Page 6

Schulverpflegung_03_2013

Larissa Nubert Redakteurin Editorial Zwischenzeugnis Bevor wir ins neue Schuljahr starten, ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen – und zwar des Erfolgs. Im Oktober findet der 7. Deutsche Schulverpflegungskongress statt. Die Vernetzungsstellen Schulverpflegung feiern mehrjähriges – in Bayern sogar fünfjähriges – Bestehen. Der mittlerweile nationale Tag der Schulverpflegung geht im Herbst u. a. in Baden-Württemberg ebenfalls in die fünfte Runde. Nicht zu vergessen: Die Schulverpflegung gibt es bereits im 8. Jahrgang. Keine schlechte Bilanz! Stolz können wir alle auch über die rasanten Fortschritte in letzter Zeit sein. Vor Jahren wäre die Schulverpflegung mit Sicherheit „ sitzengeblieben“. Doch mittlerweile hat sich vieles geändert. Das Bun-desministerium hat die Förderung der Vernetzungsstellen für die nächs-ten drei Jahre zugesichert – gerade noch „ausreichend“. Leider „unge-nügend“ hingegen ist noch immer das, was die Politik tut. Immerhin ist die Mehrwertsteuerdiskussion im Gange, doch bisher ohne greifbaren Erfolg – „befriedigend“ ist das noch lange nicht. Es gibt aber auch Positi-ves: Nicht zuletzt dank Promis wie Stefan Marquard (s. S. 8) und Johann Lafer ist die Schulverpflegung in der Öffentlichkeit präsent. Das ist „gut“. Welche Note Sie Johann Lafer für sein Modellprojekt food@ucation geben (s. S.14), können Sie auf unserem Kongress selbst entscheiden, denn er stellt sein Konzept vor Ort vor. Dass die Schulverpflegung in einzelnen Fällen wirklich schon „sehr gut“ funktioniert, zeigen Erfolgs-geschichten wie die Schule in Marburg-Biedenkopf (s. S. 40) mit einem modernen Abrechnungssystem oder die Gesamtschule Espenstraße in Mönchengladbach, die auf eine Zertifizierung vertraut (s. S. 32). Einzel-ne Lichtblicke ergeben aber noch keine Erleuchtung. Das Fazit im Zeugnis lautet: „Hat sich redlich bemüht“. Sorgen wir da-für, dass daraus in den nächsten Jahren ein „mit Erfolg bestanden“ wird. Auf ein neues Schuljahr mit Ihnen freut sich Larissa Nubert Redakteurin Schulverpflegung Dr. Michael Polster, Vorsitzender DNSV Qual der Wahl Dem Zeitgeist folgend will man uns weismachen, dass materieller, zählbarer Erfolg, Applaus, Ansehen und Macht wichtiger seien als gesunde, menschengerechte, biologische und köstliche Ernährung. Diese Überzeugung hat Folgen – erst recht bei Kindern und Jugendlichen. Am 22. September haben Sie nun die Chance, denjenigen Ihr Man-dat zu geben, die Ihrer Meinung nach die richtigen Konzepte dafür anbieten. Das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung (DNSV) hat einen Blick in die Wahlversprechen der politischen Parteien im Deutschen Bundestag geworfen (www.gastroinfoportal.de/Wahlversprechen). Als Basis dienten die Wahlprüfbausteine des DNSV. Vieles gleicht sich, aber die Wege und Ansprüche sind sehr unterschiedlich. Man ist sich einig, dass eine gute Schulverpflegung nach dem DGE-Qualitätsstandard einen wichtigen Beitrag zur Ernährung von Schulkindern leistet, von dem alle profitieren sollten. Dementsprechend soll der DGE-Standard für die Schulverpflegung die Grund-lage eines umfassenden Ernährungskonzepts an Schulen bilden, das nicht nur die Mittags- und Zwischenverpflegung, sondern auch die Ernährungsbildung umfasst. Zudem will man, dass die Verbraucher-bildung an den Schulen frei von wirtschaftlichen Interessen ist und unternehmensunabhängig die erforderlichen Kompetenzen vermittelt werden. Eine fachlich und didaktisch qualifizierte Aus- und Fortbildung von Lehr- und Erziehungskräften in allen Themenfeldern der Verbrau-cherbildung sei daher notwendig. Machen Sie aus den Versprechen reale Politik, gehen Sie wählen, auch wenn, wie Kurt Tucholsky einmal sagte, die „Wahl der Rummelplatz des kleinen Mannes ist“. Wählen Sie eine optimale und gesunde Schulverpflegung! Michael Polster 1. Vorsitzender Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V. (DNSV) vorsitzender@schulverpflegungev.net 4 Schulverpflegung 3/2013


Schulverpflegung_03_2013
To see the actual publication please follow the link above