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GVmanager_04_2014

Verbund an, die stabiler sei als ein konventionelles Belagsys-tem nach DIN. So besteht ein herkömmlicher Belag aus ein-zelnen Schichten, wie der Tritt-schall- oder der Wärmedäm-mung, auf denen schwimmende Estriche aufgebaut sind und sich dort gegeneinander bewegen können. Bei der Verbundkons-truktion dagegen ist der Estrich sozusagen mit der Bodenplatte verkrallt, die einzelnen Schich-ten also nicht entkoppelt, was den Boden sicherer macht. „So verteilen sich selbst punktuelle Lasten, z. B. von Speisenverteil-wagen besser. Bei herkömm-lich aufgebauten Böden setzt sich gerne die Bodenkonstruk-tion oder wird durch die hohen Lasten zusammengedrückt. So entstehen Abrisskanten, durch welche leicht Feuchtigkeit ein-dringen kann“, veranschaulicht Dr. Gabriele Bartel-Lingg. Schwachstellen von Küchenböden  Falsches Gefälle kann zu stehender Feuchtigkeit führen (ausgelöst z. B. durch Aufschüsseln des Estrichs)  Falsch ausgeführte/schlecht gewartete dauerelastische Wartungsfuge; Fugen sind generelle Schwachstellen  Schnittstellen nicht richtig abgedichtet (z. B. Rinnen, Übergänge)  Oberseite Gerätesockel nicht abgedichtet  In Abdichtung verlegte Anschlüsse, z. B. Potenzialausgleichskabel  Durchfeuchtetes Dämmmaterial als Nährboden für Schimmel  Schaden an der Abdichtung ist bei Fliesenböden nicht sichtbar, d. h. das Schadensbild entspricht nicht der Quelle  Viele verschiedene Gewerke erhöhen die Fehlergefahr Folglich spricht vieles dagegen, sich bei der Bodenkonstruk-tion an die veraltete DIN 18195 zu klammern. „Rechtlich ab-sichern kann man sich durch anerkannte Regeln der Technik bzw. Ausführungen nach Stand der Technik, die mit DIN-Nor-men vergleichbar sind. Dieses Vorgehen sollte aber zwischen Architekt und Bauherr schrift-lich festgehalten werden“, empfiehlt Wiltrud Franz. Ab Ende 2014 ist zudem ein BEB Arbeitsblatt des Bundesver-bands Estrich und Belag für mo-derne Bodenkonstrukti-onen im nassbelasteten Bereich zu erwarten. Kosten sind relativ Was die Kostenfrage angeht, entkräftet Dr. Gabriele Bartel-Lingg ein noch gängiges Vor-urteil: „Ein guter Flie-senboden ist nicht kos-tengünstiger als eine solide Verbundlösung mit gutem Epoxydharz-belag. Bei der Billigva-riante fehlt oft die obe-re Verbundabdichtung und eine wasserdichte Epoxydharzverfugung. Werden diese Kompo-nenten integriert, sind beide Lösungen etwa kostengleich – wie ein aktuelles Projekt von uns ergeben hat.“ Zu-dem verweist sie da-rauf, dass sich auf den ersten Blick günstige Lösungen nach der Berücksichtigung von Reinigungskosten, War-tungsaufwand und Le-benszyklus oft als die teurere Variante ent-puppen. Auch Wiltrud Franz warnt davor, am Boden zu spa- ren: „Eine Sanierung kostet das Vierfache oder mehr als ein gu-ter Boden.“ So lag in bisherigen Projekten von Profil der Preis pro m2, inklusive Abbruch, Ent-sorgung und Interimslösung, zwischen 2.500 und 4.000 E. Abschließend noch ein Tipp von Dr. Gabriele Bartel-Lingg: „Ich empfehle jedem, sich vor der Entscheidung Böden an-zuschauen, die 10 bis 15 Jahre alt sind. Da sieht man, was sie wirklich können.“ kir Sanierung sen die Böden schon nach zwei Jahren erneuert werden“, weiß Wiltrud Franz aus Erfahrung. Die Wahl im Bürohochhaus fiel beim zweiten Anlauf auf eine fugenlose Verbundlösung mit Epoxydharzbeschichtung, die Barit komplett ausführte. „Eine Lösung aus einer Hand ist grundsätzlich bei Bodenkon-struktionen sehr zu empfehlen, dann sind die Schnittstellen und die Gewährleistung besser gesi-chert“, erklärt die Fachplanerin. Dichter geht’s kaum Dabei punktet die Lösung auch konstruktiv durch zwei wesent-liche Merkmale: „Die fugen-freie Ausführung ist für mich der wesentliche Vorteil, da jede Fuge in einer Großküche eine Schwachstelle darstellt“, erläu-tert Dr. Gabriele Bartel-Lingg von Barit. Als zweiten Vorteil führt sie die Konstruktion im Alte Heerstrasse 44 · D-56329 St.Goar-Fellen · Tel.: 06741-2999980 · Fax: 06741-2999981 Uns gehen alle alle* ins Netz! Schadfl uginsektenfang ohne Chemikalien, ohne Keimver-breitung in geprüfter Qualität! Qualität und Innovation seit 1969, hochwertige Edelstahl-Geräte, TÜV-zertifi ziert aus deutscher Produktion, z. B.: FlyPower KL 48, ein sehr effi zientes Industriegerät mit einzigartiger Rundumanlockung (360°) durch 4 versetzt angeord-nete, splittergeschützte Röhren. Die Planer-Experten für das System Gastronomie & Küche Unsere Experten dieser Rubrik sind Mit-glied im VdF. Die Fachplaner und Berater nehmen als Spezialisten für das System von Großküchen in Gastronomie, Hotelle-rie und Gemeinschaftsverpflegung stets das Ganze in den Blick: Auf der Basis von Wirtschaftlichkeitsanalysen und Machbar-keitsstudien erarbeiten sie individuelle gas-tronomische Lösungen. Im Fokus stehen die Wirtschaftlichkeit, eine hohe Produkt- und Servicequalität der Küche, die Optimierung des Work-flows unter Berücksichtigung der Senkung von Personal- und Betriebskosten und eine hohe Energieeffizienz. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im VdF ist eine mindestens fünfjährige Berufstätig-keit sowie ein regelmäßiger Qualifizierungs-nachweis. Unter www.vdfnet.de/Mitglieder finden Bauherren neben einer Mitgliederliste auch eine Deutschlandkarte mit allen Fachplanern. Weitere Infos unter: VdF – Verband der Fachplaner Gastronomie Hotellerie Gemeinschafts-verpflegung e.V. www.vdfnet.de 52 GVmanager 4/2014


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