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Lebensmittelbetrüger im Visier

Datum 22.06.2017 | Rubrik: Management | Ort: Berlin
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Food Fraud Kongress

Mit dem Pferdefleischskandal im Jahr 2013 rückte das Thema Lebensmittelbetrug in den öffentlichen Fokus. Die im März 2017 verabschiedete Revision der EU-Kontrollverordnung stellt nun die Bekämpfung betrügerischer Manipulationen stärker in den Mittelpunkt der Lebensmittelüberwachung.

 

Wie sich dies auf die Arbeit der Behörden auswirkt, welche Rolle die Wirtschaft einnimmt und welche Anforderungen daraus an die Analytik erwachsen, diskutierten rund 180 Teilnehmer aus Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft beim internationalen Kongress „Food Fraud“ am 12. und 13. Juni 2016 in Berlin. Die Veranstaltung wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zusammen mit der Europäischen Kommission Joint Research Centre (JRC) organisiert.

 

Mit Maßnahmen wie diesen soll den Lebensmittelbetrügern das Leben so schwer wie möglich gemacht werden:

 

• Eine gut strukturierte Zusammenarbeit auf nationaler und europäischer Ebene. (Dr. Maria Flachsbarth, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL))

 

• Eine risikobasierte Kontrollfrequenz soll zusätzlich Erkenntnisse über die Wahrscheinlichkeit von betrügerischen oder irreführenden Praktiken liefern. (Dr. Michael Winter, Unterabteilungsleiter im BMEL)

 

• Ein Frühwarnsystem auf der Überwachungsseite, das wirtschaftliche Rahmenbedingungen bei der Lebensmittelproduktion in die Risikobewertung mit einbezieht, außerdem stärkere Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften. (Dr. Peter Wallner, Leiter der Spezialeinheit Lebensmittelsicherheit beim bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)

 

Schwerere strafrechtliche Sanktionen: Bei besonders schweren Fällen sind Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren möglich. (Dr. Wanja Welke und Dr. Anja Wüst, Staatsanwälte)

 

Gesetzlicher Schutz für Whistleblower, denn die Behörden der Lebensmittelüberwachung sind auf derartige Informationen angewiesen. (Annegret Falter, Vorsitzende des Vereins Whistleblower-Netzwerk).

 

Bessere Qualitätsmanagementsysteme bei den Lebensmittelunternehmen, um effektiv gegen Lebensmittelbetrug vorzugehen. (Prof. Alfred Hagen Meyer, Rechtswissenschaftler)

 

• Die Vielzahl an vorhandenen Forschungsergebnissen zur Lebensmittelechtheit und Integrität in der Lebensmittelkette zusammenführen und zugänglich machen. (Dr. Petra Gowik, Leiterin der Abteilung Untersuchungen beim BVL)

 

Weiterführende Informationen

Informationen zum Kongress 2017: www.bvl.bund.de/kongress2017

Inhalte der Vorträge: www.bvl.bund.de/tagungsinformationen

 

 

Foto: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit



Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Autor: chb/FleischNet.de
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