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Schulverpflegung_01_2013

Kommentar Prominente Zugpferde Larissa Nubert Redakteurin Deutsche Spitzen- und Fernsehköche scheinen eine neue „Passion“ gefunden zu haben: die Schulver-pflegung. Mit Engagement und Herzblut setzt sich z. B. Tim Mälzer in der Aktion „Klasse, kochen!“ für mehr Schulküchen in Deutschland ein, Promi-Koch Kolja Kleeberg vermietet kleine Kräutergärten an Berliner Schu-len oder Christian Rach deckt in seinem TV-Format scho-nungslos die realen Zustände deutscher Schulmensen auf. Auch für diverse Schulveranstaltungen sind Köche zu begeistern, kreieren liebevoll kleine Gerichte ihrer Gourmet- Speisekarte, schmieren gesunde Pausenbrote mit den Kindern, geben Kochkurse oder klären Schüler über Ernährungsfragen auf. Nicht zu vergessen: dem Deutschen Netzwerk Schul-verpflegung e.V. (www.schulverpflegungev.net) steht gleich eine Reihe von Sterneköchen als Paten zur Seite, von Heinz Winkler über Johann Lafer und Mirko Reeh bis Ronny Pietzner und Tim Raue. Sie alle stehen mit ihrem Namen hinter dem Ansatz, die Qualität der deutschen Schulverpflegung zu verbessern. Gehört die deutsche Schulverpflegung in die Hände von TV- und Sterneköchen? Braucht das Schulrestaurant der Zukunft eine Speisenauswahl wie im Gourmet-Restaurant? Zubereitet von Personal, das zwar hochqualifi-ziert ist, aber keine Berührungspunkte mit der Zielgruppe hat? Erwarten das die Schüler? Und sind die Eltern wirk-lich bereit, dafür zu zahlen? Wohl kaum! Vom Windschatten profitieren Die Schulverpflegung braucht eigentlich keine Promi-Köche, denn letztendlich ist die Qualität entscheidend – und dafür kann sowohl der Metzger um die Ecke, ein großer Caterer, ein No-Name- oder ein Sternekoch sor-gen. Aber dennoch ist der Einsatz der Promi-Köche zu be-grüßen. Egal, ob Tim Mälzers Schulküchenprojekt, Kolja Kleebergs Kräutergärtern oder Johann Lafer, der im ver-gangenen Herbst – mit viel Tamtam – gleich mit einem gesamten Mensakonzept in die Branche eingestiegen ist: Ist die deutsche Schulverpflegung ein Fall für TV- und Sterneköche? All diese Aktionen können als Vorbild gelten. Natürlich lie-fern sie keine flächendeckende Lösung, sind kaum auf die breite Masse übertragbar und viele dieser sporadischen Aktionen haben wenig mit dem realen Tagesgeschäft der Schulverpflegung zu tun. Doch sie alle zusammen können als kleiner Schritt auf dem Weg einer gesünderen Schul-verpflegung gesehen werden. Medienpräsenz unterstützt Umdenken Es geht letztendlich um den Aufwind, den Versuch einer „Revolution“ (egal, ob im Kleinen oder im Großen) und natürlich die breite Medienpräsenz, die diese prominen-ten Namen mit sich bringen. Durch ihre Unterstützung bekommt die Schulverpflegung in Deutschland endlich eine Stimme, die immer lauter wird und von der wir alle profitieren. Larissa Nubert Redaktion Schulverpflegung Besuchen Sie uns: didacta: Köln, 19.-23.2.2013, Halle 6.1, Stand C 091 Deutscher Schulleiterkongress: Düsseldorf, 7.-9.3.2013 Internorga: Hamburg, 8.-13.3.2013, Halle A4, Stand 425 sowie Halle B4.EG, Stand 005 4 Schulverpflegung 1/2013


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