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Verschlungene Pfade Für weitere Informationen: • Regionaler Tourismusverband Franche-Comté • http://de.franche-comte.org • Telefonnummer für Auskünfte und Buchungen: +33 381 25 08 00 • www.routedelabsinthe.com/de • www.comte-petite.com/?lang=de • www.luxeuil.fr/de/ • www.larochere.com Rosiger Sandstein, Käselaibe, die auf 1.100 m reifen, und die legendäre „grüne Fee“: In der ostfranzösischen Region Franche-Comté gibt es für Augen und Gaumen einiges zu entdecken. Versteckt zwischen dem Jura-Massiv und Burgund, geprägt von den Südvoge-sen und den Flüssen Doubs und Saône, liegt eines der „grünen Herzen“ Frankreichs – die Franche-Comté. Für viele Reisende huschen die versteckten Bergdörfer und die stillen Täler nur am Autofenster vorbei, denn die Region gilt als klassische Transitregion auf dem Weg in den Süden Frankreichs. Ein Glück für Genießer und Naturbegeisterte auf der Suche nach Abgeschie-denheit: Denn die Franche-Comté ist noch ein echter Geheimtipp und beherbergt zahlreiche Entdeckungen für Augen, Gaumen und Schusters Rappen. Auf den Spuren der „grünen Fee“ Verewigt in den Werken von Baudelaire und van Gogh, umwoben von Mythen, lange verboten und erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wie-der legalisiert – der Absinth war zweifellos eine der prägenden Spirituosen des 19. Jahrhunderts. Ent-wickelt und erstmalig hergestellt wurde der grün schimmernde Wermutsud, häufig auch „grüne Fee“ genannt, im Val-de-Travers in der Schweiz, unweit der französischen Grenze. Nur wenige Jahre später wurde er einige Kilometer weiter in den Kellern von Pontarlier in der Franche-Comté in größeren Mengen hergestellt. Auf der Absinth- Route von Pontarlier bis in die Schweiz kann man heute auf den Spuren der „grünen Fee“ wandern: Durch Anbaufelder, über Brennereien und Aus-stellungen sowie auf Schmugglerpfaden schlän-gelt sich der Weg durch das geheimnisvolle Tal Val-de-Travers und informiert die Wanderer über die Herstellung und Geschichte des Kultgetränks. Würzig, nussig und fruchtig Schon seit über tausend Jahren wird der milde Rohmilch-Käse Comté in der Region hergestellt. Einen ganz besonderen Reifekeller findet man versteckt im Wald im Haut Doubs, einer der Un-terregionen der Franche-Comté: Dort reifen im Fort Saint-Antoine auf 1.100 m Höhe mehr als 100.000 Käselaibe in einer steinernen Kathedrale. Das Fort Saint-Antoine wurde 1880 errichtet und wird seit 1966 vom Reifemeister Marcel Petite zur Herstellung und Reifung seiner Käseprodukte ge-nutzt. In den gewölbten Gängen, die mit einer di-cken Erdschicht bedeckt sind, reifen die goldenen „Grand Crus“ zwischen 10 und 20 Monate lang. Besucher können bei geführten Touren in die Tie-fen der steinernen Schatzkammer eintauchen und natürlich den zartgelben Comté kosten. Die Kurstadt aus der Antike In Luxeuil-les-Bains, am Fuße der Vogesen der Haute-Saône gelegen, begibt man sich auf eine architektonische Zeitreise durch die Geschichte: Die Stadt ist seit der Antike für ihre heißen Quel-len bekannt und geht auf ein gallisches Heiligtum rund um die wohltuenden warmen Wasser zu-rück. Im 6. Jahrhundert gründete der irisch-schot-tische Missionar Kolumban dort die spätere Abtei Luxeuil. Bei einer Stadtwanderung durch die Kur-stadt kann man die Basilika Saint-Pierre aus dem 13. Jahrhundert und zahlreiche andere Bauten aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert entdecken. Vor-herrschend ist dabei der charakteristische rosafar-bene Sandstein aus den Vogesen, der der uralten Stadt einen warmen Schimmer in weichen und satten Rosatönen verleiht. 52 2/2015 Fotos: CRT Franche-Comté / La Rochère / Denis Bringard / Michel Joly Franche-Comté


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