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24_Stunden_Gastlichkeit_06_2015

ERFOLGSFAKTOREN ➙➙ Lage und Größe der Stadt ideal ➙➙ Stimmiger Gastronomie-Mix ➙➙ Reiches Angebot regionaler Gerichte ➙➙Weinkultur & dynamische Bar-Szene ➙➙ Individuelle Club-/Party-Locations Ebenso interessant: Der private Silk Club im Penthouse des höchsten Gebäudes im Chiado, der seit zwei Jahren Sushi, Sashimi und Signature Dishes mit Clubbing vereint. Dazu gehört eine Dachterrasse mit einer atemberaubenden 270º-Sicht der Skyline – Rooftop-Locations sind auch ein Privileg der Oberklasse dieser Stadt. Dazu kommen DJs, Desserts und Drinks. Wer eine Ortsveränderung sucht, braucht sich nur die Beine zu vertreten und gelangt z. B. über die steile Rua da Bica hinab in die Avenida de 24 de Julho, eine Partymeile am Tejo. Die alte Hafenzone Lissabons wurde Ende der 1980er-Jahre privatisiert. Wo die alten Lager der Fischer leer standen, sind heute die Docas (Docks), in denen sich ei-nige der besten Bars und Restaurants sowie viele Clubs befinden. In einer großen Disko in den Docas mit wechselnden Themen-abenden bedeutet die wöchentliche Ladies Night nicht nur, dass Frauen gratis hinein-dürfen – sie trinken auch den ganzen Abend umsonst. Bloß die Männer zahlen, und das dafür reichlich. Weiter flussaufwärts Rich-tung Santa Apolónia, vorbei am Cais do So-dré liegt das Lux, ein bekannter Szeneclub mit internationalen DJ-Sets. Auf dem Weg lohnt sich ein Abstecher in den Mercado da Ribeira, die größte und älteste noch erhalte-ne Markthalle, die heute einen Food Court mit zahlreichen Szene- und Fischrestau-rants sowie Bars beherbergt. Dort liegt nahe der Rua Cor-de-Rosa das Marktrestaurant Trincas, das typisch portugiesische Snacks, etwa Schnecken oder Meeresfrüchte, ser-viert. Dort kann man z. B. Ginjinha, trocke-nen weißen Portwein mit Orangenzesten oder so etwas Ausgefallenes wie „Smash!“ probieren, ein Aguardente Velha Chancel-la mit Limejuice-Spritzer, Grüner-Tee- und Honig-Sirup sowie frischer Minze. Ein Kleinod ist die Bar Matiz Pomba- lina, im Stil des 18. Jahrhunderts des Marquês de Pombal gehalten, der Lissa-bon nach dem Erdbeben 1755 wieder-aufbaute. Die Ziegelwände bilden einen Kontrast zu Blattgold, gepolsterten Stüh-len und den Werken lokaler Künstler. Egal, wo in dieser Stadt, Partys enden hier frühmorgens, in den meisten Clubs gegen 6 Uhr, zahlreiche bieten eine Afterhour an. Wer sich zu dieser Stunde noch in der Nähe des Bairro Altos befindet, geht am besten der Nase (und den übrigen Nachtschwär-mern) nach. In der Morgendämmerung eröffnen die rustikalen Backstuben des Viertels, die neben dem typischen Weiß-brot verführerische Gebäckstücke backen. Diese werden frisch vom Blech verkauft – anstellen kann man sich in einer langen Schlange, wieder bis hinaus auf die Straße, um sich hier noch eine Stärkung für den Nachhauseweg zu holen. F. König Fotos: Trincas, Restaurante Boi Cavalo/Vera Marmelo, Café-Bar BA/Bairro Alto Hotel 24 Stunden Gastlichkeit 6/2015 33


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