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geniessen_und_reisen_02_2016

Der Bestseller-Autor und Diplom-Psychologe Robert Betz zeigt Menschen eine neue Richtung für ihr Leben auf. hat mit ihm über die schönen Seiten des Lebens, über Genuss und Reiselust gesprochen. Wie wir glücklich werden? Ganz einfach: Der Schlüssel liegt in uns selbst und nirgendwo sonst. Herr Betz, stehen Sie morgens schon gut gelaunt unter der Dusche und singen das „Danke-Lied“ ihres Lehrmeisters P`taah? Ich singe zwar nicht das Lied, aber das Danke kommt mir schon vor der Dusche im Bett über die Lippen. Es ist das erste, was ich nach dem Aufwa-chen sage: „Danke für den neuen Tag und für die Nacht und alles, was in ihr geschah“. Danach setze ich mich entweder erstmal an den Laptop, um ei-nen Facebook-Beitrag zu posten. Dann meditiere ich ein wenig und die Meditation endet immer mit dem Satz: „Ich nehme alle Geschenke dieses Tages liebend und dankend an. Danke, Danke, Danke!“. Wann ist ein Tag für Sie gelungen? Wenn ich viele Momente bewusst gelebt, ange-halten habe und bei mir, meinem Körper, meinen Gefühlen und meinem Herzen war. Natürlich freue ich mich sehr über jeden Vortrag und jedes Seminar, den persönlichen Kontakt zu vielen Men-schen, die ich dort treffe. Aber das Gegenstück, das zufriedene „Mit-mir-Allein-Sein“, z.B. in den Pausen auf einem Parkplatz, wo ich mich bewusst aus dem Verkehr ziehe, ist für mich ganz wichtig. Es gibt ein Zitat: „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.“ Warum fällt das vielen Menschen in der Praxis schwer? Die meisten von uns haben sich da innerlich durch die vielen Gedanken, die sie übernommen haben von Mama und Papa, einen inneren Het-zer und Druckmacher erschaffen, mit dem sie sich selbst nicht zur Ruhe kommen lassen. Da denkt es: „Ich könnte was verpassen, hab keine Zeit, muss schnell dies und jenes“ Ankommen im Jetzt ist etwas, was wir wieder einüben dürfen. Das kann man lernen. Hinsetzen und sagen: „Es gibt jetzt nichts zu tun. Ich darf jetzt einfach da sein.“ Und dann atmen und füh-len, was da ist. Sonst nichts. Wie kann ich lernen, völlig im Jetzt zu sein? Wirklich ganz im Augenblick zu sein und dabei gar nicht zu denken, ist eine hohe Kunst, da sollte sich niemand überfordern, wenn er damit anfängt. Das schafft man am Anfang nur ein bis zwei Sekunden. Aber jeder kann anfangen, seine Aufmerksamkeit auf dies oder jenes zu fokussieren, z.B. auf das Wasser, das gerade über seinen Kör-per läuft oder die Kartoffel, die er gerade schält oder jeden einzelnen Schritt, den er beim Spazier-gang geht. Und ärgern Sie sich nicht, wenn sie beim vierten Schritt raus sind und schon wieder angefangen haben zu denken. Erstmal empfehle ich, alles langsamer zu machen, langsamer und bewusster zu gehen, zu essen und immer wieder ein paar Minuten innezuhalten. Dann haben Sie mehr von allem. Entschleunigen durch bewusste Aufmerksamkeit, Langsamkeit und Konzentration auf nur eine Sache. Wie soll das gehen, wenn mich Sorgen belasten und ich mir Gedanken über meine Zukunft mache? Da könnte ich jetzt einen Vortrag halten, warum wir keine Freude haben, warum wir uns Sorgen machen und wir uns im vielen Denken und Tun Lauschen, was das Herz flüstert 120 2/2016


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