Marktforschung - Modellprojekt Co2,OK: Fußabdruck klein halten

GVmanager_06_07_2016

Illustration: Kantoci Marktforschung Fußabdruck klein halten Den CO2-Ausstoß im Griff zu haben, das war das Ziel des Hessischen Modellprojekts CO2OK. Wie der Ausstoß verringert werden kann, zeigen die ersten Ergebnisse. Das Modellprojekt CO2OK des Hessischen Umweltministeriums ist mit dem Ziel angetreten, den CO2-Ausstoß in hes-sischen Großküchen zu reduzieren. Auf Basis einer systematischen CO2-Bilanzierung sollten individuell zugeschnittene Optimierungsmaß-nahmen zur Verringerung des CO2-Fußab-drucks der Großküchen sowie zur klimafreund-lichen und gleichermaßen wirtschaftlichen Ausrichtung der Speisepläne identifiziert werden. Dazu wurden die am Projekt betei-ligten Großküchen von einem Expertenteam aus dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL e.V.) und der Agentur für Ernäh-rungsfragen begleitet. Erste Ergebnisse liegen seit Frühjahr dieses Jahres vor. „Bis 2050 soll Hessen klimaneutral sein. Das schaffen wir nur mit gemeinsamen Anstren-gungen“, erklärte Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Ta p p e s e r. „Eine große Rolle spielt dabei auch unsere Er-n ä h r u n g . Mit CO2OK haben wir daher im vergangenen Jahr ein Modellprojekt gestartet, das sich der Klimafreundlichkeit hessischer Großküchen widmet – und das in dieser Form einmalig in Deutschland ist.“ Im Rahmen des einjährigen Modellprojekts wurde den teilnehmenden hessischen Betriebsrestaurants und Caterern in ihre Speisekarten geschaut, um Einsparpo-tenziale in Bezug auf die Kohlendioxidemissio-nen zu identifizieren. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein klimafreundlicher Speiseplan in Großküchen ist nicht nur möglich, sondern auch bezahlbar“, betonte die Staatssekretärin. Sieben Großküchen aus ganz Hessen haben sich an dem Modellprojekt beteiligt: zwei Be-triebe aus der Kita- und Schulverpflegung, ein Betrieb aus dem Krankenhaus-bereich und vier Betriebe aus der Wirtschaft. Anhand der Warenbeschaffung aus dem Jahr 2014 wurde für diese Groß-küchenbetriebe der Verbrauch aller für die Mittagsverpflegung eingesetzten Lebensmittel, deren Anbaumethode, Verarbeitungsgrad und das Herkunftsland der Rohstoffe zur Bilanzierung der Treibhausgase herange-zogen. Außerdem flossen Stromversorgung und -verbrauch der jeweiligen Großküche in die Bilanzierung ein. Sparpotenzial aufdecken Betrachtet man die Lebensmitteleinkäufe und die damit verbundenen Emissionen an Kohlendioxid, so zeigt sich, dass in den sieben teilnehmen-den Großküchen mit 20 bis 40 % ein recht großer Anteil des gesamten Wa-reneinsatzes auf Obst und Gemüse entfallen. Der auf den Einsatz von Obst und Gemü-se entfallende Anteil an Treibhausgasen liegt jedoch nur bei 5 bis 8 % der Ge-samtemissionen. Umgekehrt sieht die Treibhausgasemis-sion beim Fleischver-brauch aus: Dieser liegt in den betrach-teten Küchen bei 10 bis 13 % des Gesamtwa-reneinsatzes, trägt jedoch mit bis zu 36 % zur den Gesamt-emi s s i o n e n bei. Als zweiter großer Verursacher von Treibhausgasen sticht die Warengruppe Milch und Milchprodukte heraus. Auf diese entfallen 20 % des gesamten Waren-einsatzes mit bis zu 36 % Anteil an den gesamten Treibhausgas-emissionen der Küchen. Auch Convenience-Produkte, also Tief-kühlware, treiben die Emissionen nach oben. „Die Zahlen machen deutlich, dass in den Großküchen durch-aus Spielraum ist, die CO2-Emissio-nen zu verringern“, erklärte Beatrix Tappeser. „Die Möglichkeiten sind ganz unterschiedlich: So konnten z. B. „Die Zahlen machen deut-lich, dass in den Großküchen durchaus Spielaum ist, die CO2-Emissionen zu verringen.“ Dr. Beatrix Tappeser 14 GVmanager 6-7 /2016


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