Bedeutung von Lebensmittelsensorik wächst

Datum 04.10.2016 | Rubrik: Verbände | Ort: Kronberg
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DLG Referenten

Die Etablierung einer sensorischen Qualitätssicherung in Produktionsbetrieben steigt durch die Anforderungen diverser Food Standards. Dadurch gewinnt Lebensmittelsensorik weiter an Bedeutung. Das generiert großen Schulungsbedarf und wird zu einer weiteren Ausdifferenzierung des methodischen Instrumentariums führen. So lautet das Fazit des diesjährigen Lebensmitteltags Sensorik der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) im hessischen Kronberg. Experten aus den Bereichen Lebensmittelsensorik, Produktentwicklung, Qualitätsmanagement und Marketing diskutierten dort unter dem Leitthema „Von der Idee zum Markterfolg: Sensorische Methoden in der Praxis“.

 

Aufgaben werden vielfältiger

Mit den weiter steigenden und vielfältiger werdenden Anforderungen der Verbraucher an Lebensmittel verändern sich die Aufgabenstellungen der Lebensmittelsensorik. Viele Produktionsbetriebe bauen eine sensorische Qualitätssicherung auf oder die bereits bestehende aus, berichtete Christoph Sippel, Eurofins (Hamburg). Ursächlich für diese Entwicklung ist laut Auditorin Ute Wedding, readL.media (Borken), dass verschiedene Global Safety und Quality Standards, wie etwa IFS Food, Cash & Carry, Broker oder BRC (British Retail Consortium) und ISO 22000, Sensorik als festen Bestandteil der Lebensmittelanalytik aufgenommen haben. Diese Entwicklung schafft großen Schulungsbedarf bei Unternehmen und beim Einzelhandel, was auch die Anforderungen an Handelslabore deutlich hat steigen lassen. Akkreditierte sensorische Methoden gehören heute standardmäßig zu Analyseaufträgen von Handelslaboren, berichtete Christoph Sippel aus seiner täglichen Praxis.

 

Die immer komplexer werdenden sensorischen Fragestellungen reichen von einfach beschreibenden Prüfungen oder Expertengutachten im Rahmen der Verkehrsfähigkeitsprüfung über Analysen gegen Spezifikationen oder Qualitätsstandards bis hin zu detaillierten Projekten im Rahmen der sensorischen Qualitätssicherung. Handelslabore fungieren immer häufiger als neutrale Prüfinstitute oder als Vermittler zwischen Herstellern und Handel.

 

Fortbildungsbedarf wächst

Der Bedarf an Schulungen und Seminaren rund um Lebensmittelsensorik wird weiter wachsen. Retailer und Produktionsbetriebe wünschen sich vor allem sensorische Grundschulungen, vertiefende Informationen zum Erkennen von Qualitäten und Varietäten, Technologie- bzw. Warenkunde sowie Hinweise zu rechtlichen Anforderungen. Gefordert sind in der Praxis jedoch pragmatische Lösungsansätze. Denn meist sind die Normen zur Prüferschulung (DIN EN ISO 8586) zu kompliziert bzw. zu aufwendig. Deshalb ist laut Christoph Sippel der Wunsch nach einfacheren Möglichkeiten der Personalschulung sehr groß.

 

Im Bild (von li.): Referenten des DLG-Lebensmitteltags Sensorik 2016 in Kronberg: Ute Wedding, Peter Steinhoff und Christoph Sippel.

 

 

Foto: DLG



Quelle: DLG
Autor: chb/fleischnet.de
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