Lebensmittelverschwendung: Genießen ohne Reste

GVmanager_06_07_2016

Genießen ohne Reste Fotos: BMEL Branchenblick Um einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu fördern, starteten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie United Against Waste eine gemeinsame Aktion. Von etwa 70,5 kg Lebens-mitteln, die jedes Jahr im Außer-Haus-Bereich pro Person bereitgehalten werden, landen rund 23,6 kg im Müll. Ein Teil wird nicht aufgegessen, ein anderer bleibt auf Buffetttischen, in der Essensausgabe oder im La-ger liegen. Ein Großteil der Tisch-gäste in Betriebscasinos würde aktiv etwas dagegen tun: Rund 50 % würden am Buffet weniger nehmen, etwa 26 % zu kleineren Portionen greifen und eher Nach-schlag holen. Für rund 85 % der Bundesbürger ist eine gute Pla-nung am ehesten geeignet, Reste in der Außer-Haus-Verpflegung zu vermeiden, 78 % nannten hierbei die Sensibilisierung der Mitarbei-ter und 75 % die Bereitschaft der Gäste selbst, Reste zu vermeiden. Das ergab eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Bundes-ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln haben deshalb die „Initiative Zu gut für die Ton-ne!“ des BMEL und United Against Waste e.V. zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen. Über 750 Be-triebsrestaurants nahmen an der bundesweiten Aktion „Genießen ohne Reste“ teil. „Mein Ziel ist es, die vermeidba-ren Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren“, bringt es Christian Schmidt, Bun-desminister für Ernährung und Landwirtschaft, auf den Punkt. „Dafür müssen wir auch in den Betriebsca-sinos ansetzen, denn hier – genauso wie in Restau-rants und beim Catering – werden mehr als ein Drittel der produzier-ten Lebensmittel weggeworfen“, ergänzt er. Weil diese Angebote jeden Tag millionenfach genutzt würden, soll die Aktion für den wertschätzenden Umgang mit 1,9 Mio. t Lebensmittelabfälle entstehen jährlich in Betriebscasinos und Restaurants, u. a. durch die Portionierung und Kalkulation oder Essensreste, die beim Gast entstehen. Lebensmitteln sensibilisieren und zeigen, wie im Alltag Abfälle re-duziert werden können. „Wenn jeder von uns bewusster am Buf-fet zugreift oder bei kleinem Hun-ger eine halbe Portion bestellt, können wir viele Lebensmittel vor der Tonne retten“, ist der Bundes-minister überzeugt. Als Beispiel voran „Wir freuen uns über die große Resonanz namhafter Unterneh-men und das Engagement vie-ler unserer Mitglieder bei dieser Aktion“, resümiert Torsten von Borstel, Geschäftsführer von United Against Waste e. V., und ergänzt: „Dies sollte ein Beispiel geben, aktiver gegen Lebensmittelabfall vor- zugehen, aber auch die Gäste zu sensibi-lisieren.“ Er ist sich sicher, dass sich etwas in Krankenhäusern, Betriebsrestaurants, Hotels, in der Gastronomie und Schulverpflegung bewegt. Es ent-stehen Maßnahmen, die zur Redu-zierung von Lebensmittelabfällen beitragen. Checklisten und Mess-verfahren zeigen Betrieben Ein-sparpotenziale auf und wo in einer Profiküche wie viel Abfall entsteht. Vom 30. Mai bis 6. Juni infor-mierten Betriebsrestaurants ihre Gäste mit Broschüren, Postern, Tischaufstellern und eigenen Ak-tionen zum Thema Lebensmittel-verschwendung. Zu den bundes-weit teilnehmenden GV-Betrieben zählten u. a. Unternehmen wie die Allianz Deutschland, ABCon-cepts Verpflegungsmanagement, AlsterFood, apetito, Dorfner Menü, Eurest Deutschland, Rational, Rieber, Chefs Culinar West, Dr. August Oetker Nahrungsmittel, Ikea Deutschland, Metro Cash & Carry Deutschland, SV-Business Catering, s.Bar, Schubert Spei-senversorgung, Wisag Catering sowie Sodexo Services und die Dussmann Group. „Wenn jeder von uns bei kleinem Hunger eine halbe Portion bestellt, können wir viele Lebensmittel vor der Tonne retten.“ Christian Schmidt © Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft © Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 6-7 /2016 GVmanager 11


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