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GVmanager_03_2016

Herkunftsnachweis gleichzeitig auch Qualität? Fotos: privat Gerald Wüchner, Küchendirektor, Leiter des Dienstleistungszentrum Gastro & Service, ANregiomed: Generell legen wir großen Wert auf die Herkunft unserer Lebensmittel für die Versorgung unserer Patienten, Mitarbeiter, externer Kunden und den Gästen unserer öffentlichen Besuchercafeterien. Allerdings wei-sen wir die Herkunft auf unseren Speisekarten nicht ausdrücklich aus, da diese je nach Jahreszeit, Angebot und Lieferfähigkeit unterschiedlich sein kann. In Sachen Information suchen wir den Weg häufig über die Medien, wie der Tagespresse und das Fernsehen. Wir versuchen immer wieder unsere Lieferanten dort zu plat-zieren, um die Menschen über uns und un-sere Qualität bzw. unserer Arbeitsweise zu informieren. Denn wir stellen immer wieder fest, dass es unsere Kunden inte-ressiert, von wem wir unsere Lebensmittel beziehen – explizit danach gefragt wird aller-dings selten. Dennoch haben wir die Erfahrung ge-macht, dass unsere Essensteilnehmer zum Teil bereit sind, für regionale Lebensmittel mehr zu bezahlen. Uwe Nickut, Geschäftsführer, Uwe Nickut Catering und Schulverpflegung GmbH: Wir legen bei all unseren Produkten Wert darauf, dass Liefe-ranten und Hersteller einen lückenlosen Herkunftsnachweis lie-fern können. Aus diesem Grund arbeiten wir ausschließlich mit namenhaften Herstellern und Lieferanten. Gerade, weil wir Schulen versorgen und dementsprechend auch die Verant-wortung für die Versorgung der Kinder tragen, lässt es kein anderes Handeln zu. Deshalb arbeiten wir auch überall dort, wo es möglich ist, mit regionalen Produkten. So kommt z. B. unser Rindfleisch aus einem Betrieb, der mir seit Jahren persön-lich bekannt ist. Wir kennzeichnen in unseren Speiseplänen Bio-Produkte, Vollkornprodukte und regionale Produkte. Insbesondere die Regionalität hat aktuell einen hohen Stellenwert im Bewusstsein unserer Kunden. Deshalb entscheiden wir uns im Zweifel lieber für die kleinere Portion eines qualitativ hochwertigen Produktes. Es ist kein Geheimnis, dass gehobene Qualität auch mit einem höheren Preis einhergeht. Im Herbst und Winter beziehen wir z. B. Wirsing, Butterkohl, Grünkohl, Kürbis und Spitzkohl von einem Bauern aus Witzhelden, dessen Felder keine 5 km von unserem Betrieb entfernt sind. Für uns sind Produkte dann regional, wenn sie aus einem Umkreis von maximal 50 km stammen. Unsere Kunden in der Schulverpflegung teilen diese Einstellung und befürworten unser Vorgehen. Deshalb werden die Fälle, in denen ein Auftrag zur Schul- oder Kindergar-tenverpflegung nur nach dem günstigsten Preis vergeben wird, glücklicherweise seltener und hoffentlich bald gar kein Thema mehr sein. Hier ist die Politik gefragt! Andere Länder gehen da mit gutem Beispiel voran, wo bleiben wir?


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