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Schulverpflegung_01_2013

Geschützter Geschmack Bereits Anfang der 1990er-Jahre, als Agnes Ziegleder-Weiß zwei grund-schulpflichtige Kinder hatte, ärgerte sie sich über die Müllberge an der Schule, die allein durch die Getränkeverpackungen entstanden. „Wir haben einmal eine Woche lang die Verpackungen gesammelt, um das deutlich zu machen“, erzählt sie. „Es war ein Berg aus Tetrapaks und Alu-Dosen.“ Da die Mutter ohnehin eine Verfechterin von Glasflaschen ist, war die Grundidee einer transportsicheren Glasflasche für die Schulpause geboren. Eingepackt in eine bruchsichere Hülle und einen bunten Stoff, sprach die Flasche auch optisch Kinder an. „Als meine Kinder mit der Flasche in die Schule kamen, wollten alle anderen auch so eine. Für viele Freun-de habe ich dann daheim Stoffhüllen genäht“, erinnert sich Agnes Ziegleder- Weiß. Bald war die Nachfrage so groß, dass sich daraus eine Geschäfts-idee entwickelte. Heute arbeitet Tochter Magda-lena in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens mit. Der Unternehmensname „Emil-die Flasche“ entstand spontan: „Wir stan-den mit der Flasche in einer Gruppe von Kinder, da sagte eines: ‚Das ist der Emil‘. Der Name ist bis heute geblieben“, erzählt die Geschäftsführerin. Neben der 0,4-l-Flasche, die vor allem in Schulen im Einsatz ist, gibt es auch eine klei-ne 0,3-l- und eine 0,6-l-Flasche für größe-re Kinder und Erwachsene. Für die textile Verpackung stehen rund 20 Motive zur Verfügung. www.emil-die-flasche.de Frühstück to go Ihre eigenen Kinder brachten Agnes Ziegleder-Weiß auf die Idee, eine wiederbefüllbare, transportsichere Pausenflasche aus Glas zu erfinden – eine Idee, die zu einem erfolgreichen Familienunternehmen führte. Drei Fragen an... ...Agnes Ziegleder-Weiß, Geschäftsführerin Emil-die Flasche Welche Vorteile hat die Schul-flasche gegenüber anderen Verpackungslösungen? Aus PET-Kunststoffflaschen kann sich Acetaldehyd lösen, aus der Innenbe-schichtung von Aluminiumflaschen können Weichmacher gelöst werden. Nur Glas hält diesem Lösungsvermögen zu 100 % stand – und führt folglich auch zu keinen Geschmacksirritationen. Eingefüllt werden können alle Heiß- oder Kaltgetränke. Da diese Flaschen vor allem in Kindergärten- und Schultaschen gepackt werden, war unser Anspruch von Anfang an, dass der Verschluss absolut dicht hält – das konnten wir erfüllen. Ein weiterer Vorteil: Die Glasflaschen sind schnell und hygienisch zu reinigen, z. B. mit Wasser und Spülmittel sowie ggf. einer Spülbürste – oder sie wandern in die Spülmaschine. Birgt Glas keine Bruchgefahr? Natürlich stieß meine Idee, Glas in die Schule zu bringen, aufgrund der Verletzungsgefahr zuerst auf Kritik. Also mussten wir das Glas „verstecken“ bzw. verpacken. Bis wir hierfür das richtige Material hatten, dauerte es. Zuerst war der Becher zu weich und ist gebrochen. Heute umschließt ein Thermobecher aus ge-schäumtem Polypropylen (PP), wie es auch in der Automobilbranche im Einsatz ist, die Glas-flasche. Dieses Material ist lebensmittelecht, recycelbar und absolut bruchsicher. Für welche Zielgruppen eignet sich Emil- die Flasche? Unsere ursprüngliche Zielgruppe waren Kin-dergärten und Schulen. Zuerst konnten die Flaschen nur über Sammelbestellungen bei den Kindergärtnerinnen geordert werden, dann kam ein kleines Geschäft im Ort hinzu, gefolgt vom Einzelhandel. Heute beliefern wir auch den Großhandel. Neben Kindern und Jugend-lichen finden auch immer mehr Erwachsene Gefallen an der Flasche. Kindergärten und Schulen gehören aber nach wie vor zu unseren Stammkunden und bekommen Rabatte. Herzlichen Dank für das Gespräch. lan „Aus PET-Kunststoffflaschen kann sich Acetaldehyd lösen, nur Glas hält diesem Lösungsvermögen zu 100 % stand.“ Agnes Ziegleder-Weiß, Geschäftsführerin Fotos: Emil-die Flasche Magdalena (l.) und Agnes Weiß 32 Schulverpflegung 1/2013


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