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ren Frauen vor Jahrhunderten an der Regierung beteiligt. Später änderte sich das, und die Schwester des Königs wurde die Höchste Priesterin. Heute noch leben Priesterinnen auf der heiligen Insel Kudaka, die immer noch das spirituelle Zentrum ist. Trotzdem die Ryukyu-Dynastie 1879 durch die Japaner entmachtet wurde, setzte sich die Religion weiter fort. In den Dörfern findet man heilige und weise Frauen, die so genannten Noro, die den alten spirituellen Handlungen weiterhin nachgehen. In dem wunderschönen Naturpark Sefa Utaki in Chinen werden auch heute noch Rituale abgehalten. Dort befindet sich das berühmte dreieckige Felsentor. Es steht für die Schenkel der Frau, für das Leben und das Geborenwerden. Ebenso bekannt sind die Tonschalen, in denen Tropfen von der Gesteinsdecke aufgefangen werden für Voraussagungen in die Zukunft. Ach so – Ah soo Es ist verwunderlich, in einem Land, in dem man noch nicht einmal die Speisekarte lesen kann, häufig und überall, ein nahezu akzentfreies deutsches „ach so“ zu hören, begleitet von einem freundlichen Nicken. Tatsächlich bedeutet das japanische „Ah soo“ die gleiche erstaunte Verwunderung wie bei uns. Das Geheimnis eines langen Lebens? Fakt ist: Auf Okinawa leben 962 Hundertjährige oder Ältere, die bis ins hohe Alter gesund sind: 836 Frauen und 126 Männer. Früher sagte man: „Das Essen ist Medizin für uns.“ Daher ist es nicht verwunderlich, dass die okinawesische Küche seit fast 1.000 Jahren festen Grundsätzen folgt: Essen soll gesund und frisch sein. Eine Besonderheit ist das einheimische Gemüse Goya, auch Bittergurke oder Bittermelone genannt, das sehr viele Bitterstoffe enthält. Ausgewogenheit ist oberstes Prinzip. Eine Abendtafel in Okinawa enthält immer salzige, süße und scharfe Speisen, immer Fleisch/Fisch, Bitterstoffe bzw. Gewürze und Reis. Was ist nun das Geheimnis der Langlebigkeit? Das richtige Essen,


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