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Schulverpflegung_01_2013

Fotos: menuandmore, privat schnelle Ausschreibung rächt sich, denn hinterher braucht man zu viel Zeit, um die Pannen wieder auszubügeln.“ Typische Situationen, die so eintreten können: Der Schulträger möchte in der neuen Mensa zwar möglichst viele frisch gekochte Spei-sen anbieten, aber die Küche verfügt gar nicht über die nötigen Kapazitäten. Oder das Schulessen erhält keine oder nur ge-ringfügige Subventionen, und der anvi-sierte Caterer kann zu den Menüpreisvor-stellungen des Schulträgers nicht arbeiten. Lange Gesichter gibt es auch, wenn der Caterer mit unrealistischen Zahlen gelockt wurde und schon bald feststellen muss, dass nicht geplante 600 Schüler zum Essen kommen, sondern gerade einmal 150. Hand in Hand Der erste Schritt einer erfolgreichen Caterer- Suche ist der runde Tisch mit allen Be-teiligten. Die Basis allen Handelns ist die Definition eines gemeinsamen Ziels: Was wollen wir? Und lässt sich das, was wir wollen, auch mit unseren Mitteln errei-chen? Neben einer gründlichen Bestands-analyse gilt diese Grundsatzfrage auch für bestehende Schulmensen, die vor einem Wechsel stehen. Eine Brennpunktschule kämpft mit anderen Herausforderungen als eine Privatschule, an der Eltern auch einen höheren Essenspreis zahlen können. Wich-tig ist ein roter Faden, der sich durch das gesamte Konzept zieht. Jede Schule ist in-dividuell, deshalb muss letztlich auch eine Ausschreibung auf die (realistischen) Be-dürfnisse der Schule maßgeschneidert sein. Eine „Standard-Ausschreibung“ aus der Schublade gibt es für die Schulträger nicht. Sabine Chilla empfiehlt, schon in der frühen Planungsphase einer Mensa die Fühler nach einem geeigneten Caterer auszustrecken. Welche Anbieter gibt es vor Ort? Welche im Umkreis von ca. 40 km? Mit Dienstleis-tern persönlichen Kontakt aufzunehmen, ist immer hilfreich, denn man erfährt mehr über deren Profil, Verpflegungsphilosophie Leistungsverzeichnis-Generator Der Leistungsverzeichnis-Generator der Vernetzungs-stelle Schulverpflegung Bayern bietet die Möglichkeit zu einer schnellen und unkomplizierten Erstellung eines Leistungsverzeichnisses auf der Grundlage der Quali-tätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Kommunale Sachaufwandsträger und Schulen bekommen so eine umfassende, ernährungs- und rechtswissenschaftlich fundierte, internetbasierte Ausschreibungshilfe für Schulverpflegungsangebote. www.schulverpflegung.bayern.de/fachinformationen/ organisation/014350/index.php Nutzwertanalyse Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Rheinland-Pfalz hat mit Prof. Dr. Margot Steinel von der Hochschule Anhalt eine Online- Anwendung entwickelt, die die Durchführung einer Nutzwertanalyse erleichtert. Eine PDF-Datei dokumentiert den Entscheidungsprozess, sodass der wirtschaftlichste Bieter (nicht der billigste) für alle kontrollierenden Behörden nachvollziehbar ist. www.schulverpflegung.rlp.de (Rubrik Leistungsverzeichnisse). Vgl. auch: Schulverpflegung Ausgabe 3/11, S. 12f. und Möglichkeiten. „Manch einer, der bis-her nur als Warmverpfleger bekannt war, liefert vielleicht seit Kurzem auch Cook & Chill-Komponenten aus“, nennt die Berate-rin ein Beispiel. Auch die Caterer sind dank-bar, wenn sie die Schule schon im Vorfeld kennenlernen. Die Fachfrau rät, für die Zeit „Warum wir uns bei der Suche nach dem richtigen Schulverpflegungskonzept professionell beraten lassen? Ganz einfach: Wir schlafen bei 2 Mio. E Inves-titionskosten bedeutend ruhiger! Es geht um 750 Schüler, die in der Realschule Willsbach zu Schuljahresbeginn 2014/2015 in möglichst gro-ßer Zahl gerne zum Essen kommen sollen. Es ist nicht die erste Schulmensa, die wir einrichten, doch diesmal wollen wir möglichst alles richtig machen. Wir sind erfahrene Verwaltungsfachkräfte, aber keine Schulverpflegungsprofis. Ob es um Ka-nalarbeiten oder Wasserrohre geht – für alles werden Fachingenieure hinzugezogen. Warum sollte man bei etwas so Wichtigem wie dem Schulessen ohne Beratung auskommen? Seit einigen Monaten unterstützen uns Sabine Chilla und der beauftragte Architekt dabei, ein passen-des Verpflegungskonzept für die Realschule zu entwickeln. Unser Ziel ist ein realitätsbezogenes „Flexibel bleiben“ Jochen Dicht, Hauptamtsleiter der Gemeinde Obersulm, über die Vorteile einer professionellen Beratung bei der Caterer-Suche: 17 Konzept, das auch in zehn Jahren genügend Flexibilität bietet, um an veränderte Ansprüche und Verpflegungssysteme angepasst werden zu können. Schüler weiterführender Schulen sind anspruchsvoller als Grundschüler oder Kindergartenkinder. Es genügt nicht, einfach nur ein Mittagessen anzubieten. Die Gestaltung der Mensa, das Angebot – all das muss den Ge-schmack der Jugendlichen treffen, sonst gehen sie lieber zum Bäcker um die Ecke und unsere Investitionen wären verpufft. Mit Hilfe von Sabine Chilla suchen wir einen Caterer, der die Wünsche von Schülern, Eltern und dem Schulträger bestmöglich erfüllt. Sie kennt die Branche und die Möglichkeiten und weiß, wie geeignete Lösungen aussehen müssen. Um das Bewerber-feld nicht zu sehr einzuschränken, verzichten wir auf einen detaillierten Forderungskatalog in der Ausschreibung und legen uns auch nicht auf ein konkretes Verpflegungssystem fest. Wir möchten zunächst einmal offen und flexibel bleiben.“ Caterer 1/2013 Schulverpflegung


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