Nachhaltiger räuchern

Datum 30.05.2017 | Rubrik: Verbände | Ort: Brüssel
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CleanSmoke Kongress

Die Europäische Union (EU) fordert vom produzierenden Gewerbe schon seit einigen Jahren, dass nur noch Verarbeitungstechnologien eingesetzt werden, die der Umwelt den bestmöglichen Schutz bieten. Beim klassischen Räuchern ist das nicht der Fall. In der jüngsten Ökobilanz des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) schneiden Friktions- und Glimmräuchern im Vergleich zum modernen CleanSmoke-Verfahren ziemlich schlecht ab.

 

Mit der innovativen Räuchertechnologie mit gereinigtem Rauch lassen sich nicht nur sichere und gesundheitlich unbedenkliche Produkte herstellen, sondern vor allem die Umwelt nachhaltig entlasten. Dies wird in Anbetracht der großen Popularität geräucherter Lebensmittel in Deutschland noch bedeutsamer. Allein der Marktanteil an geräuchertem Fleisch beträgt über 50 % an sämtlichen Fleischerzeugnissen – bei einem jährlichen Fleischkonsum von rund 60 kg pro Person.

 

Enorme Einsparungspotenziale

Derzeit wird CleanSmoke nur bei etwa 10 % der geräucherten Lebensmittel angewendet. Zwar ist damit bereits eine Reduktion bei den Treibhausgasemissionen um 8 % und beim Energieverbrauch um 7,2 % möglich. Doch es ist sehr viel mehr drin. „Mit der CleanSmoke-Technologie lassen sich die Umweltbelastungen bei der Fleischproduktion um etwa 55 % gegenüber den klassischen Räucherverfahren senken“, sagt Dr. Sergiy Smetana vom DIL. Bei konsequenter Anwendung von CleanSmoke beträgt das Einsparpotenzial an klimarelevanten Treibhausgasen etwa 30 %. Das macht rund 72.000 t CO2-Äquivalente. „Damit können 100 Menschen 72 mal um die Erde fliegen“, so der DIL-Experte.

 

Mit bis zu 90 % geradezu dramatisch ist der Unterschied beim Wasserverbrauch: Das bei der Reinigung der Räuchereien eingesparte Wasser (479.000 m³) könnte deutsche Großstädte wie Kiel oder Gelsenkirchen ein Jahr lang mit Trinkwasser versorgen. „Hinzu kämen noch einmal 350.000 m³ Wasser, die sich innerhalb der Lieferkette einsparen ließen“, sagt Dr. Sergiy Smetana. Das reicht für die Baumwolle für Jeans und T-Shirts von 35.000 Menschen. „Und mit den bis zu 600 Mio. kWh Energie, die mit CleanSmoke weniger verbraucht würden, lässt sich zum Beispiel das Essen für etwa 9 Mio. Menschen in Mikrowellengeräten kochen.“

 

Gesünder und länger leben

Erwähnenswert sind auch die signifikanten Vorteile von CleanSmoke hinsichtlich des Verbrauchs an Ressourcen wie Holz und fossiler Brennstoffe sowie beim Einsatz von Reinigungsmitteln und Chemikalien. So bliebe der Bevölkerung zum Beispiel die Emission von etwa 40 t Chemikalien erspart. Dies würde nach DIL-Angaben die Gesundheit von mindestens 80.000 Menschen schützen und sogar Leben retten. Die neu gegründete CleanSmoke Coalition (CSC) hat sich zum Ziel gesetzt, positive Ergebnisse der Ökobilanz des DIL sowie die CleanSmoke-Technologie generell europaweit bekannt zu machen. www.clean-smoke-coalition.eu

 

 

Foto: CleanSmoke Coalition



Quelle: CSC/crossrelations brandworks
Autor: chb/FleischNet.de
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