Kommt die Schweinepest?

Datum 14.11.2017 | Rubrik: Management | Ort: Bonn
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Afrikanische Schweinepest

Die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland ist erheblich gestiegen. Land- und Fleischwirtschaft arbeiten aktuell intensiv an Krisenplänen und Bekämpfungsstrategien. Dabei geht es gleichermaßen um den möglichen Ausbruch der Seuche bei Wildschweinen und in Hausschweinebeständen.

 

Für den Ernstfall hat das Krisenmanagement des Prüfsystems QS proaktiv Maßnahmen festgelegt, welche betroffene Systempartner schnell und effektiv unterstützen sollen. Werden anzeigepflichtige Tierseuchen wie die ASP in einem Betrieb entdeckt, muss schnellstmöglich gehandelt werden. Einziger Ausweg – und gesetzlich vorgeschrieben – ist die Keulung des gesamten Bestands.

 

Seuche würde eine Milliarde kosten

Tierseuchen ziehen schwere wirtschaftliche Schäden nach sich – für alle Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette. Der QS-Wissenschaftsfonds hat Forschungsprojekte unterstützt, die die Folgenabschätzung im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland untersucht haben.

 

Prof. Dr. Ludwig Theuvsen und M.Sc. Maria Näther von der Universität Göttingen, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, haben 2015 die zu erwartende finanzielle Belastung der gesamten Wertschöpfungskette ermittelt. Ihr Ergebnis: Von Kosten der amtlichen Seuchenbekämpfung bis hin zum ausfallenden Konsum von Schweinefleisch – ein flächendeckender Ausbruch der Seuche würde Gesamtkosten von einer Mrd. € verursachen.

 

Den Informationsfluss beschleunigen

Damit die wirtschaftlichen Schäden durch den Ausbruch von Tierseuchen möglichst gering gehalten und die Ausbreitung der Seuchen eingedämmt werden, ist ein reibungsloser und zügiger Informationsfluss von entscheidender Bedeutung. Hier unterstützt QS seine Systempartner aktiv. Anders als beim behördlichen Veterinärwesen ist QS bei der Weiterleitung von Informationen nicht an Länder- oder Bundesgrenzen gebunden.

 

Maßnahmenplan:

Vorsorgemaßnahmen:

• Aufbau und Pflege eines vernetzten Kommunikationssystems aus Landwirten, Tierärzten, Zertifizierungsstellen, Behörden und ausländischen

Standardgebern

• Zielgruppenspezifische Informations- und Rundschreiben

• Identifizierung von Kontaktbetrieben und Auditschwerpunkte auf Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen

 

Maßnahmen bei Seuchenausbruch:

• Information der Zertifizierungsstellen zwecks Einstellung der Audits in Restriktionsgebieten

• Kennzeichnung der Betriebe aus Restriktionsgebieten in der QS-Datenbank

• Information der Systempartner inklusive der vor- und nachgelagerten Standorte, Tierärzte, Behörden und ausländischen Standardgeber

 

Vorsorgemaßnahmen entscheidend

Die ASP, gegen die es bislang noch keinen Impfstoff gibt, kann auf vielen Wegen übertragen werden, auch und gerade durch Menschen. Deshalb sollten sich Landwirte und Tierärzte, aber auch Futtermittellieferanten, Tiertransporteure und Auditoren zur Vorbeugung einer Einschleppung strikt an alle biosichernden Hygienemaßnahmen halten. Informationen zum aktuellen Tierseuchengeschehen sowie Risikobewertungen zur Einschleppung der ASP gibt es online beim Friedrich-Loeffler-Institut unter www.fli.de.

 

 

Foto: QS Qualität und Sicherheit GmbH



Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH
Autor: chb/FleischNet.de
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