Nachgehakt: lnwieweit findet Palmöl in Ihren Produkten Verwendung?

GVmanager_06_07_2016

Fotos: privat Nachgehakt Inwieweit findet Palmöl in Ihren Produkten Verwendung? Babette Schmidt, Marketingleitung, erlenbacher backwaren: Für die Herstellung unserer Produkte verwenden wir bei erlenbacher ausschließlich hochwertige, frische und natürliche Zutaten, die optimale Geschmackserlebnisse garantieren. So ist es für uns selbst-verständlich, dass wir schon seit vielen Jahren konsequent auf den Zusatz von Konservierungsstoffen sowie auf gehärtete pflanzliche Fette und Öle verzichten. Das Palmöl, das wir in unseren Produkten verarbeiten, stammt zu 98 % aus nach-haltigem Anbau. Darüber hinaus ist erlenbacher nach den Kriterien des RSPO zertifiziert. Bei Palmöl verwenden wir daher ausschließlich die RSPO-Variante „Segregated“. Diese Sorte wird während der gesamten Lieferkette strikt von nicht-zertifiziertem Palmöl getrennt. Die übrigen 2 % sind entweder Palmöl aus der „mass balanced“-Variante, einer Mischung aus nachhaltigem und herkömmlichem Palmöl, oder wir kaufen Green Palm-Zertifikate ein. Für die Zukunft arbeiten wir aber an neuen Lösungen. Steffen Göhringer, Head of Marketing, Hiestand & Suhr: Das Unternehmen ist für eine Verwendung von Produkten, die aus nachhaltigem Palmöl hergestellt werden, sensibilisiert. Es gibt bereits einige Kuchenprodukte, in denen ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl eingesetzt wird: z. B. die Kirsch- Rhabarber-Schnitte, die Banane-Schoko-Schnitte, die Bienenstich-Schnitte oder der Mohn-Quarkkuchen. Das verwendete Palmöl ist nach Kriterien des RSPO zertifiziert. Die Organisation vergibt seit 2008 einen Standard für nachhaltig produziertes Palm-öl, welcher auf acht Prinzipien und 43 Kriterien beruht. Thorsten Dammert, Leiter Fachberatung, Dr. Oekter Professional: Wir setzen in rund drei Viertel unserer Kuchen Palmöl/-fett ein, das wir aus zertifizierten nachhalti-gen Quellen beziehen. 25 % der Kuchen sind bereits palmölfrei. Dr. Oetker ist bereits seit 2011 Mitglied beim runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Seit 2012 sind alle palmölverarbei-tenden deutschen Werke von Dr. Oetker RSPO-zertifiziert, da-runter auch unsere Produktions-stätte in Ettlingen. Über dieses Engagement hinaus arbeiten wir weiter intensiv an Lösungen, um den Anteil an Palmöl in den Rezepturen unserer Kuchen und sonstigen Produkten in den nächsten Jahren weiter zu reduzieren. Palmöl als Fettquelle in Convenience-Produkten ist aufgrund des Anbaus umstritten, dennoch taucht es in Zutatenlisten auf. Palm- und Palmkernöl, gewonnen aus der Ölpalme, sind aufgrund ihrer günstigen Eigenschaften in der Lebensmittelindustrie häufige Vertreter in Rezepturen von Convenience-Produkten, z. B. in Suppen und Saucen oder Keksen sowie Kuchen. Darüber hinaus eignet es sich aufgrund seiner großen Hitze- und Oxidationsstabilität gut zum Bra-ten und Frittieren. Laut der Umweltorgani-sation WWF ist Palmöl mit einem Anteil von einem Drittel am weltweiten Verbrauch das wichtigste Pflanzenöl. Seit dem Jahr 1990 hat sich die Anbauflä-che laut der Food and Agriculture Organi-zation of the United Nations (FAO) weltweit verdoppelt – dadurch hervorgerufen wer-den Umweltschäden, die den Einsatz von Palmöl für immer mehr Produkte äußerst kritisch machen. Für neue Palmölplantagen, vor allem in Indonesien und Malaysia wird Regenwald gerodet. Die riesigen entstehen-den Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt in den betroffenen Regionen und rau-ben z. B. den dort heimischen Tigern und Orang-Utans den Lebensraum. Eben weil die wachsende Nutzung von Palm-öl zur Rodung beiträgt, hat der WWF 2004 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen. Ziel des Runden Tisches ist es, möglichst viele zur Einhaltung des Mindeststandards zu bewegen. Der RSPO signalisiert demnach, dass auf den Plantagen freiwillig mehr für Naturschutz und Men-schenrechte getan wird, als gesetzlich vorge-schrieben ist. Zu den Mitgliedern des RSPO zählen neben Palmöl-Anbauern u. a. Händler, Banken und der WWF. Pro Jahr werden im Schnitt 1,07 Mio. t Palmöl sowie 0,33 Mio. t Palmkernöl nach Deutsch-land importiert (Stand: 2010 bis 2012, WWF), wo diese Mengen dann in der Lebensmittel-industrie Verwendung finden. Wir haben nach-gefragt, inwieweit Palmöl bei Foodservice- Unternehmen zum Einsatz kommt und worauf es den Herstellern bei der Verwendung dessen ankommt. 6-7 /2016 GVmanager 19


GVmanager_06_07_2016
To see the actual publication please follow the link above