Ganzheitlich denken, Kosten senken

Datum 22.07.2016 | Rubrik: Handel | Ort: Köln
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Supply Chain Kosten

Pro Euro Nettoumsatz entfallen im stationären Lebensmittelhandel knapp 10 Cent auf die Supply-Chain-Kosten. Händler müssen daher nach neuen Wegen der Kostenoptimierung suchen. Der Schlüssel zur Kostensenkung liegt in einem stufenübergreifenden Ansatz des Supply Chain Managements. Das zeigt die Studie „Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH“ von EHI, BCG und der KU Eichstätt-Ingolstadt. Noch schöpfen allerdings nicht alle Händler dieses Potenzial aus, ein Großteil hat jedoch erkannt, dass sich ein ganzheitlicher Ansatz auszahlt.

 

Vom Zentrallager ins Regal
Lebensmittelhändler kostet
die eigene Logistik im Schnitt etwa 8,5 % des Nettoumsatzes. Davon entfallen 2,9 % auf die Lagerkosten, 1,4 % auf die Transportkosten, 0,8 % auf die Kosten für die Zentrallogistik und 3,4 % auf die Filiallogistikkosten. Abschriften von Überbeständen und Warenverluste machen zusätzlich durchschnittlich etwa 1,6 % vom Nettoumsatz der Händler aus. Somit entfällt im Lebensmittelhandel mit mehr als 10 % des Nettoumsatzes ein erheblicher Anteil auf die Kosten, die durch die Supply-Chain-Planung beeinflusst werden können.

 

Der Schlüssel zum Erfolg bzw. zur Kostensenkung liegt in Supply-Chain-Projekten, die nicht nur die Optimierung innerhalb einzelner Stufen der Lieferkette berücksichtigen, sondern eine ganzheitliche Perspektive vom Regal bis zur Rampe des Lieferanten einnehmen. So hat die Analyse der Erfolgsfaktoren gezeigt, dass Händler, die einen solchen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, niedrigere Logistikkosten haben als diejenigen, die ihren Fokus auf die Optimierung einzelner Stufen der Lieferkette legen.

 

Am Beispiel der Filiallogistik wird die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes deutlich. Weil in der Filiallogistik kleinere Einheiten bewegt werden – z. B. Transportverpackungen statt Paletten –, ist diese Stufe der Supply Chain mit einem vergleichsweise hohen Aufwand und somit mit hohen Kosten verbunden. Die Filiale kann als Warenempfänger meist nur auf vorgegebene Konfigurationen der vorhergehenden Stufen, z.B. Liefermengen oder Art der Ladungsträger, reagieren.

 

Optimierungspotenzial erkannt
Das Potenzial eines stärker durchgängigen Supply Chain Managements haben bislang erst 24 % der teilnehmenden Unternehmen vollständig genutzt. Dennoch scheinen etwa die Hälfte der befragten Händler den Nutzen erkannt zu haben, denn sie planen zukünftig Projekte mit integrativen Perspektiven, bei denen auch direkte Auswirkungen auf den Verbraucher berücksichtigt werden.

 

Datenbasis
Für die Studie „Supply Chain Management im Lebensmittelhandel“ von EHI, The Boston Consulting Group sowie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurden 16 überwiegend deutsche Händler mit Hilfe einer Online-Befragung zu Reifegraden, Kennzahlen und Entwicklungen hin zu einem integrierten Supply Chain Management befragt. Die deutschen Unternehmen decken über 40 % des Umsatzes der Top 10-Lebensmittelhändler ab. 87 % der Teilnehmer kommen aus dem Lebensmittelhandel, bei den verbleibenden 13 % handelt es sich um Drogeriemarktunternehmen.


Grafik: Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH



Quelle: Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH
Autor: chb/fleischnet.de
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