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GVmanager_06_07_2016

Foto: privat einem Konsortium „Made in Germany“, dem die Technikhersteller Silex, Meiko und MKN angehörten, die Gründung einer Hotelfach-schule in Erbil im kurdischen Nordirak voran. Wegen der IS-Terrormiliz wurde diese inzwi-schen allerdings geschlossen. Am gleichen Ort unterstützte er einen seiner ehemaligen Hauptfeldwebel beim Aufbau eines Restau-rants, in dem heute Gäste aus der Ölindustrie, aber auch zahlreiche Kurden deutsche Spezia-litäten und auch deutsches Bier genießen. Seit 2010 ist er zudem Mitglied des Senior Experten Service (SES) und absolviert zwei bis drei Einsätze im Jahr. „Ich möchte mein Wissen weitergeben“, begründet er. „So war ich be-reits in Bulgarien, der Mongolei, der Westukra-ine und auch in Turkmenistan im Einsatz, um dort je drei bis vier Wochen mit angehenden Köchen zusammenzuarbeiten.“ Die Schwer-punkte seiner ehrenamtlichen Lehrtätigkeit: Verbesserung der Hygiene und Vermittlung europäischen Küchenstandards, bei gleichzei-tiger Bewahrung der regionalen Esskultur. Die Umstände in den Ausbildungsküchen sind alles andere als ideal. „32 Jugendliche und eine alte, primitive und oft defekte Küchentechnik – da muss ich häufig improvisieren.“ Der Enthusi-asmus der Schüler, die jedes seiner Worte und Tätigkeiten mitschreiben, treibt ihn an. Und dass die gesamte Ausbildungsklasse am Flug-hafen auftauchte, um ihn als Gastlehrer zu ver-abschieden, rührt ihn noch immer. Die Familie hat sich indes längst an seine regelmäßigen Reisen gewöhnt. „Schon zu ak-tiven Berufszeiten war ich fast 300 Tage im Jahr nicht zuhause“, sagt er. „Es wäre für meine Frau vielleicht schwer auszuhalten, wenn ich heute nur noch daheim hocken würde. So, wie es nun ist, sind wir alle glücklich!“ Karl-Heinz Westenhöfer, ehemaliger Kü-chenleiter im Diakoniezentrum Bethes-da, ist heute ehrenamtlicher Fleischer, Senior Experte, kocht für Bedürftige und engagiert sich für Jugendliche in der Krise. Als Karl-Heinz Westenhöfer im Anschluss an seine Altersteilzeit mit 63 Jahren in Rente ging, reiste er erst einmal mit seiner Frau für drei Wochen nach Portugal. 35 Jahre Arbeit im Diakoniezentrum Bethesda in Landau la-gen hinter ihm, wo er als Küchenleiter nicht nur für die Patienten- und Mitarbeiterverpfle-gung, sondern auch für ein Café, den Kiosk und die hauseigene Bäckerei zuständig war. Der Pfälzer, wohnhaft in Annweiler, hatte keinen konkreten Plan für die Zeit „danach“. Doch als seine betriebswirtschaft-liche Erfahrung von einer Seniorenheim-gruppe gefragt war, schlug er ein. „Die fünf Häuser, jeweils mit einer eigenen Küche ausgestattet, wollten ihr Verpfle-gungskonzept ver-bessern“, erinnert er sich an seinen ersten Be-ratungsauftrag. Es lief gut, doch Karl-Heinz Westenhöfer kamen Zweifel, ob eine zweite Kar-riere als Consulter wirklich das Richtige für ihn sei. „Heutzutage geht es oft nur noch um Profit und Spareffekte, nicht um die Menschen dahinter. Das ist nicht meine Devise.“ So nutzte er zunächst die geschenkten Reit-stunden seiner Kinder. Doch leider fand der frühere Hobbyreiter im Seniorenalter auf dem Pferderücken nicht mehr sein Glück. Zum Nichtstun war er aber nicht gemacht. So be-warb er sich beim Senior Experten Service, in deren Auftrag der inzwischen 66-Jährige seither zweimal jährlich im Einsatz ist. Honorar: täg-lich 5 € in Landeswährung. Ob Weißrussland, Ukraine oder Kasachstan – es gibt viel zu tun für den Unruheständler. „Den Nachwuchskö-chen fehlt es schlichtweg an der Kochpraxis“, sagt er im Hinblick auf die Schulküchen, die noch aus der Stalin-Ära stammen. „Auch gibt es dort kein duales Ausbildungssystem und keine fachlich guten Lehrer. Schüler müssen sich ihre Materialien selbst kaufen.“ Karl-Heinz Westenhöfer engagiert sich nicht nur vor Ort, sondern setzt sich auch für einen Austausch mit deutschen Bildungseinrichtungen ein. So gelang es, die zwei Jahr-gangsbesten der Berufsschule in Odessa (Ukraine) nebst ihrem Schuldirektor und einem Dolmetscher nach Deutschland zu holen, wo sie eine Exkursion durch hie- sige Bildungseinrich-tungen machten. Auch in der Heimat-region setzt er sich ein. So hilft er inner-halb des Programms VERA (einer Unterorga-nisation des SES) Jugend-lichen z. B. nach abgebro-chener Ausbildung wieder Fuß zu fassen. Daneben kocht er einmal monat-lich für das Projekt „Der gedeckte Tisch“ des Seniorenbüros seiner Kirchengemeinde. Doch damit nicht genug: Der ehemalige Küchenlei-ter startete als „Fleischer“ noch einmal richtig durch, ehrenamtlich versteht sich, entlohnt nur mit ein paar Dosen Wurst für den Eigen-bedarf. „Für eine befreundete Familie, die eine Galloway-Zucht mit 140 Rindern betreibt und vermarktet, mache ich Fleisch- und Wurstwa-ren in Bio-Qualität.“ Dazu absolvierte er eigens Kostenlose Info-Pakete Mit je bis zu 10 verschiedenen Katalogen + Urlaubsführer mit 300 Anbietern weltweit Bitte Info-Paket(e) senden für: Bauernhof-Urlaub Wander-Urlaub Fahrrad-Urlaub Städte Familien-Urlaub Bauernhof Familie Wandern Einfach Coupon ausfüllen, ausschneiden und senden an: B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG Ridlerstraße 37 oder faxen an: 089/370 60 111 80339 München Absender: Vorname, Name: Straße, Hausnummer: PLZ, Ort: Telefon: Rad Städte Porträt


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