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geniessen_und_reisen_01_2017

Kleine Auswahl Berliner Currywurstadressen www.kult-Curry.de www.curry36.de konnopke-imbiss.de www.krasselts-berlin.de www.wittys-berlin.de www.zurbratpfanne.de www.curry61.de www.curryfritze.com www.currywurst-berlin.de www.frittiersalon.de www.theodortucher.de Dampf- oder Bockwurst. Gebraten wird sie in Berlin traditionell im Fett- bzw. Ölbad. Eine echte Berliner Currywurst ist die ohne Darm – davon sind nicht nur die eingefleischten Experten wie Richard Mischau überzeugt. Doch es gibt gegenwärtig zwischen Nordsee und Erzgebirge sehr unterschiedliche Angebote, ganz zu schweigen von den vegetarischen bzw. veganen Offerten der Imbissbuden. Auch die Soßen bleiben die Geheimnisse der Anbieter. „ Jeder soll essen was ihm schmeckt, oder worauf er Lust habe“, betont Mario Ziervogel, seines Zeichens Inhaber von „Ziervogl’s Kult-Curry Berlin“ in der Schönhauser Allee, 10 Gehminuten vom Standort einer der legendärsten Imbissbuden im Prenzlauer Berg entfernt. Er ist ein Enkel von Max Konnopke, der die populäre Berliner Currywurst-Dynastie gründete. Currywurst Original Ost In den 1960er Jahren wurde die Currywurst auch in Ost-Berlin Kult. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Konnopke’s Imbiss unter der Hochbahn im Prenzlauer Berg, dem sogenannten Magistratsschirm. Angeboten wurde zu DDR-Zeiten nur Wurst ohne Darm. Damals gabe es die Wurst ungeschnitten am Stück mit Currypulver und kalter Ketchup-Sauce. Schon 1930 verkauften Max Konnopke und seine Frau Charlotte Bockwürste, Knacker und Wiener in dem Kiez und entwickelten ein florierendes Unternehmen. Seitdem geht es hier vor allem um die Wurst – in Kriegszeiten auch mal um Kartoffelpuffer. Ab 1960 gab es die erste Ost-Berliner Currywurst, mit Ketchup nach Familienrezept. Konnopke wurde Kult – und ist bis heute ein Betrieb in Familienhand. 2010 feierte er das 80. Firmenjubiläum. Seit 2014 führen das Unternehmen am Traditionsstandort Waltraud Ziervogel und ihre Tochter Dagmar Konnopke gemeinsam. 2012 eröffnet Mario, der Sohn von Besitzerin Waltraud Ziervogel, der viele Jahre Seite an Seite mit der Mutter arbeitete, einen eigenen Imbiss – unweit vom Standort der Mutter. Das gab nicht nur böses Blut, sondern einen wahrlichen „Currywurst-Krieg“. Dieser endete mit einem Zerwürfnis zwischen Mutter und Sohn. In diesem Jahr feiert er nun sein fünfjähriges Firmenjubiläum: „Über „Ziervogel’s Kult-Curry“ haben die Kunden entschieden“, erklärt der Chef heute, der stolz ist darauf, dass seine Currywürste und die Soße auch heute noch dem Original des beliebten Familienrezeptes der Ziervogels entsprechen. Gemäß der Tradition beliefert ihn exklusiv die Fleischerei Gottschlich im Kiez. Die Kult- Curry-Wurst wird in der Porzellanschale serviert, mit hausgemachter Currysauce in verschiedenen Schärfegraden – Grundsubstanz ist stets Werder- Ketschup. Ein Besuch in Ziervogel’s Kult-Curry ist ein Muss für jeden Berlinbesucher. Die Berliner Curry Cuisine hält viele Überraschungen bereit und ist so vielschichtig wie die Stadt selbst. Mancherorts hat die Currywurst Austern und Kaviar des Platzes verwiesen. Ob Dom Curry am Gendarmenmarkt mit seinem Angebot für eilige Gourmets, Curry 36, die Berliner Currywurst- Institution am Mehringdamm in Kreuzberg, oder Krasselt´s Imbiss in Steglitz, wo noch stilecht mit Holzspießen serviert wird, oder eben die legendäre Currywurstbude am altbewährten Standort unter der Hochbahn im Prenzlauer Berg sowie Curry & Chili als Berlins schärfster Imbiss: Sie alle eint, die Liebe zur Currywurst. Ob mit oder ohne Darm – Hauptsache dem Kunden schmeckts. Oder wie Herbert Grönemeyer schon vor Jahren feststellte: „Gehste inne Stadt – wat macht dich da satt – ‘ne Currywurst! dmp 24 1/2017 Fotos: Mario Ziervogel, Konnopke Berlin


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