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GVmanager_01_02_2016

Über Geschmack lässt sich streiten – das wissen wir allzu gut. Aber was derzeit in Dänemark als „Frikadellenkrieg“ medial seine Kreise zieht, macht jede Geschmacksfrage zu einem instrumen-talisierten Politikum. Das erklärte Ziel der Dansk Folkeparti in dieser Debatte: Die dänische Esskultur retten. Der Anlass: Eine Kita in Randers, die mangels Nach-frage künftig auf Schweinefleisch verzich-ten möchte. Laut dem Rechtspopulisten Martin Henriksen gehöre Schweinefleisch aber als Teil der dänischen Esskultur auf die Teller. Schweinefleisch muss also sein – ob die Kita will oder nicht. Unbestritten gehört Schweinefleisch zu Dänemark wie Sauerkraut oder die Weiß-wurst zu Deutschland. In kaum einem an-deren Land in Europa wird mehr Schwein gegessen. 30 kg isst jeder Däne im Schnitt pro Jahr. Das Nationalgericht ist Schweine-bauch mit Schwarte. Aber um jeden Preis? Wer auf dieses nicht verzichten will, muss das auch gar nicht. Denn das Mittagessen ist ja nur eine Mahlzeit des Tages. Besteht beim Mittagessen – so wie es in Kitas häufig der Fall ist – aber keine Alternative zum Menü mit politsch beschlossenem Schweineanteil, wie es in Betriebscasi-nos oder Krankenhäusern die Regel ist, so fehlt eine Mahlzeit des Tages. Hierbei geht es nicht um eine ideologische Frage, sondern den praktischen Hintergrund des Budgets. Schweinefleischfrei, halal und koscher – das sind mittlerweile genauso drän-gende Themen wie vegetarisch, vegan, gluten- oder laktosefrei, denen sich GV-Verantwortliche heute stellen müssen. Schon allein bedingt durch die sehr hete-rogenen Zielgruppen in den GV-Betrieben. Wie sich dennoch in Deutschland ethi-sche Hintergründe auch in Speisepläne geschickt integrieren lassen, haben uns drei Verantwortliche verraten (S. 34). Vorallem vor dem Hintergrund, dass viele GV-Betriebe seit 2015 zusätzlich Flücht-linge versorgen, ist hier viel Dynamik hineingekommen. Übrigens: Auch die Interessengemein-schaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) hat sich gegen das geplante Vorgehen in Dänemark ausgesprochen. „Als Organisation der marktorientierten Schweinehalter in Deutschland sind wir ganz klar gegen staatliche Zwangsmaß-nahmen“ – so die Stellungnahme auf der ISN-Homepage. Vielmehr liege der Skandal darin, dass die Verbraucher zu viel Qualität zu einem viel zu kleinen Preis bekommen wollen – und damit geht’s mal wieder um das klassische Problem, mit dem sich viele GV-Verantwortliche auch 2016 plagen werden. Bleibt der Blick auf den Mindestlohn, den wir in dieser Ausgabe im Rahmen einer großen Umfrage im gesamten Außer- Haus-Markt thematisieren. Wie Sie als GV-Verantwortliche im Vergleich zum Thema generell stehen, lesen Sie ab S. 16. Neue Lösungen und Ideen, mit denen auch künftige Herausforderungen bewältigt werden können, präsentiert die gesamte Außer-Haus-Branche vom 20. bis 24. Februar auf der Intergastra in Stuttgart. Und wir bieten Ihnen vorab schon einmal einen kleinen Ausblick, was Sie dort erwartet (ab S. 26). Auch wir sind vor Ort und freuen uns über Ihren Besuch: Halle 3, Stand B12. Sarah Hercht Stv. Chefredakteurin Hack- Ordnung? Stimmen Sie online ab! Der renommierte Branchenleserpreis geht in die sechste Runde. Beurteilen Sie die Leistung Ihrer Industriepartner und gewinnen Sie einen unserer vielen Preise! 2016 BEST of Market Übersichtlich und einfach online teilnehmen: www.gastroinfoportal.de/bom16


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