Allergenmanagement - Recht so: Häufige Fragen zurAllergenkennzeichnung

GVmanager_01_02_2015

Wie ist die Spuren-kennzeichnung geregelt und wann reicht eine mündliche Information über die enthaltenen Allergene aus? Wir klären über häufige Fragen auf. Häufige Fragen zur Allergenkennzeichnung Was ist der Unterschied zwischen Allergenen und Zusatzstoffen? Im Gegensatz zu Allergenen sind Zusatzstof-fe keine Lebensmittel bzw. klassische Zutat von Lebensmitteln, d. h. sie werden bei der Herstellung von Lebensmitteln aus techno-logischen Gründen zugesetzt. Zusatzstoffe können allergie-ähnliche Reaktionen auslösen, zählen aber bis auf Schwefeldioxid und Sulfi-te nicht zu den Allergenen. Gekennzeichnet werden müssen sowohl Zusatzstoffe, als auch die 14 Hauptallergene – bei verpackten und unverpackten Lebensmitteln (sog. lose Ware). Wann reicht eine mündliche Information zu den enthaltenen Allergenen? Laut nationaler Verordnung ist in Deutschland die Auskunft zu Allergenen bei loser Ware auch mündlich zulässig. Basis für die mündliche Information muss allerdings eine schrift-liche Dokumentation sein, die sowohl nach-fragenden Verbrauchern als auch den zustän-digen Kontrollbehörden zugänglich gemacht werden kann. Weiterhin ist in der Verkaufs-stätte auf die mündliche Information und die Möglichkeit der Einsichtnahme in die schrift-liche Dokumentation an gut sichtbarer Stelle und deutlich lesbar hinzuweisen. Gibt es auch Ausnahmen bei der Kennzeichnungspflicht von Allergenen? Die Kennzeichnungspflicht gilt auch für Ver-arbeitungshilfsprodukte und für die bei der Produktion eingesetzten Hilfsstoffe. Stoffe jedoch, die durch die Verarbeitung oder den Herstellungsprozess ihr allergenes Potenzial verlieren, müssen nicht gekennzeichnet wer-den. Die Ausnahmen (z. B. Glukosesirup auf Weizenbasis) sind in der Lebensmittelinforma-tionsverordnung (LMIV) genannt. Wenn sich die Bezeichnung des Lebensmit-tels eindeutig auf Stoffe und Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können bezieht, ist keine Angabe erforderlich (z. B. Mandelschokolade). Wie sieht die Spurenregelung aus? Informationen über das „mögliche und unbe-absichtigte Vorhandensein“ von Stoffen oder Erzeugnissen im Lebensmittel, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen, zählen laut LMIV Art. 36 Abs. 3a zu den „freiwilligen Informationen“. Melanie Müller, Ernährungsberaterin und Trai-nerin des DAAB e.V., weist darauf hin, dass „eine Spurenkennzeichnung für Allergene eine sinnvolle und derzeit noch freiwillige Angabe ist, die insbesondere aus Produkthaf-tungsgründen erfolgen sollte. Die Allergen-kennzeichnung ist zum Schutz der Gesundheit des Allergikers und muss ernst genommen werden. Eine Falschinformation könne tat-sächlich auch Lebensgefahr bedeuten – mit allen rechtlichen Konsequenzen“. Gibt es allergenfreie Produkte? Allergenfrei ist ein Produkt nur dann, wenn auch Spuren durch den Kontakt mit allerge-nen Zutaten im Herstellungsprozess ausge-schlossen werden können, was i.d.R. nur bei Spezialherstellern der Fall ist. Produkte, bei denen Allergene keine direkte Zutat sind, wer-den von den Herstellern z. B. mit der Angabe „o.d.A.“ (ohne deklarationspflichtige Aller-gene), „allergenfrei laut Rezeptur“, „minus Allergene“ oder durch entsprechende Pikto-gramme gekennzeichnet. Teilweise wird ein Hinweis auf möglicherweise enthaltene Spu-ren gegeben. Was passiert mit Lebensmitteln, die noch nach altem Recht gekennzeichnet sind? Um Lebensmittelabfälle zu vermeiden, kön-nen Produkte, die vor dem 13. Dezember 2014 nach altem Recht in den Verkehr ge-bracht oder gekennzeichnet wurden, noch unbefristet verkauft werden. Reicht es „glutenhaltiges Getreide“ auszuweisen oder muss man jetzt die Glutenquelle konkretisieren? Und wie sieht es bei den Schalenfrüchten aus? Ist glutenhaltiges Getreide enthalten, sind laut LMIV folgende namentlich zu nennen: Weizen (wie Dinkel und Khorasan-Weizen), Roggen, Gerste, Hafer oder Hybridstämme davon. Das-selbe gilt für Schalenfrüchte. Auch hier sind 20 GVmanager 1-2/2015


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