Page 43

Schulverpflegung_03_2013

Zertifizierung der Hochschule Niederrhein drei Kochmützen erhalten. Die Umsetzungsphase Auf Empfehlung der Hochschule Nie-derrhein wurde als Schulessenslieferant zunächst Sodexo gewonnen. Nach dem ersten erfolgreich abgeschlossenen Pro-jektjahr ging der Liefervertrag auf Integral, den Caterer vor Ort, über. Ursache dafür war, dass sich Sodexo aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nur dann für eine weite-re Zusammenarbeit ausgesprochen hätte, wenn sich die Zahl der Schüler, die an der Mittagsverpflegung teilnehmen, deutlich erhöhen würde. Gemeinsam mit Integral hat der Landkreis eine Marktanalyse zur Schulverpflegung durchgeführt, Referen-zen und Angebote eingeholt und basierend darauf eine neue Ausschreibung veranlasst. Die Leistungsbeschreibung für 300 Essens-teilnehmer beinhaltete u. a. die Verpfle-gungsform Cook & Chill, einen Essensaus-gabepreis von 3,50 E, keine Vorbestellung, zwei Menülinien – darunter eine vegetari-sche – sowie die Einhaltung von Umwelt-gesichtspunkten wie fair gehandelten oder gentechnikfreien Produkten. Das optimals-te Angebot bei voller Erfüllung aller Vorga-ben gab der Caterer Dussmann Service ab. Vertreter von Integral und des Landkreises besuchten auch die Produktionsküche in Frankfurt/Main, um sich vor Ort von der Produktion einschließlich der Lebensmittel-versorgung und -lieferung zu überzeugen. Das Tagesgeschäft Dussmann Service liefert das Essen im Rahmen seines Konzepts CoolCOOKING – ein eigenes spezielles Ernährungskon-zept für die Schulverpflegung – aus seiner Produktionsküche in Frankfurt/Main, das Integral-Küchenteam kümmert sich um die Regenerierung und die Endzubereitung für die 125 Schüler, die täglich am Mittagessen teilnehmen. Insgesamt besuchen 750 Schüler die Schule. Das Konzept ba-siert auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Ernährung von Kindern und Jugendlichen. In den Vormit-tagsstunden gibt es in der Mensa in der Gesamtschule Niederwalgern zusätzlich ein Kioskangebot. Ursula Timmermann- Hanelt, Abteilungsleiterin bei Integral und seit mehreren Jahren für die Schulverpfle-gung zuständig, ist mit dem Angebot von Dussmann Service sehr zufrieden, denn die angebotene gute Qualität sichert nicht nur eine gesunde Schulverpflegung, das Essen schmeckt auch lecker und ist abwechs-lungsreich, was für die Schüler sehr wichtig ist. Integral als Tochterunternehmen des Landkreises betreut 18 Schulen und eine Cafeteria im Landratsamt. An 38 Schulen im Landkreis wird eine Mittagsversorgung angeboten. Für die Zukunft sieht sie noch weiteres Entwicklungspotenzial. Die Schü-ler sollten das Angebot zum Mittagessen noch viel stärker nutzen und das gesunde Essen müsse Bestandteil der Schulkultur werden. Die Zeiten der Hausmeister-Kioske seien endgültig vorbei und man gang mit Lebensmitteln fehle. „Eine Steige-rung der Essenszahlen ist daher eines der Ziele, die der Landkreis verfolgt“, betont Patrick Gerber vom Fachbereich Schule und Gebäudemanagement beim Landkreis (s. Link u.). Ein weiteres Ziel sei aber auch, das Thema gesunde Ernährung im Schulalltag zu etablieren, denn man wolle, dass mehr als 20 % der Schüler dieses gute Verpflegungsangebot nutzen. Mit Dussmann Service habe man dabei einen kompetenten Partner gefunden, der die Anstrengungen des Landkreises unterstützt. dmp Mehr zu diesem Projekt und das Interview mit Patrick Gerber, Fachbereich Schule, lesen Sie auf: www.gastroinfoportal.de/marburg. ➘ hat erkannt, dass es Kindern, oft auch den Eltern, einfach an Kompetenzen im Um- Unkomplizierte Lösung Herr Morr, welche Vorteile bringt das bargeldlose System in der Praxis? Wir waren auf der Suche nach einer unkomplizierten Lösung, mit der wir unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Es ist keine Vorbestellung nötig – und auch Spontanesser sind möglich. Bei uns in den beiden Schulen essen auch Kinder von Hartz IV-Empfängern oder etwa von Empfängern von SGB XII-Leistungen, die einen Zuschuss über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten und nur 1 E pro Mittagessen bezahlen. Durch das bargeld-lose Küchentechnik Bezahlen fällt dieser Unterschied nicht auf und alle Kinder können gleich behandelt werden. Wie kam die Zusammenarbeit mit dem Unter-nehmen RWSoft zustande? Wir mussten lange suchen, bis wir ein Unterneh-men gefunden haben, das unsere Ideen umsetzt. Der Kontakt zu RWSoft kam über eine Ausschrei-bung zustande. Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist das bargeldlose System im Einsatz und wir sind sehr zufrieden, denn es funktioniert einfach und gut. Wir können uns grundsätzlich vorstellen, das System in weiteren Schulen zu integrieren. Danke für das Gespräch. lan Zusammen mit dem Unternehmen RWSoft hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf ein bargeldloses Bezahlsystem entwickelt. In den Schulen in Niederwalgern und Gladenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf müssen die Schüler nicht Wochen im Voraus wissen, was sie essen wollen – sie entscheiden sich jeden Tag spontan. Der Bezahlvorgang läuft bargeldlos über einen Chip ab, den die Eltern mit einem bestimm-ten Betrag aufladen. Mit diesem Chip-Anhänger identifizieren sich die Schüler am Eingang der Mensa am Drehkreuz und erhalten Einlass – zeit-gleich wird automatisch der Betrag für das Mittag-essen von dem Chip abgezogen, denn alle Gerich-te kosten gleich viel. Auch die Pausenverpflegung wird bargeldlos über den Chip abgewickelt. „Auf Wunsch der Eltern können wir den Geldbetrag, der den Schülern täglich zur Verfügung steht, auch limitieren“, erklärt Thomas Wegener, Geschäfts-führer von RWSoft, der das System entwickelt hat. Zwei Fragen an: Dr. Markus Morr Presse- und Kulturreferent des Landkreises Marburg-Biedenkopf Fotos: Polster, privat 41 3/2013 Schulverpflegung


Schulverpflegung_03_2013
To see the actual publication please follow the link above