Vegan, oder nicht?

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?? Vegan, oder nicht Gemüseküche ? Fotos: © cut – Fotolia.com, © AfricaStudio – Fotolia.com, Hepp, Pastridor, VEBU im Foodservice-Bereich ausgebaut wird. Auch GV-Betriebe können sich vom VEBU damit zertifizieren lassen, wie Andreas Schneider erläutert hat: Unter welchen Bedingungen dürfen GV-Be-triebe vegetarische oder vegane Gerichte mit dem V-Label bewerben? Mit dem V-Label wird ein Gericht zer-tifiziert. Wenn ein V-Label zertifi-ziertes High Convenience-Produkt als Komplettgericht serviert wird (z. B. ein veganer Auflauf), dann kann das Label übernommen wer-den. Wenn nur eine Convenience- Komponente das Label trägt, muss zusätzlich das restliche Gericht anhand der Rezeptur zertifiziert werden. Wie müssen GV-Betriebe vorgehen, die selbst produzierte vegane bzw. vegetari-sche Speisen kennzeichnen wollen? Basis für die V-Label-Zertifizierung sind die Rezepturen. Zusätzlich muss anhand von Bestätigungen der Zulieferer nachgewie-sen werden, dass Zutaten, die tierische Pro- Auf offensichtlich tierische Zutaten wie Fleisch, Eier und Milch zu ver-zichten, heißt noch lange nicht, dass ein Gericht vegan ist. Essig und Apfelsaft werden z. B. oft mit Hilfe von Gelatine geklärt. Der Zutatenliste ist das nicht zu entnehmen, da es sich um einen Verar-beitungshilfsstoff handelt. „Da Gelatine aus Haut und Knochen von Schlachttieren gewonnen wird, ist ein damit behandeltes Produkt streng genommen noch nicht ein-mal vegetarisch“, erläutert Andreas Schnei-der, Bereichsleiter GV-nachhaltig beim Vegetarierbund Deutschland VEBU das Problem. Auch Käse, der mit Kälber-lab hergestellt wurde, ist folglich nicht vegetarisch. Ein weiteres Beispiel sind Backwaren. Diese können Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren enthalten, welche pflanzlichen aber auch tierischen Ursprungs sein können. Hinzu kommt laut Andreas Schnei-der das Definitionsproblem: „Weder auf Bundes- noch auf europäischer Ebene existieren Legaldefinitionen der Begriffe ,vegetarisch‘ und ,vegan‘ hinsichtlich der Ernährungswirtschaft.“ Andreas Schneider rät daher, sich auf das V-Label zu verlassen, eine international geschützte und verlässli-che Marke zur Kennzeichnung von vegeta-rischen und veganen Produkten, die derzeit dukte enthalten oder mit tierischen Produk-ten hergestellt worden sein könnten, die Kriterien erfüllen. Wenn die Produktspezi-fikationen bereits vorliegen, müssen sie uns lediglich zugeschickt oder gemailt werden. Fallen Lizenzgebühren an? Die Höhe der Jahreslizenzgebühr ist abhän-gig von der Anzahl der zu zertifizierenden Rezepturen und dem Aufwand. Produkte mit Clean Label haben z. B. oft nur weni-ge Zutaten und Zusatzstoffe und sind daher leichter zu zertifizieren, ebenso Bio-Produk-te. Interessenten unterbreitet der VEBU, der für die Vergabe des Labels in Deutschland zuständig ist, gerne ein Angebot. Wie ist das V-Label derzeit verbreitet? Das V-Label ist vor allem im Retail vertre-ten, im Foodservice gehören u. a. Alpro und Frosta zu den Lizenznehmern. Aktuell gibt es aber viele weitere Interessenten. Herzlichen Dank für das Gespräch! kir Wer überzeugte Vegetarier als Gäste hat, sollte seine Zutaten bis ins Detail kennen. Denn selbst Essig, Backwaren oder Margarine können mit tierischen Substanzen in Berührung gekommen sein. Das V-Label soll Sicherheit bei der Kennzeichnung geben – auch im GV-Bereich. Weitere Informationen: www.vebu-business.de/v-label ➘ 4/2014 GVmanager 29


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