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geniessen_und_reisen_01_2017

die flachen Bereiche mehrmals überschwemmt. Im Sommer verdampft die Feuchtigkeit über dem Sand. Das wird dadurch begünstigt, dass sich in etwa 2 m Tiefe eine dicke Tonschicht befindet, durch die das Wasser nicht dringen kann. Auf diese Weise beträgt der Salzgehalt im zurückblei-benden Wasser bis zu 15 %, während dieser Wert im Kattegat bei 2 bis 3 % liegt. Dieser Umstand führte im 14. und 15. Jahrhundert zu einer in-dustriellen Salzproduktion. Forscher fanden Reste von über 1.000 Salzsiedereien auf Rønnerne, dem südlichen Teil Læsøs. Im Jahre 1652 hörte die Salz-produktion plötzlich auf, in erster Linie aufgrund des einsetzenden Holzmangels. Die großen Wäl-der waren abgeholzt. Die Salzgewinnung mit Hil-fe von Brennholz wurde verboten. Vor dem Hintergrund archäologischer Ausgrabun-gen ging 1991 die erste Salzsiedehütte in Betrieb. Das Salz wird auf überlieferte Art mittels Siede-pfannen gewonnen. Salzhaltiges Grundwasser aus Brunnen wird in über Feuer hängenden Eisen-pfannen solange erhitzt, bis das Salz aus der Sole kristallisiert. Danach wird es in Körbe geschaufelt, wo es vor dem Trocknen abtropfen kann. Es ob-liegt dem Salzsiedemeister, stets für die richtige Temperatur in den Eisenpfannen zu sorgen. Das macht er mithilfe einer hölzernen Harke, die er durch die Sole zieht. Die exakte Temperatur ist für die Qualität des Salzes ausschlaggebend. Das Sie-desalz von Læsø kommt als gewürztes Meersalz in den Handel. Das gut als Tafelsalz geeignete Salz enthält 90 % reines Kochsalz (NaCl), Mineral-stoffe, Jod und Spurenelemente und ist bei Spit-zenköchen des Landes beliebt. Einen Ausflug wert ist auch der Museumshof „På Lynget“. In diesem Freilichtmuseum erfährt der Besucher alles über den in Teilen 300 Jahre alten Bauernhof, über das damalige Leben und über Sine, seine letzte Bewohnerin. Das Dach des alten Hofes ist ein so genanntes Tangdach, hergestellt aus Seegras. Diese Dächer gibt es nur auf Læsø. Auch der Læsø-Rhododendronpark ist sehenswert. Hier wachsen und blühen ca. 2.000 Rhododendron-Pflanzen. Zurück geht es mit der Fähre „Margrete Læsø“, benannt nach der Königin, die eng mit der Insel verbunden war. Fazit: Nordjütland – „die Spitze von Dänemark“ ist ein Kleinod. dmp Informationen zu Nordjütland und Læsø www.visitdenmark.com www.dancenter.com www.visitnordjylland.de www.visitlaesoe.de Foto: Polster Dänemark


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