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Weitere Informationen • www.siebenschloesser.de • www.museum-pyrmont.de • www.schloss-marienburg.com • www.schloss-bueckeburg.de • www.schloss-haemelschenburg.de • www.ohrbergpark.de • www.fuerstenberg-porzellan.com • www.schloss-bevern.de Pracht durch die Jahrhunderte Wenn die Parks und Gärten der Sieben Schlösser und Hamelns sprechen könnten – sie könnten mehr erzählen, als so manches alte Gemäuer, nämlich von geheimen Absprachen, Intrigen, Liebesschwüren, Duellen und unzähligen Tag-träumen gekrönter, geistlicher und anderer Häupter. Heute kann man ihnen bei Führungen nachspüren oder bei genussvollen Spaziergän-gen den eigenen Gedanken einfach freien Lauf lassen. Die Sieben Schlösser und Hameln haben es sich zur Aufgabe gemacht, „ihre Frauen“ im-mer wieder in besonderer Weise zu würdigen. Sie sind in öffentlich zugänglichen Gemälden und Dokumenten genauso präsent, wie in den Führungen durch die Schlösser und der Stadt Hameln. Und eine von ihnen hat uns sogar ihre ausführliche und hoch interessante Lebensge-schichte hinterlassen – als erste Frau Deutsch-lands. Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel- Bevern: Schloss Bevern, Schönhausen Er wird bis heute gefeiert und verehrt, der „Alte Fritz“ – seine Frau hingegen, die Königin von Preußen, übersieht die Öffentlichkeit genauso wie es damals schon ihr Gatte häufig tat. Elisabeth Christine von Braunschweig-Wol-fenbüttel- Bevern war kein leichtes Los beschieden. Aufgewachsen in harmonischen Familienverhält-nissen u. a. auf Schloss Bevern, kannte sie es gar nicht anders, als dass sie genauso behandelt wur-de, wie ihre beiden Brüder Carl und Anton Ulrich. Doch dann wurde sie mit 17 Jahren auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich Wilhelms I. mit seinem Sohn Friedrich vermählt. Am preußischen Hof hatte sie einen schweren Stand. Die Königin wandte sich deshalb den Künsten zu. In der Som-merresidenz Schloss Schönhausen trug sie eine beachtliche Bibliothek zusammen, malte und wid-mete sich der Handarbeit und der Pflege des Gartens. Doch was ihr ein Gedenken über ihren Tod hinaus si-cherte, war ihre Arbeit für Bedürftige und für wohltätige Zwecke. Ihr Gatte schien dies immerhin zu würdigen, als er seinen Leibarzt einmal zu ihr beorderte mit den Worten, dass es sich bei Elisabeth Christine um „die teuerste und notwendigste Person für den Staat, für die Armen und für mich“ handele. Anna von Klencke: Schloss Hämelschenburg Maßgeblich für die Entstehung des Schlosses war Anna von Klencke. Als ihr Mann, Georg von Klencke, 1599 zum Stadt-halter von Blankenburg im Harz ernannt wurde, unterlag ihr die Fortführung der Bautätigkeiten. Unter ihrer Ägide wurde dem Schloss ein Gericht, eine Bibliothek, zwei Wirtschafts- höfe, ein Lustgarten sowie eine Befestigungsanlage hinzu-gefügt. Während des 30-jährigen Krieges, nach Georg von Klenckes Tod, setzte sich Anna von Klencke kurzentschlossen gegen die Armeen des Feldherrn Tilly zur Wehr. Auf keinen Fall würde sie sich das unter vielen Entbehrungen Aufgebaute zerstören und plündern lassen. Sie schaffte das Unmögliche, einen Schutzvertrag auszuhandeln, der es Soldaten unter An-drohung der Todesstrafe verbot, das Schloss und die Lände-reien zu betreten. Hämelschenburg wurde einzig dank ihrer ungewöhnlichen Courage gerettet. Durch den im Jahr 2000 rekonstruierten, modernen Lustgarten hindurch geht es über einen neu hinzugefügten, idyllischen Pfad hinab zur alten Was-sermühle. Auf der anderen Seite des Schlosses erstreckt sich ein Landschaftspark mit einem Teich und exotischen Parkbäumen, der schließlich in Wald übergeht. Ursprünglich war ein Zugang nur über Brücken möglich, doch die das Schloss umgebende Gracht wurde im 19. Jahrhundert teilweise zugeschüttet. Mit-ten im Park steht eine Pyramide. Georg L. F. Laves baute sie 1855 als Begräbnisstätte der Familie von Klencke. 32 2/2015 Fotos: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Schloss Hämelschenburg Deutschland


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