wenig Dampf

Datum 29.11.2018 | Rubrik: Techniknews
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Turbonik

 

 

Im Foto von links nach rechts: Martin Daft (Turbonik), Hubert Aiwanger (Bayer. Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie), Dr. Johannes Grob (Turbonik)

 

 

Für seine neuartige Mikro-Dampfturbine wurde das Dortmunder Cleantech-Unternehmen Turbonik im Finale des Wettbewerbs Energie Start-up Bayern 2018 mit dem 1.Platz ausgezeichnet.Jury und Publikum würdigten damit den Beitrag, den das Unternehmen zur CO2-Reduzierung in der Industrie leistet.

In zahlreichen Branchen wird mit Dampf gearbeitet. Dabei bleibt jedoch oftmals großes energetisches Potenzial ungenutzt, weil die Stromerzeugung aus Dampf mit den bestehenden Technologien erst bei großen Dampfmengen rentabel ist. Turbonik hat eine Lösung entwickelt, die das nun auch für kleine Anlagen und Dampfmengen, wie Sie in vielen Molkereien vorhanden sind, wirtschaftlich interessant macht.

So können Unternehmen mit der Mikro-Dampfturbine bereits bei einer elektrischen Leistung bis 300 kW 2,4 GWh Strom erzeugen und auf diese Weise jährlich bis zu 200.000 Euro an Energiekosten sowie 600 Tonnen CO2 einsparen. Alternativ kann der Strom aber auch ins Netz eingespeist werden, wodurch sich nach Angaben von Turbonik-Geschäftsführer Dr. Johannes Grob Zusatzerträge von bis zu 160.000 EUR pro Jahr erzielen lassen. Möglich wird das durch den völlig neuen Konstruktionsansatz, mit dem die Turbine bei gleichem Brennstoffeinsatz bis zu 40 Prozent mehr Strom erzeugt als vergleichbare Turbinen in ihrem Leistungsbereich. Auf diese Weise kann sie bereits aus wenig Dampf so viel Strom erzeugen, dass damit laut Grob rund 500 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können. Bei einem flächendeckenden Einsatz an rund 15.000 geeigneten Dampfkesseln allein in Deutschland ließen sich seinen Angaben zu Folge rechnerisch 4,5 GW Strom erzeugen und 9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das entspricht der elektrischen Leistung von ca. 2 Atom- oder 6 großen Kohlekraftwerken. Zum Vergleich: Das aktuelle Energiekonzept der Bundesregierung setzt sich ein Wachstum für aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom von rund 1,5 GW pro Jahr zum Ziel. Die dezentrale Stromerzeugung entlastet zudem die Stromnetze und wirkt auf diese Weise steigenden Netzentgelten entgegen.

Mit dem Wettbewerb Energie Start-up Bayern werden innovative Start-ups ausgezeichnet und direkt in die Energiebranche vernetzt. Dabei geht es laut Veranstalter unter anderem um Konzepte, die zu einer sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Energieversorgung beitragen. Neben weiteren Auszeichnungen konnte Turbonik auch den diesjährigen Stahl-Innovationspreis in der Kategorie „Produkte aus Stahl“  für sich entscheiden. Die Stromerzeugung aus Dampf bietet insbesondere   Betrieben der Lebensmittelindustrie die Möglichkeit, bestehende Ertrags- und Einsparpotenziale zu nutzen.


Turbonik

Die Turbonik GmbH wurde 2017 von Dr. Johannes Grob, Dr. Björn Bülten, Martin Daft und Ralf Paucker als Spin-Off des Fraunhofer Instituts UMSICHT gegründet. Der Firmensitz ist im Zentrum für Produktionstechnologie in Dortmund, die Fertigung findet hauptsächlich im bayerischen Kreis Dillingen an der Donau statt. Die Turbine ist u.a. bereits in einem Kraftwerk der Energieversorgung Oberhausen AG installiert und erzeugt dort zukünftig nach Übernahme in den Regelbetrieb 300.000 kWh Strom pro Jahr, was dem Jahresverbrauch von 70 Vier-Personen-Haushalten entspricht.

 



Quelle: Turbonik
Autor: Sossna
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