Verschmähte Säule der Gesellschaft?

Datum 19.01.2017 | Rubrik: Verbände | Ort: Berlin
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Lebensmittelproduktion Hack

Für das Jahr 2016 zieht die deutsche Ernährungsindustrie eine positive Bilanz. Dennoch hält sich die Begeisterung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in Grenzen.

 

Nach ersten Schätzungen konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2 % auf 172 Mrd. € gesteigert werden. Dabei handelte es sich vor allem um ein Mengenwachstum, denn durch die gesunkenen Verkaufspreise fiel hier das Plus von 2,6 % noch einmal deutlich höher aus. Besonders im Exportgeschäft hatte sich der Preiswettbewerb 2016 verschärft. Den Unternehmen gelang es jedoch, kaufkräftige neue Märkte insbesondere in Asien zu erschließen.

 

Die Lebensmittelexporte erreichten im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch von geschätzt 56,6 Mrd. €, ein Zuwachs von 3,3 % im Vergleich zu 2015. Nach zwei Jahren der Stagnation konnte 2016 erstmalig auch wieder ein Umsatzplus im Heimatmarkt Deutschland von voraussichtlich 1,4 % verbucht werden. Der saison- und kalenderbereinigte Index für die Lebensmittelproduktion stieg um 1,4 %. Gleichzeitig konnte die Beschäftigung um geschätzte 11.000 Arbeitsplätze ausgebaut werden.

 

„Es ist lebenswert, gut und wichtig, dass sich der Staat für eine bessere Ernährungsbildung und wissenschaftsbasierte Verbraucheraufklärung einsetzt, Forschung fördert und eine ökonomisch wie ökologisch nachhaltige Rohwarenerzeugung unterstützt. Was jedoch fehlt, ist eine Strategie, um die wesentliche Wertschöpfung sowie die gut 600.000 Arbeitsplätze in der Ernährungsindustrie am Standort Deutschland im immer härter werdenden Wettbewerb zu sichern”, kritisiert BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff, die aktuelle politische Entwicklung.

Die Ernährungsindustrie ist eine der wichtigsten Säulen einer modernen, offenen Gesellschaft. Mit Sorge betrachten wir die politischen und gesellschaftlichen Debatten, in denen dieser Fakt nicht angemessen berücksichtigt wird. Wenn beispielsweise ein Grünbuch die Leitlinien für die zukünftige Ernährungspolitik vorgibt, die Ernährungsindustrie darin aber nicht vorkommt, dann ist das enttäuschend“, so der BVE-Hauptgeschäftsführer weiter.

 

Lebensmittelhersteller verhalten optimistisch

Für 2017 äußern sich Unternehmen der Ernährungsindustrie in einer aktuellen BVE-Umfrage verhalten optimistisch. Besser als im Vorjahr fallen die Umsatzerwartungen aus: Sowohl im In- als auch im Auslandsgeschäft erwarten 60 % der Befragten höhere Umsätze. Dieser Optimismus überträgt sich jedoch nicht in gleichem Maße auf die Gewinnprognose, hier erwarten nur 25 % eine Verbesserung. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer erzielte in den vergangenen drei Jahren nur eine Renditequote von einem bis zwei % oder weniger.


Der Wettbewerb bleibt hart: 93 % glauben, dass Kostensteigerungen nur bedingt an den Handel weitergereicht werden können. Die Mehrheit geht zudem davon aus, dass die Verkaufspreise 2017 gleich bleiben. Dennoch wird die Zahl der Beschäftigten nach Meinung von drei Viertel der Teilnehmer nicht sinken. Gut 41 % planen sogar mehr Investitionen als im Vorjahr. www.bve-online.de

 

 

Foto: Colourbox.de



Quelle: BVE
Autor: chb/FleischNet.de
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