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Orakel zum Genießen Die Bellis per-ennis L. ge-hört zur Fa-milie der Korbblütler und wird auch Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen oder Tausend-schön genannt. Die von Frühling bis Spätherbst blühende Pflanze kommt bei uns nahezu überall vor. Aus der bodennahen Blattrosette wächst der Stiel mit der Köpfchenblüte, bestehend aus gelben Röhrenblüten in der Mitte, umgeben von einem Kranz weißer Zungenblüten, die an der Oberseite weiß und an der Unterseite rötlich sind. Die beste Sammelzeit für Gänseblümchen zur Zubereitung von Tee ist um den 24. Juni (Johannistag) herum, weil die Pflanze sich dann voll entwickelt hat und über ein Höchstmaß ihrer wohltuenden Inhaltsstoffe verfügt. Im Mittelalter wurden Gänseblümchen als Heilmittel gegen allerlei Krankheiten und zur Appetitanregung eingesetzt. Heute kommen Gänseblümchen in der modernen Küche in vielfäl-tiger Weise zum Einsatz. Das anmutige Wildpflänzchen kann etwa einen Salat bereichern. Am besten verwendet man nur die Knospen sowie die halb geöffneten Blüten, dann ist der Geschmack mild nussig. In diesem Stadium werden Gänseblüm-chen auch zur geschmacklichen Abrundung von Soßen geschätzt. Ist die Blüte voll geöffnet, wird ihr Aroma leicht herb. Gänseblümchen werden zu-dem als Tee genossen, und zwar meist in Kräuterteemischungen. Als Eistee zubereitet und mit Früchten kombiniert, sind sie ein aromatisch erfrischender Genuss. Schöner (Aber-)Glaube Rund um das Gänseblümchen ranken sich Mythen und Geschichten. So sagt man, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr isst, sei das restliche Jahr vor Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber geschützt. Als Dauerbe-gleiter empfehlen sich getrocknete Gänseblümchen, die am Johannistag zwi-schen 12 und 13 Uhr gesammelt wurden, denn sie helfen bei wichtigen Ar-beiten. Auch als Orakel taugt die Miniblüte, indem die einzelnen Zungenblü-tenblätter abgezupft werden („...liebt mich, liebt mich nicht, liebt mich...“). Ihr wohl berühmtester Fan war der französische König Ludwig IX. (1214 bis 1270), der das Gänseblümchen zusammen mit der Lilie in sein Wappen auf-nahm. Dazu ließ er sich extra einen Ring mit einem geflochtenen Blütenkranz anfertigen. Testen Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich... – schon so manches Gänseblümchen hat bei dieser Frage seine Blütenblätter gelassen. Fast jeder kennt die kleine Wildblume, die die Wiesen im Frühjahr in ein weißes Meer verwandelt. Aber nur wenige wissen um ihren Geschmack und die Kräfte, die in ihr stecken. EUROTOQUES STIFTUNG Wollen auch Sie nicht länger nur reden, sondern handeln? Das Resultat von Fastfood und falscher Ernährung sind übergewichtige Kinder und Jugendliche. Durch Ihre Spende unterstützen Sie den Geschmacksunterricht an Schulen – der Weg zur körpergerechten Ernährung. Geschäftsstelle Eurotoques-Stiftung, Winnender Straße 12, 73667 Kaisersbach-Ebni Tel: 07184/2918-112 Fax: 07184/2918-114 E-Mail: info@Eurotoques-Stiftung.de • www.Eurotoques.de Spendenkonto: 7883500421, Baden-Württembergische Bank Stuttgart 60050101 Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, Mitglied im Initiativkreis Stuttgarter Stiftungen, Mitglied im Bundesverband der Verbraucherverbände e.V. 104 2/2015 Foto: Christa El Kashef/pixelio.de


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