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GVmanager_01_02_2016

zur Verfügung steht. Die Umfrageteilnehmer halten die Arbeitszeitregelungen für unrea-listisch und wünschen sich stattdessen gästeorientiertere Arbeitszeiten. Sie prangern zu-dem an, dass die derzeitigen Regelungen den Wünschen derjenigen Mitarbeiter nicht ent-gegenkommen, die flexibler arbeiten und mit mehr Arbeit mehr Geld verdienen möchten. Auch der Fachkräftemangel erschwere eine Einhaltung der Zehn-Stunden-Regelung. Viele Unternehmen müssen sich erst noch mit den Folgen des Gesetzes arrangieren. Dennoch wird es Arbeitgeber aller Branchen künftig be-schäftigen. Auf die Frage, ob der Mindestlohn ihren Unternehmen schaden wird, zeigt sich die Vielzahl der Befragten jedoch optimistisch (siehe Grafik 3). Am zuversichtlichsten sind dabei die Verantwortlichen aus den Bereichen Schul- und Gemeinschaftsverpflegung: Nur 18,2 % bzw. 22,7 % der Vertreter fürchten negative Auswirkungen. Auch die Befragten aus dem Fleischerhandwerk glauben überwie-gend daran, dass das Mindestlohngesetz ihren Unternehmen nicht schaden wird (57,1 %) ebenso wie Vertreter aus der Hotelbranche (54,7 %). Pessimistischer sind die Gastrono-men: Mehr als die Hälfte von ihnen (56,2 %) fürchtet negative Konsequenzen. Verhaltener Optimismus Trotz der optimistischen Einstellung vieler Ver-treter aus dem Außer-Haus-Markt wünschen sich viele von ihnen Änderungen am Mindest-lohngesetz. Forderungen nach Anpassungen werden dabei vor allem in der Hotel- und Gas-tronomiebranche (83,7 bzw. 87,6 %) laut. Die Umfrage hat gezeigt, dass nicht der Mindest-lohn, sondern die damit verbundene Aufzeich-nungs- und Dokumentationspflicht Probleme mit sich bringt. Stattdessen wird mehr Flexibi-lität in Bezug auf die Arbeitszeiten und Pausen gewünscht. Generell sollte es branchenspezi-fische Ausnahmeregelungen für Feiern oder Veranstaltungen geben. Zudem fordern viele Befragte einfache Sonder-regelungen für ungelernte Kräfte, z. B. Flücht-linge oder Praktikanten. Zwar gebe es Rege-lungen für die verschiedenen Gruppen, dar-unter Studenten und Minijobber, diese seien jedoch zu kompliziert. Auch die Akzeptanz bei den Endverbrauchern sollte nach Meinung der befragten Unternehmer durch gezielte Öffent-lichkeitsarbeit gesteigert werden. Letztendlich sei es auch der Kunde, der den Mindestlohn mitfinanziere. Fast alle Befragten wünschen sich Veränderungen (siehe Grafik 4). Ganze 86,6 % erhoffen sich eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands. Auch verbesserte Hilfsangebote stehen auf der Wunschliste. Fast die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (47,5 %) befürwortet darüber hinaus einen gesteiger-ten Dialog zwischen den Unternehmen und der Politik. „Fair, aber trotzdem nicht realitäts-fremd“, lautet die Forderung. Ob diese Wün-sche am Ende Früchte tragen werden, ist unklar. Fest steht derzeit nur, dass die Höhe des Min-destlohns sich laut Gesetz regelmäßig ändern wird: Nach einer Anpassung bis Anfang 2017 wird es künftig alle zwei Jahre einen anderen Mindestlohn geben. jel/squ WELCHE UNTERSTÜTZUNG WÜNSCHEN SICH DIE BETRIEBE VON SEITEN DER POLITIK? Bessere Hilfsangebote/ Unterstützung durch Bundesrepublik oder Verbände Erweiterte Ausnahmeregelungen Mehr Dialog zwischen den Unternehmen und der Politik Reduzierung des bürokratischen Aufwandes Andere (z. B. Herabsetzung des Mindestlohns oder der Mehrwertsteuer) 28,6 % (Mehrfachnennungen möglich) 63,8 % 47,5 % 7,2 % 86,6 % 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Grafik 4: Die Befragten hoffen auf erweiterte Ausnahmeregelungen (63, 8 %), um z. B. den bürokratischen Aufwand zu minimieren, den die Aufzeichnungspflicht mit sich bringt. © GVmanager, Quelle: B&L MedienGesellschaft iNtERNORgA. HEUtE HiER. mORgEN tREND. 11. – 16. mÄRZ 2016 iNNOvAtiv iNsPiRiEREND iNtERNAtiONAl HigHligHts 2016 CRAFt BEER Arena Noch größer, noch internationaler, noch mehr Brauer! NEU: Next Chef Award Innovativer Kochwettbewerb mit Johann Lafer – DIE Chance für junge Köche. U. v. m. facebook.com/internorga internorga.com


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