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Nach Schnitzelart...

Datum 04.04.2017 | Rubrik: Märkte & Trends | Ort: Frankfurt am Main
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Fleischersatzprodukt

Das wachsende Interesse an vegetarischen Fleisch- und Wurstersatzprodukten führt derzeit verstärkt zu Diskussionen insbesondere hinsichtlich der Kennzeichnung fleischloser Produkte. Deshalb hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) jetzt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster eine Verbraucherstudie zu „Akzeptanz und Käuferverhalten bei Fleischersatzprodukten“ durchgeführt.

 

Aktuell nutzen Hersteller bei vegetarischen Fleisch- und Wurstersatzprodukten einen rechtlichen Gestaltungsspielraum. Vor vertraute Begrifflichkeiten aus den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs schreiben sie „vegan“ oder „vegetarisch“, wie etwa „vegetarische Frikadelle“. Dabei wird gemäß der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) die Eiweißbasis des Ersatzstoffes angegeben. Angeboten werden derzeit also vor allem fleischfreie Kopien von Fleisch. Mit Blick auf die Frage, welche Erwartungen, Wahrnehmungen und Wünsche bezüglich der Namensgebung und Kennzeichnung von vegetarischen Fleisch- und Wurstersatzprodukten existieren, kommt die DLG-Studie zu nachfolgenden Ergebnissen.

 

• Kennzeichnung

Mehrheitlich nehmen die Befragten ein Fleischersatzprodukt nicht als Vertreter einer Produktgattung wahr, die traditionell aus Fleisch hergestellt wird. 75 % der Befragten sind dabei der Meinung, dass die Verwendung einer Produktgattungsbezeichnung, wie z. B. „Schnitzel“, nicht zu einem Produkt passt, das gar kein Fleisch enthält. 52 % empfinden die Verwendung einer solchen Produktgattungsbezeichnung bei vegetarischen Produkten sogar als Verbrauchertäuschung. Umso wichtiger ist es, dass der ausgetauschte Rohstoff gemäß der LMIV deutlich kenntlich gemacht wird.

 

• Bevorzugte Bezeichnung

Die aus Verbrauchersicht am stärksten bevorzugte Bezeichnung für ein Fleisch- oder Wurst- ersatzprodukt, das ein Produktvorbild aus Fleisch kopiert, ist unter den Befragten mit 43 % Zustimmung die Bezeichnung „Vegetarisches Produkt nach [Produktgattungs]art“ (z. B. „Vegetarisches Produkt nach Schnitzelart“).

 

• Sensorisches Profil

Das sensorische Profil ist oft ein entscheidender Faktor für Fleischersatzprodukte. Wird ein Fleischersatzprodukt nach einem Produktvorbild aus Fleisch bezeichnet, dann sollte es auch weitgehend dessen sensorischen Eigenschaften entsprechen. Qualitätsprüfungen und -siegel, die dies belegen, wären aus Verbrauchersicht hilfreich.

 

• Positive Aspekte

Im Vergleich zu traditionellen Fleischerzeugnissen, die als appetitlicher und besser schmeckend eingestuft werden, verbinden viele Verbraucher mit Fleischersatzprodukten durchaus auch einige positive Aspekte. Das sind z. B. Gesundheit, Umwelt, Klima und Tierwohl. Sie dürften eine Rolle dabei spielen, dass bereits 43 % der Befragten schon einmal vegetarische Fleisch- oder Wurstersatzprodukte probiert haben.

 

• Kaufverhalten

Obwohl die Probierbereitschaft bei vegetarischen Wurst- und Fleischersatzprodukten groß ist, ist nur ein sehr kleiner Anteil der befragten Verbraucher als regelmäßige Stammkäufer einzustufen. Viele der Personen, die schon einmal vegetarische Fleischersatzprodukte gekauft haben, geben an, dass sie diese Erzeugnisse seltener als alle 14 Tage bzw. unregelmäßig kaufen. Gründe dafür könnten sein, dass das sensorische Profil und das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugt haben.

 

Zum Studiendesign und zur Methode

Im Mittelpunkt der Studie standen drei Kernfragen:


• Welche Erwartungen, Wahrnehmungen und Wünsche existieren bezüglich der Namensgebung und Kennzeichnung von vegetarischen Fleischersatzprodukten?

• Welche Einstellungen und Assoziationen verbinden Verbraucher mit vegetarischen

Fleischersatzprodukten?

• Wie sieht das Kaufverhalten bei vegetarischen Fleischersatzprodukten aus?

 

Es wurden 500 Verbraucher online befragt. Die Stichprobe umfasste je 50 % Männer und Frauen. Bei der Auswahl der Befragten wurde die Altersstruktur der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland nachgebildet, um ein repräsentatives Bild mit Blick auf Alter und Geschlecht gewinnen zu können. Die Fragen wurden in vier Varianten gestellt: für Schnitzel, Frikadelle, Bratwurst und Wurstaufschnitt. Die DLG-Studie wurde konzeptionell begleitet von Prof. Dr. Holger Buxel, Fachhochschule Münster. www.dlg.org

 

 

Foto: Colourbox.de



Quelle: DLG
Autor: chb/FleischNet.de
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