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geniessen_und_reisen_01_2017

Fahrrad. Die Insel hält gute Radwege bereit. Fast um die gesamte Insel zieht sich ein breiter Strand, an dem viele Robbenkolonien leben. Die vielen Ferienhäuser sorgen auf der Insel da-für, dass die Region im Sommer einen starken Bevölkerungszuwachs durch Feriengäste erlebt. Die Menschen sind liebenswert und vertrauens-voll. Man sieht kaum ein Haus, das keinen kleinen Verkaufsstand an der Straße hat. Angeboten wer-den Töpfer- und Drechselwaren, Steinmännchen, Obst und Gemüse. Das Geld wird in eine zugehö-rige „Kasse des Vertrauens“ geworfen. Das Gold der Insel Der Fischfang bestimmt wesentlich den Tagesab-lauf der Insulaner. Die rund 50 Fischerboote, die zur Nacht auslaufen, bringen frühmorgens Ma-krelen, Dorsche, Kabeljau und Seezunge mit und verkaufen sie gleich ab Boot. Wer Fisch, Krusten- und Schalentiere mag, ist auf dem kleinen Eiland richtig. Einen besonderen Platz nimmt aber der Kaisergranat – „Jomfruhummer“ – ein. Er gehört zu den Hauptexportartikeln der Insel: Læsø ist Europas größter Jomfruhummer-Lieferant. Der größte Teil des Jahresfangs von rund 3.500 t wird nach Italien exportiert und dort als Scampi ser-viert. Der Kaiserhummer ist etwas kleiner als sein amerikanischer Verwandter. Die Restaurants der Insel, wie etwa das 275 Jahre alte „Strandgaarden Badehotel“ in Vesterø, servie-ren den schmackhafte Krebs schlicht in der Pfanne gebraten, mit Læsø-Meersalz bestreut und Man-del- Karotten garniert. Doch viele Inselbewohner schwören auf ihren Kaisergranat mit selbstgemach-ter Mayonnaise, Dill und Zitrone sowie einem Glas Riesling – eine Mahlzeit, die angeblich nicht zu toppen ist. Dem „Gold der Insel“ ist ein jährliches Festival gewidmet. Der Höhepunkt ist dabei ein Kochwettbewerb zwischen den besten Köchen Skandinaviens um die „Goldene Granatschere“. Salzige Geschichte Ein Muss bei einer Tour über die Insel ist ein Be-such der Læsø Salzsiederei, denn was wäre die Insel ohne ihr Salz? Læsø Saltsyderi ist sowohl eine Fabrik als auch ein lebendiges Museum. Sie ist eine Rekonstruktion der Salzproduktion, wie sie im Mittelalter und in den folgenden Jahrhunder-ten auf Læsø stattfand. Nach alten Traditionen aus dem Mittelalter werden jährlich und das ganze Jahr über ca. 60 t Salz produziert. Die Insel hat ganz spezielle geologische Gegebenheiten, welche die Bildung von ungewöhnlich salzhaltigem Grund-wasser bewirken. Im Laufe des Winters werden Dänemark


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