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geniessen_und_reisen_01_2017

Das schottische Eisenbahnnetz reicht hin-auf bis Aberdeen und Inverness, hinein in die Weiten des Hochlandes. Es gibt keine bessere Art, um die raue Schönheit der Schotti-schen Highlands zu erleben. Ein Muss für alle Eisenbahnfreunde ist die Fahrt mit der Western Highland Line von Glasgow Central nach Mallaig. Von dort aus starten die Fähren, die nach Skye und auf die kleinen Inseln der Inneren Hebriden fahren. Auf seinem Weg an die Küste passiert der Zug das legendäre Glencoe und das, nicht zuletzt durch die Harry Potter-Verfilmungen be-kannte Glenfinnan-Viadukt. Die langgezogene Brücke mit der endlosen Reihe an Bögen ist heute eines der beliebtesten Fotoobjekte überhaupt, vor allem dann, wenn der berühmte Jacobite Steam Train mit seinen sieben Waggons schnaufend und dampfend dieses 380 m lange Wahrzeichen der westlichen Highlands überquert. Dampfend in die Highlands Der Jacobite Steam Train verkehrt auf einer 135- km- Strecke zwischen Fort William und Mallaig. Iren haben die Eisenbahnstrecke errichtet; mit deren Bau wurde 1897 begonnen. Der Jacobite fungier-te in seinen frühen Jahren hauptsächlich als Trans-portmittel der Fischindustrie. Heute ist er nicht nur eine Touristenattraktion erster Güte, sondern ein Kleinod europäischer Dampfzuggeschichte. Seit 1984 fährt der alte Dampfzug, um den Tou-rismus anzukurbeln und um diese an sich unprofi-table Zugstrecke am Leben zu erhalten. Die Fahrt beginnt am höchsten Berg Großbritan-niens, dem Ben Nevis, führt am tiefsten Süßwas-sersee Schottlands und abschließend am tiefsten Salzwassersee Europas entlang. Nächster Halt: Glenfinnan. Hier lohnt es sich, das Museum im Bahnhof zu besichtigen. Es zeigt Exponate und Bilder vom Bau der Strecke. Nicht ganz zwei Stun-den Aufenthalt haben die Passagiere des Jacobite Steam Train in Mallaig, der Endstation. Auch die Straße mit dem Namen „Road to the Islands“ endet hier. Seine Bedeutung im 20. Jahrhundert verdankt der Ort dem Anschluss an das britische Eisenbahnnetz 1901. Der hier angelandete Fisch konnte auf diese Weise schnell abtransportiert wer-den. Laut dem kleinen Museum der Gemeinde- geschichte war das Örtchen einst der betrieb-samste Fischereihafen für Hering in Europa. Heute sind die ortsansässigen Fischer auf Garnelen und Hummer spezialisiert. Ein kleiner Bummel durch das Örtchen, ein Besuch in einem der zahlreichen Pubs, Restaurants und Läden und der Ausblick auf die Insel Skye gegenüber verkürzen die Wartezeit bis zur Rückreise. Die Bahnstrecke ist fast 70 km lang. Die einfache Fahrt dauert knapp zwei Stun-den. Gut dreieinhalb Tonnen Kohle werden ver- Schottland Fotos: Polster, Trump Golfclub, Visit Scotland


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