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geniessen_und_reisen_02_2016

Brauerehre Im Debüt-Krimi von Autor und Bierbrauer Andreas Schröfl wird die Brauereikunst zum tödlichen Verhängnis. Im Umfeld der Münchner Brauereien kommt es zu zwei Todesfällen, denen Ex-Polizist Alfred Sanktjohanser inkognito auf den Grund geht. Dabei verwebt der Autor humor-voll die bayerische Mentalität mit einem außergewöhnlichen Fall, der viel über das Brauwesen verrät. A.Schröfl: Brauer-ehre. Meßkirch: Gmeiner, 309 Seiten, 11,99 €. Bier – Eine kulinari-sche Anthologie Die Bände der „Kulinari-schen Anthologien“ sind Geschenkbücher, enthalten aber auch Wissenswertes aus der Sozialgeschichte und Unterhaltsames aus der Weltliteratur zum je-weiligen Thema. Hier lernt der Leser z. B. Frauen kennen, die mehr vom Bier ver-stehen als mancher Stammtischbruder. E. Polt-Heinzl, C. Schmidjell: Bier. Ditzingen: Reclam, 160 Seiten, 10,00 €. Ein Bier. Ein Buch. Bier fördert die Lust bei Frauen, hat halb so viele Kalorien wie Orangensaft, ist gut für die Haut, schützt vor Diabetes und Nierensteinen, senkt Bluthoch-druck und wirkt sich positiv auf das Gehör aus. Das Buch versammelt Kurioses, Rekorde und Fakten. A. Hock: Ein Bier. Ein Buch, Frankfurt/M.: Fi-scher, 224 Seiten, 9,99 €. Eine Geschichte von der Steinzeit bis heute Vom Emmerbier des vorderen Orients zu den Craft-Beer- Kneipen moderner Metropolen – die Geschichte des Biers ist die Geschichte einer Weltkarriere. Seit der Jungsteinzeit brauen Menschen den nahrhaften Gerstensaft. Dabei unterlagen Inhaltsstoffe, Braumethoden und die Qualitäten und Reinheitsgebote immer wieder fundamentalen Veränderungen. Diese zeigen die beiden Kulturwissenschaftler in diesem Buch auf. G. Hirschfel-der: Bier, Darmstadt: Theiss, 256 Seiten, 24,95 €. Steinnus, Dipl. Biersommelier und Account Mana-ger Gastronomie West bei Pilsner Urquell. Aktuell steht das Thema Tankbier, eine unpasteuristierte Variante von Pilsner Urquell, hier im Fokus. Sogar in der Hochburg des deutschen Bieres ar-beitet man kontinuierlich an kreativer Entfaltung im Rahmen der „Leitplanken“: „Das Reinheitsge-bot ist sicherlich kein Hemmnis für Innovationen. Es gibt immer wieder neue kreative Bierstile und Geschmacksrichtungen. Neue Hopfensorten wie Mandarina Bavaria oder andere werden weiterhin dafür sorgen, dass ganz neue Geschmacksrichtun-gen im Einklang mit dem Reinheitsgebot möglich sein werden,“ bestätigt Stefan Hempl von Hof-bräu München. Ein Blick in die Zukunft Laut einiger Brauer jedoch wird es zu den künf-tigen Herausforderungen gehören, internatio-nal immer beliebter werdende Bierstile mit den strengen Regularien des Reinheitsgebots in Ein-klang zu bringen. Einer von ihnen ist Jeff Maisel, Inhaber der Familienbrauerei Gebr. Maisel. „Auch die modernen Craft- und Edelbiere unserer Mai-sel & Friends-Linie sind allesamt nach dem Bay-erischen Reinheitsgebot gebraut, denn mit den vielen unterschiedlichen Malz- und Hopfensorten ist eine unglaubliche Geschmacksvielfalt mög-lich.“ Allerdings sind für einige traditionelle, in-ternationale Bierstile Zutaten wie Koriander und Orangenschalen erforderlich, die aufgrund des besonders strengen Reinheitsgebotes in Bayern nicht verwendet werden dürfen. „Dass Bierlieb-haber solche Spezialitäten genießen und bayeri-sche Brauer diese kreieren möchten, verstehen wir voll und ganz – auch wir würden das gerne tun,“ ergänzt er. Zuvor müsste allerdings ge-währleistet sein, dass auch diese Spezialitäten einer rechtsverbindlichen Grundlage bzw. einem „Reinheitskodex“ unterliegen, damit ausschließlich reine, natürliche Zutaten ver-wendet werden. Ohne eine solche Regelung kann nach Jeff Maisels Ansicht nicht verhin-dert werden, dass auch künstliche Aromen, Enzyme oder Konservierungsstoffe ihren Weg ins Getränk finden. Um diesen steinigen Weg zu gehen, haben er und seine Kollegen nun die Initiative ergriffen und den ersten Schritt getan: „Wir haben eine Arbeitsgruppe mit Brauerkollegen, Verbänden und Behörden gegründet. Unser gemeinsames Ziel ist, das Bayerische Reinheitsgebot zu bewahren. Gleichzeitig möchten wir einen verbindlichen Rahmen für die Bierstile schaffen, zu deren Herstellung vom bayerischen Reinheitsgebot nicht zugelassene, natürliche Zutaten uner-lässlich sind.“ Bier Foto: Bayerischer Brauerbund


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