„Epizentrum der Schweinemast“

Datum 28.06.2017 | Rubrik: Verbände | Ort: Oldenburg
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Schweinemast cb

Der World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland sieht das Oldenburger Land als Opfer einer fehlgeleiteten Agrarpolitik. Die Region liege bei der Intensiv-Schweinemast und der Belastung des Grundwassers mit Nitrat weit über dem Bundesdurchschnitt.

 

Böden, Gewässer und die Artenvielfalt in der Region leiden dort massiv unter den direkten wie indirekten Folgen einer teilweise aus dem Ruder gelaufenen Agrarindustrie“, heißt es in einem Regionalbericht, den der Verband im Rahmen seiner deutschlandweiten Foodtruck-Tour in Oldenburg vorstellte. „Das Oldenburger Land als Epizentrum der Schweinemast in Deutschland vollzieht eine paradoxe Entwicklung: Obwohl es immer weniger Landwirte gibt und viele Bauern aufgeben müssen, nimmt die Anzahl der Tiere in den Ställen und die Gülle auf den Äckern und Weiden zu“, erklärt Matthias Meissner, Referent Landwirtschaft und Ernährung beim WWF Deutschland.

 

Trinkwasser-Grenzwerte teils massiv überschritten

Allein 1,7 Mio. der bundesweiten rund 28 Mio. Schweine würden im Umkreis von 50 km um Oldenburg gehalten. Der Anteil an ökologisch bewirtschafteter Fläche in der Region liege mit nur 2 % weit unter dem Bundesdurchschnitt von 6,5 %. Jede dritte Grundwasser-Messstelle verzeichne Nitratwerte, die die Grenzwerte für Trinkwasser teils massiv überschreiten. Als Hauptursache gelte die Überdüngung der Äcker. Auch die Tier- und Pflanzenwelt leide: So stehe z. B. mehr als die Hälfte der in Niedersachsen heimischen Vogelarten auf der Roten Liste.

 

Der WWF fordert einen geringeren Fleischkonsum und weniger Lebensmittelverschwendung. Laut Berechnungen der Umwelt- und Naturschutzorganisation fallen allein in Oldenburger Haushalten vermeidbare Lebensmittelverluste von knapp 10.000 t pro Jahr an. „Wir essen in Deutschland nicht nur zuviel Fleisch, sondern produzieren oben drauf und exportieren die Überschüsse ins Ausland“, kritisierte Matthias Meissner. Damit werde nicht nur das Grundwasser hierzulande verschmutzt, sondern z. B. für den Anbau der Importfuttermittel auch Regenwald in Südamerika zerstört. www.wwf.de

 

 

Foto: Colourbox.de



Quelle: WWF Deutschland
Autor: chb/FleischNet.de
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