Page 59

GVmanager_01_02_2016

Fotos: Kirchner, privat Führungskräfte sollten auch gut zu sich selbst sein: Mit Biken, Schwimmen und Zeit mit meiner Familie schaffe ich einen Ausgleich und motiviere mich für meinen Arbeitsalltag!“ Theresia Turner, Gesamtküchenleiterin in den Heiligenfelder Kliniken in Bad Kis-singen sowie den Häusern in Uffenheim und Waldmünchen, leitet ein Team aus 40 Mitarbeitern: „Meine Kochausbildung machte ich im familieneigenen kleinen Kurhotel. Nach meinen Wan-derjahren übernahm ich die Küchenleitung im elterlichen Betrieb. Anfangs stand mir als Alleinköchin eine Hilfskraft zur Seite. Nachdem das Hotel zur Klinik umgewandelt wurde, kamen nach und nach immer mehr Mitarbeiter hinzu. Von meinen Eltern habe ich einen partnerschaftlichen Führungsstil übernommen, bin immer mit allen im Gespräch und tue auch selbst, was ich von den Mit-arbeitern verlange. Transparenz, Glaubwürdigkeit und Authentizität sind dabei wichtig. In den Heiligenfelder Kliniken wird Wert auf kom-petente Führungskräfte gelegt, deshalb werden alle mit der klinikeigenen Fortbildungsreihe ,Leadership‘ für ihre Führungsrolle geschult. Als weibliche Chefin hatte ich nie Akzeptanzprob-leme. Ich glaube schon, dass Frauen anders führen – sie sind vielleicht vernetzter, kollegialer, mit mehr Rundblick und Gefühl fürs Detail. Die Männer haben eher einen zielgerichteten Führungsstil. Doch beides kann sich ideal ergänzen, wie es bei meinem Stellvertreter und mir der Fall ist. Ich glaube nicht, dass man Mitarbeiter motivieren kann, die Motivation muss von innen kommen. Da hilft natürlich ein positives Betriebsklima, Begeiste-rung für die Sache, ein offenes Ohr für die Freuden und Sorgen der Mitarbeiter sowie die Fähigkeit, selbst Fehler einzugestehen. Dann brauchen die Mitarbeiter eigene Pannen nicht vertuschen, son-dern können offen reden und gehen für den Chef durchs Feuer!“ Peter Gemüth, Abteilungsleiter Casino der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen- Lippe in Dortmund, ist seit 40 Jahren Chef und führt derzeit 35 externe und interne Mitarbeiter: „Die Fähigkeiten und Talen-te von Mitarbeitern zu or-ganisieren, zu fördern, zu fordern und sie tun zu las-sen, was sie können – das macht einen guten Chef aus. Er sollte das operative Geschäft auch mal anderen überlassen und seine Führungsrolle als Kerngeschäft ansehen können! Ich fühle mich nicht als Vorgesetz-ter, sondern als Coach und Sinnstifter. Man muss Menschen mögen, um führen zu kön-nen. Einsame Entscheidungen sind von gestern, heute sind gemeinsame Strategien gefragt, die in operatives Handeln überführt werden – zum Wohle des Gastes und des Unternehmens. Führung muss sich heute auf Dynamik und Veränderungsprozesse einlassen. Sie muss sie gestalten wollen und letztlich auch können. Selbst wenn Menschen gerne zum Verweilen neigen, ist es eine große Herausforde-rung, gemeinsam für neue Ziele und deren Umset-zung zu sorgen. Ich glaube nicht, dass man Mitar-beiter für ein solches Ziel motivieren kann. Meine Kernaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass motivierte Mitarbeiter im Team sind, um die komplexen Aufga-ben gemeinsam mit ihnen zu lösen. Die wichtigste Botschaft: Ich bringe meinen Mitar-beitern Wertschätzung entgegen und bin für sie da. Ich setze auf transformationale Führung. Das bedeu-tet: Ich versuche, Emotionen und Begeisterung zu wecken. Sie sollen in ihrer Arbeit einen Sinn sehen und etwas bewegen können. Nur so können sie sich mit den Zielen und Aufgaben ihres Arbeitgebers identifizieren. Meine Mitarbeiter sollen sich als wich-tiges Teil eines Ganzen fühlen. Darin sehe ich meine Motivation und meinen Auftrag!“ Hermann Allmeritter hat 25 Jahre „Chef- Erfahrung“. Seit elf Jahren leitet er den Ver-pflegungsbetrieb der Martin-Luther-Stiftung in Hanau und führt derzeit 39 Mitarbeiter: „Wenn man das Zwischen-menschliche pflegt und mit ehrlichem Lob nicht spart, kann man viel mehr aus seinen Mitarbeitern her-auskitzeln. Natürlich muss ein Chef die Richtung vor-geben. Täglich treffen wir uns zu einer Besprechung, um alle Einsätze zu koordinieren. Klare Anweisungen und Regeln bedeuten Sicherheit für jeden Mitarbeiter. Neben dem Kochen wird die Logistik zunehmend wichtig, denn wir verpflegen nicht nur Bewohner, sondern sind auch für sechs Restaurants, sieben Cafés, eine Schule, vier Kindergärten und das Haus- und Außer-Haus-Catering zuständig. Es ist nicht immer leicht, die zeitliche Planung, die Einsätze der Mitarbeiter und die gesetzlichen Vorgaben in den Dienstplänen unter einen Hut zu bringen. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Leiden-schaft fürs Kochen in unseren Azubis zu wecken, denn nur dann fühlen sie sich auf Dauer wohl in die-sem Beruf. So wählen wir den Azubi des Monats und würdigen ihn mit einem Geschenk. Auch besuche ich mit verdienten Azubis Kochevents bei mehrtägigen Veranstaltungen inklusive Hotelübernachtungen. Sie können an Kochwettbewerben teilnehmen, die eine gute Prüfungsvorbereitung sind und Spaß am Kochen vermitteln. Die ausgelernten Köche schicke ich ebenfalls einmal jährlich auf Fortbildungen. Dort lernen sie Neues und können sich auch mit Kollegen anderer Betriebe austauschen. Manchmal möchten Mitarbeiter, die uns nach ihrer Prüfung verlassen haben, gerne wieder in unseren Betrieb zurückkehren. Dies ist für mich der schönste Beweis, dass ich mit meinem Führungs-stil und der Mitarbeitermotivation auf dem richtigen Weg bin!“ Cornelia Liederbach Wenn sich hohe Effizienz mit Qualität verbindet! Unsere Leidenschaft und gleichzeitig unsere Unter-nehmensphilosophie ist hochwertige Verarbeitung, effiziente Technologie und energiesparende Steuerung. n Kühl- & Tiefkühlschränke n Schnellkühler & Schockfroster n Kühl- & Tiefkühltische n Getränkekühltheken n Saladetten n Kühlwannen n Abfallkühler Halle 1, Stand G30 89. Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien 13.–18. März 2015, 10–18 Uhr internorga.com Halle A4, Stand 412 Cool Compact Kühlgeräte GmbH Fon +49 (0) 74 76 / 94 56 0 Fax +49 (0) 74 76 / 94 56 20 info@coolcompact.de www.coolcompact.de


GVmanager_01_02_2016
To see the actual publication please follow the link above