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dauert in der Regel vier bis fünf Stunden. In dieser Zeit werden zwischen 100 und 200 Schwünge absolviert und – auch bei widrigen Wetterbedingungen – bis zu 10 km zurückgelegt, bei denen der Trolley gezogen oder die Golftasche getragen wird. Durch die ganzkörperliche Beanspruchung werden, laut Peter Koenig, im Durchschnitt 1.200 kcal verbraucht. „Golfen bietet eine moderate Beanspruchung verschiedener Bereiche“, erklärt der Sportwissenschaftler und Facharzt für Chirurgie Dr. Holger Herwegen. „ Neben Kreislauf und Atmung wird insbesondere die Rumpfmuskulatur und somit die Haltung trainiert. Zudem werden die Funktionen des Gehirns geschult.“ Auch ein therapeutischer Effekt bei zu hohem Cholesterin oder Bluthochdruck ist gegeben. Irrtum 5: Golf ist ein Rentnersport Weit gefehlt: 64 % der rund 635.000 im Deutschen Golf Verband (DGV) organisierten Golfer in Deutschland sind laut aktueller DGV-Statistik unter 61 Jahre alt. In Deutschlands größtem Golfverein, der Vereinigung clubfreier Golfspieler, sind es sogar 83 % der Mitglieder (Stand 30.09.2012). Die Zahl der Golfspieler steigt seit Jahren. Auch Kinder und Jugendliche entdecken zunehmend den Sport für sich wie der Erfolg der bundesweiten Jugendinitiative „Abschlag Schule“ und die Aufnahme von Golf in das Standardprogramm von „Jugend trainiert für Olympia“ belegen. Golf ist ein Sport für die ganze Familie: „In der Jugend begeistert die Dynamik, mit Mitte Zwanzig oder Dreißig steht dann eher die mögliche persönliche Höchstleistung im Mittelpunkt“, sagt PGA Master Professional Peter Koenig. „In der Mitte des Lebens fasziniert die taktische Herausforderung, mit begrenzteren Mitteln gut zu scoren, und später sind die Freude an der Bewegung und das Spiel in der Natur meist am wichtigsten.“ Irrtum 6: Man braucht gleich starke und gleich alte Spieler Nein, Golf macht auch mit unterschiedlichen Spielern Spaß, denn die Regeln des grünen Sports gleichen Leistungsunterschiede aus. Auf Grund des individuellen Handicaps, das die Spielstärke eines Spielers bei der Berechnung des Ergebnisses berücksichtigt, können Anfänger problemlos mit erfahrenen Spielern auf die Runde gehen – und sich sogar im fairen Wettbewerb miteinander messen. Irrtum 7: Golf ist eine Männerdomäne Golf ist kein Kraftsport, der sich von daher nur für Männer eignet, sondern es kommt hauptsächlich auf die richtige Technik an. Für Frauen ist der grüne Trendsport deshalb nicht minder attraktiv. In den letzten zehn Jahren stieg die Anzahl der Golferinnen in Deutschland kontinuierlich: Heute sind 37,5 % der rund 635.000 im Deutschen Golf Verband (DGV) organisierten Golfspieler weiblich. „Frauen schätzen am Golfen vor allem die Vielfältigkeit, die das Spiel bietet und das sanfte Training von Kopf bis Fuß“, weiß Peter Koenig. „Frauen sind beim Erlernen des Golfsports und dem anschließenden Üben disziplinierter als Männer. Sie verfolgen ihre Aufgaben konsequenter.“ Irrtum 8: Golfen ist langweilig Von Langeweile keine Spur: Wer aktiv dabei ist, merkt schnell, wie wichtig Strategie, Taktik und gute Nerven im Golfsport sind. Welchen Schläger nehme ich? Wie spiele ich die Bahn? Vor jedem Schlag gilt es, sich Gedanken zu machen, um geschickt über die Runde zu kommen. Bunker und Wasserhindernisse, die wechselnden Wetterbedingungen, das Verhalten der Spielpartner, die verschiedenen Bahnen und unterschiedlichsten Golfplätze bundes- und weltweit machen jedes Golfspiel aufs Neue interessant. Es ist zudem üblich, mit bis zu vier Spielern einen „Flight“ zu bilden – das ist nicht nur kommunikativ, sondern sorgt auch für gemeinsamen Spaß auf der Runde. „Golf ist eine der kommunikativsten Sportarten überhaupt“, bestätigt PGA Master Professional Peter Koenig. „Während einer Runde bieten sich immer wieder Gelegenheiten, sich zu unterhalten, das Spiel zu analysieren und die Taktik für die nächste Bahn zu besprechen. Das kann wohl kein anderer Sport von sich behaupten.“ www.vcg.de Golf 74 2/2015


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