Tierschutz-Demo

Datum 12.09.2017 | Rubrik: Fleisch & Co. | Ort: Berlin/Königs Wusterhausen
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Wiesenhof Demo

Gegen eine Erweiterung eines Schlachthofes von Wiesenhof in Königs Wusterhausen demonstrierte vergangenes Wochenende ein Bündnis von Organisationen. Dort ist eine Schlachthof-Erweiterung auf 240.000 Hühner am Tag geplant. Rund 1.000 Personen folgten dem Aufruf der Veranstalter. Aufgerufen von einem Bündnis, dem 45 zivilgesellschaftliche Organisationen von Landwirtschaft bis Tierschutz angehören, forderten die Demonstranten einen Stopp der geplanten Verdopplung der Schlachtkapazitäten.

 

In dem Schlachthof des größten deutschen Geflügelproduzenten sehen die Veranstalter ein Symbol einer verfehlten Agrarpolitik unter Bundesminister Christian Schmidt (CSU). Statt tatenlos zuzusehen, wie immer mehr Megaställe mit zehntausenden Tieren gebaut würden, müsse die nächste Bundesregierung den Stallumbau hin zu artgerechten Haltungsformen fördern. Der Demonstrationszug führte vom Bahnhof Königs Wusterhausen zum Schlachthof im Ortsteil Niederlehme. Im Anschluss fand ein „Fest für die Agrarwende“ mit Essen, Konzerten und Kleinkunst vor dem Schlachthof statt.

 

„Wir haben es satt!“-Sprecher Jochen Fritz, Nebenerwerblandwirt in Werder/Havel: „Wir brauchen einen Umbau der Landwirtschaft zu mehr ‚Klasse statt Masse‘. Die nächste Bundesregierung muss endlich den gesellschaftlich gewollten Umbau anpacken. Die Bevölkerung will gute Tierhaltung, der Staat muss den Bauern beim Stallumbau unter die Arme greifen. Die Bauern, die uns gesund ernähren, ihre Tiere artgerecht halten und die Artenvielfalt schützen, müssen wieder von ihren Produkten leben können. Eine Fehlbesetzung wie Bundesminister Schmidt darf es daher nach der Bundestagswahl nicht noch einmal geben.“

 

Kerstin Rist, Anwohnerin und Mitglied der Bürgerinitiative „KW stinkt’s“: „Ohne Genehmigung hat Wiesenhof seine Kapazitäten auf 160.000 Hühner am Tag erhöht. Nicht einmal als ich Strafanzeige erstattet habe, haben die Behörden reagiert. Die Behörden sind Wiesenhof als weltweit agierendem Konzern, der sich offenbar nicht um Gesetze und Vorschriften schert, nicht gewachsen. Dieser Skandalschlachthof darf nicht erweitert werden!“

 

Sebastian Junge, Küchenchef aus Hamburg und Mitglied von Slow Food Young: „Diesem Elend auf dem Teller muss ein Ende bereitet werden. Es braucht wieder saubere und fair produzierte Lebensmittel, verantwortungsbewusst von Bauern und Lebensmittelhandwerkern erzeugt. Es ist Zeit für Slowfood statt Fastfood. 250 Hühnchen in der Minute? Nein, danke!“

 

Hintergrund:

Die Demonstration in Königs Wusterhausen bildet den Abschluss der „Wir haben es satt!“- Aktionstour. Die Veranstalter, die jährlich im Januar unter dem Slogan „Wir haben es satt!“ mit Zehntausenden in Berlin für die Agrar- und Ernährungswende demonstrieren, haben im Wahljahr einen 9-Punkte-Plan für den Umbau der Landwirtschaft veröffentlicht. Eine Forderung der 45 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Natur-, Tierschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit ist die sofortige Bereitstellung von 500 Mio Euro im Jahr für den Umbau von Ställen und andere Agrarwende-Maßnahmen.

www.meine-landwirtschaft.de, www.wir-haben-es-satt.de

 

Foto: Meine Landwirtschaft/Wir haben es satt



Quelle: Meine Landwirtschaft/Wir haben es satt
Autor: mth/fleischnet.de
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