Desserts: Kreativ - statt Einheitslook

Schulverpflegung_03_2013

Kreativ – statt Einheitslook Warum Desserts als Zufriedenheitsfaktor so wichtig sind, und wie pfiffige Nachspeisen auch mit knappen Budgets gezaubert werden können. Desserts spielen in der Schulverpfle-gung noch immer eine untergeord-nete Rolle. Caterer und zuliefernde Profiküchen berichten, dass Süßspeisen oft nicht zum Leistungsumfang gehören. „Natürlich könnten wir unsere Schulen mit Desserts beliefern“, sagt Gerald Wüch-ner, Küchendirektor des Verbundklinikums Landkreis Ansbach, der mit seinem Team u. a. die Schüler des Reichsstadt-Gymnasiums mit Mahlzeiten versorgt. „Doch das Angebot ist nicht gefragt.“ Zwischen 70 und 90 ct würde sich der Menüpreis erhö-hen, wenn Desserts mitgeliefert wür-den. Für die Schulen ist das offenbar zu viel, deshalb verzichten sie. Manche Ausgabeküchen küm- Im eigenen Betrieb der Kurt-Tucholsky Gesamtschule lässt der Preisdruck ebenfalls nicht viel Spielraum für kulinarische Höhen-flüge im Dessertbereich. Dennoch achtet Thomas Hus auf die Optik seiner Nachspei-sen, variiert mit Schokostreuseln, Frucht-würfelchen und Vanille- oder Schokosau-cen. „Das Auge isst mit“, sagt er. „Zur Qualität der Speisen gehört auch ein appe-titliches Aussehen.“ Seit dreieinhalb Jahren ist die Mensa der Schule mit drei Kochmüt-zen der Hochschule Niederrhein zertifiziert, trägt ihre Bestnoten für Speisen-, Hygiene- und Servicequalität mit Stolz und weiß, was sie ihren jungen Gästen schuldig ist.   Highlights mit Geschmack Die Convenience-Industrie unter-stützt Betriebe der Schulverpfle-gung nicht nur mit preiswerten Dessertprodukten: Ein Beispiel ist das Unternehmen Dr. Au-gust Oetker Nahrungsmittel, das seinen Kunden mit Re-zepten und attraktiven Anrich-tetipps Service-Mehrwerte bietet. Ob Pizza-Pudding oder Spaghetti- Mousse – die Ideen in den Foldern sind kindgerecht und auch in der Schulverpflegung leicht umsetzbar. „Kinder sprechen – wie erwachsene Tisch- Fotos: Gymnasium Tegernsee, Dr. Oetker Food-Service Eyecatcher: Götterspeise mit Vanillesauce. mern sich selbst um den süßen Abschluss und bieten gelegentlich Eis, Pudding oder Obst an. Viel Aufwand können sich die Ausgabekräfte nicht leisten, denn Zeit und Geld sind in der Schulverpflegung ein knappes Gut. Auch Thomas Hus, Verpflegungsbetriebs-wirt und Betriebsleiter des Mensavereins der Kurt-Tucholsky Gesamtschule in Min-den, kennt die Zwickmühle: „In unserer eigenen Schule gehören Desserts selbst-verständlich zum Tagesangebot“, sagt er. „Doch viele unserer Kunden, die wir täglich mit rund 2.000 Essen beliefern, bestellen den Nachtisch – offenbar aus Sparzwängen – ab.“ Für das Dessertangebot gibt es in der Küche des Mensavereins einen festen Plan. Montags steht Obst auf dem Programm, dienstags und donnerstags Joghurt, mitt-wochs Pudding und freitags Speiseeis. Für den externen Verkauf werden die Dessertkomponenten vakuumiert geliefert und vor Ort portioniert und angerichtet. „Die Nachspeise ist ein Zufriedenheitsfaktor. Sie ist der letzte Eindruck, den der Gast mitnimmt und deshalb kein Randprodukt.“ Rolf Ziesing, Tegernseer Gymnasium Schulverpflegung 3/2013 Desserts


Schulverpflegung_03_2013
To see the actual publication please follow the link above