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first_class_06_07_2016

Macher kommen aus der Hotellerie. Das Internet der Dinge lockt bisher eher nicht. Auch nicht beim Vorzeigehotel des Fraun-hofer IAO Future Hotel-Projekts. Gerade mal ein Gast fragte seit der Eröffnung im letzten April im Wiener Hotel Schani ge-zielt, ob er in einem der fünf Projektzimmer übernachten könne. Dort erwartet ihn etwa ein Lichtleitsystem zum Zimmer, dessen Türrahmen in der Lieblingsfarbe des Gastes leuchtet. Vorhänge, Heizung, Klimaanlage und der Stimmung angepasstes Licht wer-den über Tablet gesteuert. Ins kühle Szenario eines Roboter-Hotels passt das Boutique-Hotel Typ 25hours nicht. General Manager Andreas Kersch-baumer spricht eher von „Gemütlichkeit“ und „Gastgeber-Tradition“ als vom Internet der Dinge. Auf der Website verweist man nur dezent auf die technische Vorreiterrol-le. Kerschbaumer betont, „Wir wollen keine Mitarbeiter durch Technik ersetzen“. Auch Conichi-CEO Max Waldmann sagt: „Wir möchten keine Hotelmitarbeiter erset-zen, vielmehr sollte die gewonnene Zeit da-für eingesetzt werden, den Gast persönlich und als Gastgeber abzuholen. Das persön-liche Erlebnis wird man nie digitalisieren können und sollte es auch nicht versuchen “ Effizienter und persönlicher Doch Hotel 4.0 wird die Arbeitswelt der Service-Mitarbeiter ändern. Thomas Alle-mann von Hotellerie Suisse meint, es wür-den nicht weniger Mitarbeiter benötigt. Nur weniger schlecht qualifizierte. Denn die einfachen Tätigkeiten würden wegra-tionalisiert oder von Robotern erledigt, die Tätigkeit dadurch insgesamt aufgewertet. „Sie können sich vollumfänglich um den Gast und seine Bedürfnisse kümmern, sei es als Guest Relation Manager, Personal Assistant oder Trainer, und selbst der etwas in Vergessenheit geratene Concierge wird wieder eine Aufwertung erhalten. Das Ho-tel der Zukunft wird zwar effizienter, aber auch wieder viel persönlicher.“ Die Mitar-beiter müssten dafür über Sozialkompetenz und Empathie verfügen – und Social Me-dia und IT-affin sein, denn „irgendjemand muss ja auch die Roboter betreuen kön-nen“, meint Thomas Allemann. Viele Hotels sind vorsichtig bei Hotel 4.0. Darunter auch 25 Hours, der Branchentrendsetter. CEO Christopher Hoffmann meint: „Bei aller Di-gitalisierung sollte der gesunde Menschen-verstand nicht verloren gehen. Technik muss Prozesse vereinfachen und sie nicht komplizierter machen. Roboter wird es bei uns so schnell nicht geben.“ In den USA setzt sich unterdessen gerade ein gegenläufiger Trend durch. Immer mehr Luxushotels positionieren sich als digitale Detox-Oasen. Sie werben mit garantiertem Funkloch, fehlender IT-Anbindung, dafür mit verstärktem personalisiertem Service. Ein analoges Horror-Szenario für Mario, den Hotelroboter. Die Gäste sollen schon beim Frühstück ein entspanntes Lächeln auf dem Gesicht haben – und das, ohne, dass deswegen irgendeine Lampe die Farbe ändert. Florian Maaß In der letzten Folge geht es um die maßgeb-lichen Trends für den Service aus HR-Sicht. Zutritt zu Ihrem Hotel und zu Ihren Gastzimmern – ohne Rezeption • Zum Check-In erhält Ihr Gast – direkt auf sein Mobiltelefon – einen für seinen Buchungs-zeitraum gültigen PIN-Code, den er einfach am Eingang und am Zimmer eingibt. • Mit dem weltweit zum Patent angemeldeten temporären Gäste Code organisiert SAFE-O-TRONIC® access die Nutzung Ihrer Gastzimmer, Ferienwohnungen oder Boardinghäuser – mobil, sicher und bequem. talen Innovationen sind die deutschen Gäs-te vergleichsweise zögerlich. Motel-One- Chef Dieter Müller meint: „Die deutschen Gäste sind noch nicht sehr online-affin. Bei uns buchen bisher 50 % der deutschen Gäs-te mobil oder online, in UK sind es 90 %.“ Hotel-Roboter will laut Umfragen nur jeder siebte Deutsche. Über das Notwendige hi-nausgehende Daten möchte kaum jemand mit dem Hotel teilen. Der digitale Zimmer-schlüssel – in den USA bald Standard – stößt bisher auf wenig Begeisterung. Schon aus Sicherheitsbedenken. Doch die Marriott- und Hilton-Häuser werden ihn bald auch bei uns einführen. Motel One erprobt ihn in München City-Süd, denn Dieter Müller ist sicher: „Es wird bald Industriestandard sein.“ Ein Kriterium bei der Buchung ist bisher nur Hotel 2.0. Ein guter Internetzugang sollte gegeben, Online-Buchung in jedem Fall möglich sein, und der Gast sollte die Zim-mer bei der Buchung wählen können. Spür-bare Erleichterung für Hotelmitarbeiter und Gäste bringt der mobile Check-in. Hotel- Apps helfen bei Check-in und Check-out, und können außerdem als Zimmerschlüs-sel dienen. Des Weiteren können sie den Empfangsmitarbeitern beim Eintritt des Gastes dessen Namen und Vorlieben ver-raten – sofern dieser sie vorher eingegeben hat. Experten wie Miriam Tänzer von Bit-kom empfehlen hotelübergreifende Apps statt der konzerneigenen Lösungen. Die deutsche App Conichi wird bereits von 150 Hotels genutzt. HRS ist einer der Inves-toren und pusht die deutsche App, dadurch hat sie bereits potenziell 23 Mio. User. Die SAFE-O-TRONIC® access Mobile-Check-In PIN #1234 www.sag-schlagbaum.com trend


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