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Schulverpflegung_01_2013

Fotos: Nubert Ob Haupt- oder Wokgericht, Pizza oder Pasta – in der Mensa wird jeder satt. Freie Auswahl in beliebigen Mengen – so kommt auch die Salatbar gut an. Auf der Suche nach dem perfekten Verpfle-gungskonzept stieß die Studiendirektorin auf viele schicke, aber nahezu leere Men-sen. Die Gründe für die mangelnde Akzep-tanz sieht sie in großen, zentralen Caterern und der Vorbestellung. Fündig wurde die Ganztagsschulleiterin schließlich in der Offenen Schule Kassel-Waldau: Speisen in Bio-Qualität über Free Flow-Inseln, ohne Vorbestellung. Damit stand auch für die IGS Mainz-Bretzenheim das Konzept fest. Wie in Kassel-Waldau übernimmt der Bio-Cate-rer biond die Verpflegung. „Auf die Frage, wie die perfekte Schulverpflegung aussieht, sagte einmal ein Schüler zu mir: ‚Wie im Urlaub in der Türkei. Jeden Tag All-you-can- eat am großen Buffet.’ Dieses Konzept haben wir verwirklicht“, erläutert biond- Gründer Dr. Harald Hoppe die Philosophie. „Wir liefern ca. 70 bis 75 % Cook & Chill- Produkte unter Vakuum verpackt an, ca. 25 % werden in der Küche regional und frisch zubereitet, die restlichen 5 % sind TK-Produkte – alles in Bio-Qualität.“ Das Mit-tagessen kostet die Eltern einen Eigenanteil von 2,93 E – ergänzt von einem Zuschuss des Schulträgers und des Mensavereins.   Unterstützung gewünscht „Ein solches Konzept funktioniert nur, wenn man am Personal sparen und auf Ehren-amtliche setzen kann“, weiß Mechthild Groß-Forst. „Alle Eltern sind aufgefordert, in der Mensa zu helfen, z. B. an der Kasse oder beim Spülen.“ Das Konzept geht auf: Ein Vater sitzt heute z. B. am Mensaeingang und scannt den Barcode der Schülerauswei- Markenschaufenster Kaffeemaschinen Melitta SystemService Ihr Systempartner für die Kaffeeversorgung Zechenstr. 60 • 32429 Minden www.melittasystemservice.de Tel.: 0571 50 49 0 • info@mss.melitta.de Bestell- und Abrechnungssysteme Bio-Catering se, durch die sich die Schüler als Mensagäs-te registrieren. Ein weiterer Vater steht in der Spülküche. „Ich bin gern hier – so ein- bis zweimal im Monat“, sagt der selbststän-dige Architekt. „Das geht zeitlich auch gut zwischen zwei Terminen – wie heute.“ Um die Akzeptanz zu steigern, werden auch die Schüler als „Mensascouts“ integriert, sie hel-fen z. B. beim Abräumen oder wischen die Tische ab. Dass die Kinder durch das unbegrenzte An-gebot Gefahr laufen, dick zu werden, kann Dr. Harald Hoppe nicht bestätigen. „Unse-re Nachforschungen haben ergeben, dass unser Konzept in der Praxis die Schüler so-gar zu einer gesünderen Ernährung führt“, sagt er, „wenn sie mindestens dreimal die Woche in der Schule essen.“ Zuerst würden nur Pizza und Pasta favorisiert werden, mit der Zeit wachse der Anteil an Salat-, Wok- und Gemüseportionen sowie anderen Hauptgerichten kontinuierlich an. Dass das Konzept bei den Schülern gut ankommt, kann Mechthild Groß-Forst nur bestätigen: „Nach der Neueröffnung kamen Schüler zu mir und meinten: ‚Das ist keine Kantine hier. Das ist ein Schulrestaurant!’“ lan In der Ausgabe 4/2012 berichteten wir unter dem Titel „Bio verfehlt Nachfrage“ über das Burkhart-Gymnasium in Mallersdorf-Pfaffenberg. Die IGS zeigt, dass Bio doch geht. Wie sind Ihre Erfahrungen? www.gastroinfoportal.de/Bio-SV 1/2013 Schulverpflegung 27


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