Jetzt mal ehrlich: Axel Schmidt

GVmanager_01_02_2013

Jetzt mal ehrlich! ... Axel Schmidt Über 200 Mitarbeiter, 5.500 Patienten, drei Mahlzeiten pro Tag – das sind Zahlen, denen sich Axel Schmidt, Betriebsleiter Patientenverpflegung der Vivantes Speisenversorgung und -logistik in Berlin, täglich stellt. Welche Herausforderungen ihm dabei begegnen, hat er der Redaktion erzählt. Was ist für Sie die größte Herausforderung bei der Arbeit? Mitarbeiter sich freuen und sagen, dass das Band Spaß gemacht Operativ gesehen ist es die Aufgabe, die Dienstpläne vollzube- hat, die Tabletts sauber zurückgekommen sind. An Weihnachten kommen. Zum 1. Januar konnte ich 30 neue Mitarbeiter einstellen, habe ich jedem eine kleine Ente spendiert. Mit so einer Kleinigkeit insgesamt sind es nun über 200. Aber meine Überzeugung aus konnte ich ganz einfach Freude bereiten. 30 Jahren Berufserfahrung zeigt mir, dass es umso schwieriger ist, je mehr Mitarbeiter man hat. Denn es gibt einige, die sich doch Was bringt Sie nach einem stressigen Tag wieder herunter? gerne hinter anderen verstecken und aus der Verantwortung steh- Meine Familie. Wenn ich hier aus dem Versorgungszentrum ge- len möchten. Das muss einem bewusst sein. Wenn ich mehr als he und ins Auto steige, bin ich mit meinen Gedanken nicht mehr drei Krankmeldungen an einem Tag habe, muss ich sehen, wie ich auf der Arbeit. Dann fahre ich raus in den Speckgürtel von Berlin z. B. das Band besetzen kann. Entnehme ich hier Mitarbeiter aus in mein Häuschen. An Wochenenden entspanne ich ab und an der Spülküche, fehlen sie dort. beim Angeln, schaue zu, wie die Natur erwacht, oder sehe mir ein Eishockey-Spiel der Berliner Eisbären an. Warum liegt Ihnen das Thema Hygiene besonders am Herzen? Auch wenn wir nicht mehr selbst kochen, sondern u. a. Sous Wem möchten Sie einmal die Meinung sagen? Vide- und Cook & Chill-Komponenten am Band portionieren, Ich würde dem Betriebsrat gerne einmal privat meine Meinung muss die Hygiene gewährleistet sein. Wir arbeiten in gekühl- sagen. Leider empfinden wir die vielen Dienstplanablehnungen, ten Räumen bei 10°C Raumtemperatur und haben daher nicht Sonderrechte für einzelne Mitarbeiter und sonstige Vorteile für das Problem, ein Keimwachstum zu unterstützen wie es z. B. in die Mitarbeiter als äußerst störend für die Erfüllung unseres Leis- Frischküchen vorkommen kann. Trotzdem haben wir uns dazu tungsauftrages. Wir sind schließlich ein operativer Bereich, in dem entschieden, in allen Bereichen, in denen mit Lebensmitteln gear- es oftmals zu kurzfristigen Änderungen kommt. Leider sieht das beitet wird, das „komplette Programm“ anzulegen. Das heißt, wir der Betriebsrat anders und macht uns daher das Leben unnötig arbeiten mit Haarnetzen, die alle Haare bedecken, Handschuhen, schwer und teuer. die alle 30 Minuten gewechselt werden, sowie einem Mund- und Nasenschutz. Ringe, Ohrringe, Nagellack oder lange Nägel sind Welche drei „Zutaten“ dürfen für Sie in keiner Küche fehlen? bei uns tabu. Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz – untereinander und mit- Mir hat einmal jemand gesagt: „Solange die Ratten wegrennen einander. Offen und ehrlich zu sein, bildet die tägliche Arbeits- können, ohne am Boden kleben zu bleiben, ist die Küche sau- grundlage. Für mich sind das sogar die drei Aspekte, die am wich- ber.“ Aber das stimmt so natürlich nicht. Die Einhaltung der tigsten für Führungskräfte sind. Hygiene ist ein permanenter Prozess. Unangekündigte Hygiene- Kontrollen sind da natürlich hilfreich. Diese und die Summe von Für wen würden Sie gerne einmal den Kochlöffel schwingen? Erfahrungen sorgen dafür, dass man sich hier weiterentwickeln Ich habe schon viele bekocht, auch Promis. Wenn ich mich ent- und verbessern kann. scheiden müsste, würde ich Halle Berry wählen. Ich hatte Auf welche Aufgaben könnten Sie verzichten? Was bereitet das Glück, sie zufällig mal per- Liebe Leser! Ihnen große Freude? sönlich kennenzulernen. Sie Diskussionen über die Dienstplangestaltung, Urlaube, oder war- ist eine Frau, die mich unheim- Wollen auch Sie aus Ihrem um mal Überstunden gemacht werden sollen – darauf könnte ich lich fasziniert und für die ich Alltag berichten oder uns verzichten. Genauso auf die Diskussionen zur Verwendung des schwärme. „die Meinung“ sagen? Mundschutzes. Immerhin betrifft dies nicht nur das Kinn, sondern Sportlich gesehen, würde ich Dann melden Sie sich bei wir es schaffen, die 5.500 Patienten zu verpflegen und es keine Herr Schmidt, herzlichen Dank muc@blmedien.de Foto: privatuns: (089) 370 60-155,gerne einmal für die EisbärenBerlin kochen. vielmehr auch Mund und Nase. Freude macht es mir dagegen, wenn ein Tag gut läuft. Wenn Reklamationen, sondern Lob gibt. Toll ist es auch, wenn meine für das nette Gespräch! sar 44 GVmanager 1-2/2013


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