Manager im Gespräch - Sonja Bödeker, Ratskantine Bielefeld: Regionales Netzwerk spinnen

GVmanager_06_07_2016

Fotos: Ratskantine Bielefeld Manager im Gespräch In der Ratskantine Bielefeld ist Regionalität Trumpf. Den Einkauf und somit die Basis der Speisenqualität verantwortet Sonja Bödeker, die dabei nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern auch das Wohl der Gäste stets im Blick hat. Regionales Netzwerk spinnen Nach einer umfangreichen Renovierung ist das Un-ternehmen Archimedes mit Stammsitz in Herford erst im August 2015 als Pächter in die Ratskantine in Bielefeld eingezogen und verfolgt mit dem „Natürlich lecker-Kon-zept“ von Anfang an eine klare Linie bei der Speisenversor-gung der städtischen Mitarbei-ter sowie externen Gäste. Alle Fäden der Ratskantine hält die gelernte Hotelbetriebswirtin Sonja Bödeker in der Hand, die „das Bin-deglied zwischen Küchenteam, Gäs-ten, hauseigener Marketingabteilung und Geschäftsleitung“ bildet. Als Betriebs-leiterin spannt sie ein regionales Netz zu Part-nern des Handels und der Landwirtschaft und bringt so die Region auf den Teller. Ein elfköpfiges Team aus Küchenleiter, Köchen und Kantinen-fachkräften sorgt dabei stets für das leibliche Wohl der Gäste. Frisch gekocht, saisonal geprägt und mit ost-westfälischem Charme kann das Team im dritten Stock des Bielefelder Rathauses bis zu 500 Mittagessen täglich an die Tischgäste bringen. Frau Bödeker, kurz nach dem Start in der Ratskantine Bielefeld ist Ihr Betrieb bereits als eine von 100 Pionierkantinen in NRW von Umweltminister Johannes Remmel ausgezeichnet worden. Setzt Sie und Ihr Team das unter Druck, oder ist es vielmehr ein Ansporn? Eigentlich ist es eine Kombination aus beidem: einerseits ein gehöriger Motivationsschub, an unseren Prinzipien fest-zuhalten, andererseits aber auch ein wenig Druck, diesem weiterhin gerecht zu werden – oder sogar noch besser. Mit unserem „Natürlich lecker-Konzept“ erfüllen die Ratskan-tine wie auch der Henkelmann in Herford, ebenfalls betrieben durch Archimedes, bereits ein Gros an Voraussetzungen für das 100-Kantinen-Programm – aber natürlich ist es Ansporn, darauf aufbauend noch bes-ser, transparenter und nach-haltiger zu werden und immer die Qualität des Speisenange-bots im Blick zu behalten. Worin wollen Sie den noch besser werden? Gibt es konkrete Ziele? Ein Prädikat, das wir ebenfalls vor Augen haben, ist eine „klimagesunde Betriebsküche“ zu werden. Viele As-pekte, die hierbei hineinspielen, erfüllen wir ebenfalls bereits, wie den Bezug von regionalen und saisonalen Lebensmitteln oder von Produkten mit einem möglichst geringen Convenience-Grad. Egal, welche Ziele wir anstreben, sie müssen zu unserem Kon-zept passen und noch umsetzbar sein. Denn wir wollen weder Einbußen in der Qualität haben, noch die fairen Preise unseres Angebots verändern. Ziel ist und bleibt also, eine gute, mög-lichst regional und saisonal geprägte Küche zu fairen Preisen anzubieten, die aber auch für uns wirtschaftlich ist. Sie betonen explizit die fairen Menüpreise... Wissen Sie den-noch über die Bereitschaft Ihrer Gäste Bescheid, für gute Quali-tät eventuell auch 1 € mehr zu bezahlen? Die Bereitschaft für Qualität mehr auszugeben ist von Seiten unserer Gäste gegeben. Das haben wir in mehreren Umfra-gen erhoben. Neben unseren preisgebundenen Menülinien, wie dem Ratsgericht oder dem Kantinengericht, haben wir mit der Sparte des Aktionsgerichts täglich auch ein Menü auf der Karte, bei dem wir in der Preisgestaltung frei sind – je nach eingesetzten Waren. Wenn wir z. B. ein Gericht anbieten, das 12 GVmanager 6-7 /2016


GVmanager_06_07_2016
To see the actual publication please follow the link above