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24_Stunden_Gastlichkeit_06_2015

Wie sind Sie noch daran beteiligt? Mir gehört noch ein Teil davon. Dazu kom-men Franz Rauch und Florian Oberndorfer als Partner. Franz Rauch war ein Mann der ersten Stunde und hat einen Sohn, Sebas-tian Goller, der das jetzt als neue Genera-tion ganz fantastisch macht. Er hat eine Hotelfachschule besucht, ist 27 und damit im richtigen Alter, um so etwas zu machen. Und auch, um die Leute und die Zeit zu verstehen. Ich rede öfters mit ihm, was man wie machen könnte. Aber das wichtigste ist, dass er sein eigenes Ding durchzieht. Mein Beitrag darf auch nicht so belehrend sein. Wir haben uns z. B. zusammengesetzt und das Motto der diesjährigen Silvester-Party besprochen und dabei ziemlich viel rumge-sponnen. Das macht dann richtig Spaß. Was finden Sie an der Nachtgastronomie spannend? Was mich reizt sind Gespräche wie mit Sebastian oder auch anderen Leuten – um den Zeitgeist zu erleben. Das brauchen wir in den anderen Betrieben ja auch. Bei Getränken z. B.: Ganz früher war Whisky das angesagteste Getränk, dann hatten wir die extreme Wodka-Phase, jetzt kommt das Thema mit Gin. Oder wie wichtig ein DJ heute wieder geworden ist, was wir im Par-tyservice immer wieder brauchen. Oder die Trends bei der grafischen Gestaltung. Ich kann aus dem P1 wahnsinnig viel lernen, um unser normales, eher „konservatives“ Geschäft nicht langweilig werden zu lassen. Wenn Sie neu starten könnten, welche Fehler würden Sie vermeiden? Bitte die Fehler machen, aber dafür nur ein Mal! Gerade als Gastronom lernt man viel im täglichen Geschäft. Man arbeitet mit Menschen und hat jeden Tag eine andere Situation. Dazu kommen die Erfahrungen, die man mit Behörden, Banken und Liefe-ranten macht. Da kann man sich zwar vor-her einen Ratschlag holen, aber das muss man alles einfach selbst mitgemacht haben. Inwieweit kann ein „normaler“ Gastronom auch Clubbetreiber sein? Der Weg von der normalen Gastronomie zur Nachtgastronomie ist schwierig. Es gibt ge-rade in München viele gute Beispiele von Jungs und Mädels, die im Nachtgeschäft tätig waren, und dann mit Restaurants und Szenebars weitergemacht haben. Umge-kehrt ist es sehr schwer, weil man das Ge-schäft und die Gäste verstehen muss. Es ist eine andere Art von Gastronomie. Uns wird z. B. nachgesagt, dass wir die Erfinder der „harten Türe“ waren. Dass man einen Gast abweist ist eigentlich eine schreckliche Arroganz und widerspricht jeglichen Re-geln der Gastronomie. Ich konnte nie an der Tür stehen, habe immer jeden reingelassen. STARTHILFE Unser Türsteher Jan Klophaus hat mich im-mer weggeschickt und gesagt: „Du kannst das nicht.“ Er war aber gut und hat das Pro-dukt wahnsinnig spannend gemacht. Diejenigen, die aus der Nachtgastrono-mie kommen, haben ein gutes Gefühl für den Zeitgeist. Ian Schrager z. B. hat in den 1970er-Jahren die Clubszene in New York mit Studio 54 usw. beherrscht und ist heute einer der größten Hoteliers Amerikas. Was würden Sie Neueinsteigern empfehlen, wie sie ein Clubkonzept entwickeln können? Es ist schwer für jemanden, der gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Eher jemand der im weitesten Sinn aus der Kommunikation kommt, Werber oder Ähnliches. Er muss das Marketing verstehen. Und dann muss er sich jemanden dazu nehmen, der die Gastronomie versteht, der das Verständnis für die Produkte und die Gäste hat. Das hat Franz Rauch seinem Sohn gut bei-gebracht und managed ihn immer noch im Hintergrund. Sebastian hat das sehr gut verstanden und ist sehr nah am Gast. Er fei-ert mit den Leuten mit, hat aber eine starke Disziplin. Er weiß, er muss auch noch um 4 Uhr morgens für den Laden da sein. Er kümmert sich darum, dass die Gäste schnell bedient werden – denn um 4 Uhr ist es vor-bei. Herr Käfer, vielen Dank für das Gespräch! teo IM PROFIL KÄFER GMBH & CO. VERWALTUNGS- UND BETEILIGUNGS-KG l Gründung: 1930 l Geschäftsführer: Michael Käfer l Betriebe: Feinkost Käfer, Käfer Service (Catering), Käfer Berlin (Deutscher Bundestag), Käfer Autowelt (BMW Welt), Gut Kaltenbrunn, Wiesn- Schänke, P1 Club (Anteile) u.v.m. l Mitarbeiter: ca. 1.200 www.feinkost-kaefer.de FUN FACT: Der Name P1 beruht auf der Adresse „Prinzregentenstraße 1“ in München. Weil das den Amerikanern, den ersten Betreibern, zu schwer auszusprechen war, haben sie es auf P1 verkürzt. SAGT BESCHEID, DER PERFEKTE ZEITPUNKT ZUM WENDEN IST. MACHT IHRE PFANNE DAS AUCH? Ihr VarioCooking Center MULTIFICIENCY® mit eingebauter Kochintelligenz überwacht jeden Schritt und sorgt dafür, dass Ihr Essen immer genau so wird, wie Sie es wünschen. Garantiert. Überzeugen Sie sich selbst. FRIMA CookingLIVE TEL.: 069 257 88 76 10 frima-online.com FRIMA. SIE SIND DER CHEF


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