1. Juni: Weltmilchtag – Milch ist unser Leben

Datum 31.05.2019 | Rubrik: News
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Aus Anlass des Weltmilchtags hat das European Milk Board eine Pressemitteilung versandt. Hier einige Auszüge:

 

Die europäischen Milcherzeuger des European Milk Board (EMB) haben kürzlich gemeinsam mit ihren westafrikanischen Kollegen auf die desaströsen Konsequenzen einer liberalisierten Agrar- und Handelspolitik der EU hingewiesen. Die afrikanischen Landwirte sind extra nach Brüssel gereist, um den Verantwortlichen die Auswirkungen der Export- und Dumpingpolitik vor Augen zu führen. Die Botschaft war klar: „Unsere lokale Milch hat ein Potenzial, aber die Konkurrenz mit europäischen Billig-Importpulver macht unsere Märkte kaputt!“

 

Verstimmt hat Agrarkommissar Phil Hogan auf die Berichte über den lokalen Milchsektor in Westafrika reagiert. Das seien "Fake News“, „Fehlinformationen“ und die „Befürwortung einer Politik des Hungers". Gegen diese Kritik setzen sich die westafrikanischen Vertreter allerdings vehement zur Wehr. In einem offenen Brief richten sie nun deutliche Worte an den Agrarkommissar und untermauern Punkt für Punkt die Faktenlage:

 

• Die Konkurrenz durch Milchpulver und Pflanzenfettmischungen ist Realität auf unseren Märkten und untergräbt die Entwicklung des lokalen Sektors.

• Der westafrikanische Markt ist von strategischem Interesse für die EU-Agrarpolitik und die europäischen Konzerne. Europäische Molkereiunternehmen investieren stark in einem wachsenden westafrikanischen Markt. Verlierer ist die lokale Milch.

• Wir möchten in Würde von unserer Arbeit leben. Die europäische Agrarpolitik mit dem Fokus, immer mehr zu niedrigsten Preisen zu produzieren, zerstört die Erzeuger in Europa gleichermaßen wie bei uns. Wir werden nicht von unseren europäischen Kollegen instrumentalisiert. Wir sprechen für uns.

 

Milch reist nicht gern. Kommissare schon?

In ihrem offenen Brief an Phil Hogan laden die westafrikanischen Vertreter den europäischen Agrarkommissar ein, sich ein Bild vor Ort zu machen. Hogan solle sich der Realität auf den landwirtschaftlichen Betrieben, den Mini-Molkereien und lokalen Märkten Westafrikas stellen. Die Milchwirtschaft in Westafrika verdient ihre Chance!

 

Und auch in Brüssel tut sich was am Weltmilchtag. Das pinkelnde Wahrzeichen der Stadt – das Manneken Pis – wird wieder als afrikanischer Viehhirte verkleidet das Brunnenwasser milchweiß färben. Mit dieser Aktion wollen der belgische Milcherzeugerverband MIG und Tierärzte ohne Grenzen auf die Notwendigkeit von fairen Milchpreisen weltweit aufmerksam machen.

 

Danach folgt der obligatorische Hinweis auf das EMB-Konzept für eine freiwillige Produktionsverringerung bei instabilen Marktbedingungen.

 



Quelle: EMB
Autor: Sossna
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