Kühltechnik - Sint-Vincentius-Karnakenhaus, Antwerpen: Smart gekühlt

GVmanager_04_2014

Fotos: Hafner-Muschler, Sint-Vincentius Smart gekühlt Cook & Chill und eine zentrale Eisspeichertechnologie können sich sehr gut ergänzen, wie das Beispiel des Klinikums Sint-Vincentius in Antwerpen zeigt. Selbst der Schnellkühler wird hier mit Smart-Ice betrieben. Die für 5,4 Mio. E sanierte Küche des Sint-Vincen-tius- Krankenhauses bean- sprucht für sich eine Pionier-leistung: Als erste Küche Bel-giens setzt sie im gesamten Prozess Flüssigeis zur Kühlung ein – von den Kühlräumen, über den Schnellkühler bis hin zur Speisenverteilung inklu-sive Portionierband, Geschirr-spendern, Kühlstationen am Portionierband und den Tablett-transportwagen selbst. Über ein Rohrsystem werden die Abnah-mestellen von der HM-Smart- Ice genannten Mischung aus Wasser bzw. 15-25 % Eis sowie Ethanol gespeist, die durchgän-gig produziert und in einem 13 m³ großen Tank bevorratet wird. Umgesetzt wurde die An-lage vom Balinger Spezialisten für Kälte- und Klimatechnik Hafner-Muschler (HM) und dem belgischen Projektpartner Cooltech. Die HM-Spezialisten erarbeiteten dabei die Aufstel-lungsplanung und das Enginee-ring für Technikraum, Pumpen- und Hydraulikstation. Ein Clou ist der von HM selbst entwickelte Schnellkühler. „Im Grunde haben wir hierfür einen Raum, in den zwei Hordenwa-gen passen, mit ausgeklügelten Luftleitwänden und der ent-sprechenden Kältetechnik aus-gestattet“, erläutert der Projekt-leiter Dipl.-Ing. Norman Seibt aus der Entwicklung von HM. „Dieser erste mit HM-Smart-Ice betriebene Schnellkühler über-trifft die Anforderungen bei Weitem und hat bereits den Ruf, einer der besten Schnellkühler Belgiens zu sein“, sagt Bernd Gantner, Geschäftsführer von HM, stolz. So kühlt er Speisen von 87°C Temperatur in 90 Min. auf 5°C herunter, was die Emp-fehlung bei Weitem übertrifft. Wie schafft er das? „Dank einer sehr konstanten Lufttemperatur von 0-3°C statt der üblichen bis zu -15°C vereist das Gerät kaum und erbringt während des ge-samten Schnellkühlprozesses die volle Leistung“, erläutert Norman Seibt. „Dieser geringe Eisansatz ist generell als großer Vorteil von Smart-Ice-Systemen zu nennen“, ergänzt er. Wirtschaftliches Plus Wirtschaftlich punktet Smart- Ice laut Norman Seibt beson-ders in seiner Funktion als Transportkälte, also in den Ta-bletttransportwagen. „Beson-ders im Vergleich mit Trocken-eis schneidet Smart-Ice hier viel besser ab“, betont der Entwick-ler. Das kann der Technische Direktor des Krankenhauses Roger Albertijn bestätigen: „Die Energieverbrauchskosten liegen mit der Lösung bei 12.000 gegenüber 250.000 E, die für eine Kühlung mit CO2 fällig wä-ren“, berichtet er. Nicht zuletzt lassen sich durch das System auch Lastspitzen glätten, da die energieintensive Produktionsphase nachts erfolgen kann – was allerdings in Antwerpen nicht ausschlaggebend war, dafür aber in deutschen Projek-ten, wie dem Studentenwerk Karlsruhe (vgl. GVmanager 11/13, S. 30, www.gastroinfoportal. de/ gvarchiv). Wie erklärt sich Norman Seibt bei all den Vorteilen die deut-sche Zurückhaltung Smart-Ice gegenüber? „Wenn Hydraulik und Chemie nicht bis ins Detail geplant sind, können derartige Projekte schnell aus dem Ruder laufen, wozu es in Deutschland einige Beispiele gibt“, weiß er zu berichten. „Im Grunde müs-sen die Betreiber die Anlage aber, wie jede technische An-lage, regelmäßig prüfen lassen – hier insbesondere auf die (bio) chemische Zusammensetzung.“ Auch das Potenzial der Tech-nologie sei noch verkannt. „Im Prinzip kann man damit alles kühlen, auch Tiefkühlen unter Einbringung eines CO2-Aggre-gats in Kaskade ist möglich“, antwortet Norman Seibt. Klima-kälte mit Eisbrei zu produzieren ist ebenfalls möglich, die ökonomischen Vorteile sind aber im Einzelfall zu prüfen. Weiteres Potenzial sieht er in Rückkühl-kochkesseln, die aktuell noch bessere Ergebnisse liefern, wenn sie, wie in Antwerpen, per konventionellem Festeisspei-cher betrieben werden. kir Energieeffizient - Zuverlässig - Flexibel Qualitativ hochwertige Spültechnik mit modernster Technik zu kleinen Preisen. Besuchen Sie uns an unserem Messestand: Internorga Hamburg Halle/Stand 4A/110 Karlheinz Friedrichs GmbH decker Spültechnik Haldenstr. 11 88487 Baltringen Tel.: 07356/9358-0 Fax: 07356/9358-50 www.decker-spueltechnik.de info@decker-spueltechnik.de 4/2014 GVmanager 49


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