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GVmanager_06_07_2016

Fotos: Schönwald, Amefa Stahlwaren ist die Tellerkehle als Schiebekante geformt und läuft am Rand wieder nach innen. Wer-den Speisen gegen diesen Rand geschoben, fallen sie wie von selbst auf Gabel und Löffel. Für Menschen mit Handicaps wird das Essen wieder zur Lust ohne Last, selbst bei Parkin-son, Multiple Sklerose, Demenz, Rheuma und anderen Erkrankungen, die die Motorik ein-schränken. Für mehr Sicherheit beim Trinken gibt es ebenfalls einen unauffälligen Kniff: Die Henkel der Trinkbecher sind groß genug, um auch mit drei Fingern gegriffen zu werden. Und für Menschen mit Koordinationsschwie-rigkeiten im Hals- und Nackenbereich gibt es mit dem speziellen Nasenbecher eine stilvolle Trinkhilfe. Acht auf Farbe Selbst wenn viele Köche weißes Porzellan als Bühne für ihre Speisen bevorzugen – für die Tischkultur im Alter ist es ungeeignet. Viele Hochbetagte leiden unter starken Sehbeein-trächtigungen und können Konturen nur noch verschwommen wahr-nehmen. Auch Muster auf dem Porzellan machen es schwer, die Speisen zu erkennen. So entsteht Un-sicherheit, der Betroffene zieht sich zurück, isst und trinkt oft weniger. Wissenschaftlichen Unter-suchungen zufolge ist hingegen die Farbe Rot die am längsten erkennbare Kontrast-farbe. Ein roter Rand auf dem Teller erleichtert so die Orien-tierung beim Essen. Überzeugt von den Mehrwerten des funktiona-len Porzellans hat Frank Blume für seine Bewohner auch in das Spezialbesteck Antaris investiert, das auch von schwachen und unruhigen Händen gut geführt werden kann. „Leider unterschätzen viele Betreiber von Seniorenheimen den Wert von der Tischkultur und konzentrieren sich meist nur auf eine möglichst optimale Versorgung mit Essen und Getränken“, stellt Annette Gross, Inhabe-rin von WGP-Produktdesign fest. Doch Tisch-kultur und die dazugehörigen Rituale gehören zum Leben eines jeden Bewohners und sind deshalb wertvolle Instrumente für die Biogra-fiearbeit der Altenpflege. Die Expertin und Referentin des Seminars „Tischkultur und Ess-geschirr: Ein vernachlässigter Bereich?“ warb auch schon mit einem Age-Explorer um mehr Verständnis für die veränderten Bedürfnisse des Alters: Wer in den unförmigen Anzug schlüpft, fühlt sich mit einem Schlag in einen Menschen jenseits der 70 verwandelt – einschließlich Arthrose in den Gelenken, verändertem Seh-vermögen und nachlassender Hörfähigkeit. Ein herkömmlich gedeckter Tisch erweist sich da als Belastungsprobe mit vielen Fallstricken. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Schon mit kleinen Mitteln lässt sich Abhilfe schaffen und alten Menschen wieder neue Selbstständigkeit und Genuss am Essen schenken. Praktisch durchdacht Mit welchen Produkten selbstständiges Essen und Trinken gelingt, ohne dies auf den ersten und auch zweiten Blick zu sehen, haben wir nachfolgend zusammengefasst: Integrale von Amefa Stahlwaren ist ein Besteck für Menschen mit Bewegungseinschränkun-gen der Handmotorik. Das mit dem red dot award 2015 ausgezeichnete Besteck ist von eleganter Optik und hohem Praxisnutzen: Durch die Kugelform des Griffs passt sich die Halteposition an die Bedürfnisse des Nut-zers perfekt an. www.amefa-gastro. de Ergonomische Gestaltung und ansprechendes Design – dafür stehen die Bauscher Spezialsortimente Dialog invita und Dimension in-vita. Der halbtiefe Spezialtel-ler hat einen erhöhten Rand, die Trinkbecher einen verstärkten ergonomischen Henkel. Ein doppelter Fußring bei den Tassen erhöht die Standfestigkeit. www.bauscher.de Das Konzept Donna Senior von Schönwald Tischkultur gibt kaum wahrnehmbare, durchdachte Hil-festellung für barrierefreies Speisen. Der zur Clochenabdeckung geeignete Komfortteller vereinfacht die einhändige Nutzung durch eine integrierte Untergriffigkeit: Der Coup ist an einer Seite ähnlich einer Hohlkante gestal-tet. So rutschen die Speisen wie von selbst auf Gabel und Löffel. www.schoenwald.com Vitalis von Seltmann Weiden ziert den Tisch und unterstützt bewegungseingeschränkte Menschen. Der tief ausgerundete Tellerspie-gel ermöglicht ein leichtes Aufnehmen der Speisen, die große Standfläche aller Porzellan-teile bedeutet Kippsicherheit. In den tief ge-muldeten Untertassen stehen die Obertassen und Becher mit ihren großen Henkeln auch in einem extremen Neigungswinkel stabil. www.seltmann.com Das stoßfeste Hartporzellan Unisono wurde in Kooperation mit Betroffenen für bewegungs- und koordinationsbeeinträchtigte Menschen geschaffen und seither stetig weiterentwickelt. Es trägt das Prüfsiegel des Zentrums für selbst-bestimmtes Leben Behinderter e. V., wird von der Porzellanfabrik Walküre hergestellt und von WGP-Produktdesign vertrieben. Das Besteck An-taris liegt aufgrund seines etwas höheren Ge-wichtes fest in der Hand. Die Form ist ausgewo-gen und griffig. Die tief gewölbten Gabel- und Löffelflächen erleichtern die Speisenaufnahme. www.walkuere.de Ganz schön schräg ist der Teller von Ornamin: Der versteckte Innenboden und der unauffäl-lige Überhang am Tellerrand sorgen dafür, dass Festes oder Flüssiges leichter auf die Ga-bel oder den Löffel gelangen. Der Antirutsch- Ring am Boden hindert den Teller am Verrut-schen. Statt zu einer Schnabeltasse können Senioren auch zum Becher von Ornamin grei-fen, der zwar aussieht wie ein normaler Be-cher, aber mit einem versteckten Trink-Trick punktet. Durch den konisch geformten In-nenbecher lässt sich der Becher leeren, ohne den Kopf in den Nacken legen zu müssen. Auch in liegender Position klappt das Trin-ken problemlos ohne Hilfe. Der Becher ist in verschiedenen Formen und Farben erhältlich. www.ornamin.com Cornelia Liederbach 6-7 /2016 GVmanager 29


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