Große Freiheit 36, Hamburg: Zwischen Mainstream und Nische

24_Stunden_Gastlichkeit_06_2015

Zwischen „Nee, die Beatles-Geschichte zieht heute nicht mehr“, meint Benjamin Steinecke, Geschäftsführer der Großen Freiheit 36 in Hamburg. Zu der gehört auch der Kaiserkeller, in dem die noch unbekannten Beatles 1960 an 58 Abenden in bis zu achtstündigen Schichten spielten. St. Pauli ist seit den 60er-Jahren und den Auftritten der Beatles das deut-sche Tor zur britisch beeinflussten Club-Welt und mit 70 Läden noch immer das Herz der deutschen Club-Szene. Wäh-rend andere bekannte Clubs wie der Mojo Club (Dancefloor Jazz) oder das Molotow (Indierock) für eine bestimmte Musikrich-tung stehen, ist Hamburgs größter Club, die Große Freiheit 36, offen für viele Ziel-gruppen. Die Große Freiheit 36 begann 1985 als al-ternativer Kulturclub, Studenten waren lange das Hauptpublikum. Die treffen sich gerne in kleinen Clubs auf dem Hamburger Berg oder im Schanzenviertel. Früher war die ganze Straße voller Strip Clubs und Cabarets. Inzwischen gibt es kaum noch Rotlicht-Betrieb in der berühm-ten Straße. „Viele Läden fahren gerade ein ähnliches Konzept, Theke an Theke, es geht über den Preis – der Kuchen wird dabei nicht größer“, erklärt Benjamin Steinecke. Deswe-gen macht er nicht bei Flatrate-Saufen und 1-€-Partys mit – für ihn gilt „Klasse statt Masse“. Als einer der letzten Clubs kann er sogar noch Eintritt für die Partys verlan-gen, während andere mit Freigetränken locken. Dem Billig-Trend zu widerstehen und dennoch beide Läden vier Abende die Woche zu füllen, ist eine Herausforderung. Erst mit etwa 400 Gästen kommt Party-stimmung in die Große Freiheit 36. Und nicht nur die Menge ist entscheidend – auch die richtige Mischung der Gäste. Die Gäste bei den Subkultur-Partys ins Erschei-nungsbild passen. Ein adretter Lacoste- Shirt-Träger ist perfekt für die 80er-Party – für die schwarze Nacht zu bunt. „Türsteher, Nachtchef und DJ sind die entscheidenden Faktoren für eine gelungene Partynacht“, meint Benjamin Steinecke. Wenn der DJ 34 24 Stunden Gastlichkeit 6/2015


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