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GVmanager_01_02_2015

tariflich ausgehandelte Vergütung. Auch Auszu-bildende, die das Alter von 18 Jahren erreicht oder überschritten haben, haben keinen Anspruch da-rauf. Üben diese allerdings einen Nebenjob aus, steht ihnen der Mindestlohn zu. Personen, die ein freiwilliges Orientierungs- Praktikum absolvieren (vor Ausbildung/Studi-um) haben einen Anspruch auf den gesetz-lichen Mindestlohn, wenn das Praktikum mehr als drei Monate dauert. Auch Beschäftigte, die im Hotel- und Gaststättengewerbe als Sai-sonkräfte –  also befristet – arbeiten, erhalten den Mindestlohn. Wird diese Tätigkeit weni-ger als 70 Tage im Jahr ausgeübt, muss der Arbeitgeber keine Sozialversicherung zahlen. Diese Bestimmung gilt lediglich, wenn die Beschäftigung nur gelegentlich ausgeführt wird und der monatliche Lohn nicht mehr als 450 € beträgt – d. h. die Beschäftigung darf nicht dazu dienen, den Lebensunterhalt zu si-chern. Die Ausnahmeregelung für 70 Tage gilt nur bis Ende 2018, danach liegt die Grenze bei 50 Tagen. Arbeitslose Personen sind generell davon ausgenommen. Das Recht auf den Min-destlohn haben Langzeitarbeitslose, die seit mindestens einem Jahr bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, erst sechs Monate nach der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit. Blick auf die Branche Ist das geltende Mindestlohngesetz auch für Helmut Apitzsch, Präsident des Dehoga Sach-sen, derzeit das mit drängendste Thema, so vor allem auch wegen seiner Auswirkungen auf das Arbeitszeitgesetz und die bislang in der Hotel- und Gaststättenbranche üblichen Jahreszeitkonten. Es müsse weiterhin möglich sein, dass die Einteilung der täglichen Arbeits-zeit an die betrieblichen Gegebenheiten ange-passt werde. „Nach den jetzigen Regelungen scheint dies nicht mehr möglich.“ Für viele Betriebe ist die Einführung des Min-destlohns – aufgrund der Gehaltsanpassung ihrer Mitarbeiter – mit einer Preiserhöhung verbunden, die an die Kunden weitergegeben werden muss. Als Resultat müsse man befürch-ten, dass ein Teil der Gäste ausbleibt. Auch am Beispiel der Stadt Bautzen sieht man, welche Konsequenzen das Inkrafttreten des Mindest-lohngesetzes haben kann: Das Catering-Unter-nehmen Sodexo musste dort z. B. die Verträge für die Essensversorgung in den städtischen Kitas sowie den Grund- und Oberschulen kündigen. Die neue Regelung macht „ein Festhalten an den bisherigen Bedingungen und damit der Vertragserfüllung“ nicht zu-mutbar. „Sodexo hat mit der Einführung des Mindestlohns seine Kalkulationen mit großer Sorgfalt geprüft“, erklärt Suska Georg, Refe-rentin der Öffentlichkeitsarbeit. Der Sensibili-tät des Themas sei man sich bewusst. „Erhö-hungen schlüsseln wir in den Preisverhandlungen transparent für unsere Kunden auf. Preisanpas-sungen fallen entspre-chend der Angebote un-terschiedlich aus“, ergänzt sie. Dabei erstrecken sich die An-passungen auf verschiedene Faktoren – zum einen die Anpassung der Mitarbeiter-gehälter, zu denen u. a. Küchenhilfen zählen, mindestens auf den geforderten Mindestlohn. Aber auch andere Kostenarten, hinsichtlich der Lieferanten und Partner werden durch die neue Gesetzgebung beeinflusst, z. B. für Logis-tik, Energie und Verpackungen. Auch in Mittweida hat die neue Regelung dazu geführt, dass sich die Stadt vom Caterer für das Schulessen getrennt hat. Als Grund wird genannt, dass der Dienstleister Dussmann pro Portion des Mittagessens nun einen Aufschlag von bis zu 65 ct veranschlagt habe – der u. a. mit der Einführung des Mindestlohns seitens Dussmann begründet wurde. Die Köchin Annette Apetrei aus Bitterfeld, die seit 2011 in einer Senioreneinrichtung tätig ist, sieht den Mindestlohn dagegen positiv – wie sie auf der BAMS-Homepage in einem Video erklärt: „In meinem Fall ist das tatsäch-lich ein Verdienstaufstieg.“ Zudem sei es ins-besondere für langjährige Kollegen eine An-erkennung. sar Wir sind uns der Sensibilität die-ses Themas bewusst. Erhöhungen schlüsseln wir in den Preisverhandlungen jeweils transparent für unsere Kunden auf. Suska Georg, Öffentlichkeits- arbeit, Sodexo Mindestlohn APPsolut komfortabel! Foto: © jesussanz – Fotolia.com Holen Sie sich jetzt Ihr GVmanager e-Paper im Online-Zeitungskiosk: e-Paper jetzt für Mac, PC, Smartphones und Tablets! Sie sind fit im Job? Sie wollen permanent über Ihren Markt informiert sein, egal wo Sie gerade sind? Dann holen Sie sich unser Fachmagazin GVmanager zum Sonderpreis auf Ihr Smartphone, Tablet oder Ihren Computer. Schnell und unkompliziert downloaden, als Einzel-, Halbjahres- oder Jahres e-Paper: Mac: iTunes Zeitungskiosk (App Store) GVmanager PC: pressekatalog.de GVmanager Android: Google Play Store GVmanager epaper B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG, Ridlerstr. 37, D-80339 München Tel. (089) 370 60-0, Fax (089) 370 60-111, muc@blmedien.de, www.gastroinfoportal.de


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