Interview - San Francisco Coffee Company: Company Comeback

24_Stunden_Gastlichkeit_06_2015

INTERVIEW Company Comeback Als erste deutsche bio-zertifizierte Coffeeshop-Kette wächst San Francisco Coffee Company nach einer Dürreperiode nun wieder. Nachdem sie jahrelang herunterge-wirtschaftet wurde, haben Michael Dörrenberg (im Bild l.) und Uli Sprin-ger 2012 die Münchner Coffeeshop-Kette San Francisco Coffee Company (sfcc) aufge-kauft und saniert. Die beiden kommen aus der klassischen Gastronomie und betreiben in München in verschiedenen Partnerkons-tellationen noch das japanische Restaurant Koi, den Grill im Künstlerhaus sowie das Café Reitschule. Seit 2013 ist René Opitz (im Bild r.) als Geschäftsführer mit im Boot. Er kommt aus der Systemgastronomie, war davor sechs Jahre lang bei der Sausalitos-Gruppe, davor bei Ikea und Nordsee. Elf sfcc-Betriebe wer-den in Eigenregie geführt, fünf weitere sind an Franchisenehmer vergeben. Herr Dörrenberg, was haben Sie seit Ihrer Übernahme geändert? Alles! Vom Shopdesign bis zu den Produk-ten. Wir haben z. B. Bio- Croissants und Sandwiches eingeführt, aber vor allem haben wir das Kaffee- und Milchsortiment vollständig auf Bio-Qualität umgestellt. Der Kaffee ist auch zusätzlich Fairtrade. Das Unternehmen wurde davor aus der Ferne geführt. Dadurch hat die Motiva-tion, aber auch die Leistung der Mitarbei-ter gelitten. Die guten Leute waren zu dem Zeitpunkt eh schon weg. Die anderen sind kaum noch da. Es mussten auch Standorte mit zu großen Flächen geschlossen werden und zu Miet-preisen, die nie hätten funktionieren kön-nen, und die damit nicht profitabel waren. Die Standorte, die wir behalten haben, galt es dann aufzuhübschen. Außerdem haben neue Standorte eröffnet. Für nächstes Jahr ist ein Coffee Place in Regensburg geplant. Dazu sollen noch ein paar eigene Standorte sowie einige Läden mit Franchisenehmern gemeinsam eröffnen. Herr Opitz, wie definieren Sie den Begriff Nachhaltigkeit im alltäglichen Geschäft? Wir sind die erste deutsche Kaffeehauskette, die bio-zertifiziert ist. Darüber hin-aus setzen wir viele regio-nale Produkte ein. Der Caffé Latte sowie unsere anderen Kaffeespezialitäten sind mit einer Bio-Milch zubereitet, die aus dem Berchtesgadener Land stammt. Bio-Produkte sind im Einkauf aber sehr teuer, deshalb versuchen wir, ei-nen gesunden Mix zu finden, dass Nicht- Bio-Produkte zumindest regional sind. Sie sollen möglichst ohne Zusatzstoffe auskom-men und von hoher Qualität sein. Die Gäste sollen das Gefühl haben, dass sie sich ge-sund und gut ernähren. Unsere Sandwiches werden täglich in un-seren Coffee Places aufgebacken und frisch belegt. Der Kaffee wird in Siebträgerma-schinen zubereitet. Wir bieten auch frisch gepresste Säfte an, aus Apfel, Karotte, Orange und Ingwer, in welcher Kombina-tion der Gast den Saft haben möchte. Er wird dann vor seinen Augen frisch gepresst. Nach welchen Kriterien suchen Sie neue Lagen und Locations aus? Michael Dörrenberg: Es ist schon mal nicht einfach, qualifizierte Bewerber zu finden, die auch zum Unternehmen passen. Im Süden Deutschlands suchen wir generell in allen mittelgroßen und kleineren Städten wie Regensburg, Passau oder Augsburg. Man kriegt auch nicht gleich viele Angebote für tolle Flächen. Deswegen wird es dauern, bis wir expandieren. Wir werden Standorte an-mieten, bei denen wir uns sicher sind, dass sie für uns funktionieren – wegen der Fre-quenz, oder auch wegen der Sonne für die Terrasse. Prinzipiell wollen wir die Läden im Süden Deutschlands selber betreiben, im Norden Franchisenehmer finden. Und was muss der Franchisenehmer mitbringen? Michael Dörrenberg: Man muss 50.000 € Eigenkapital investieren. Ansonsten sollte man ein kaufmännisches Verständnis und Erfahrung in der Mitarbeiterführung haben. Gastronomie-Erfahrung ist kein Muss, hilft aber wenn es z. B. um Arbeit am Wochen-ende geht. Ein Coffeeshop ist ja nicht wie eine Vollgastronomie, wo vom Warenhaus-halt bis zur Küche alles viel komplizierter ist. René Opitz: Wir haben ein sehr gutes Schu-lungsprogramm ausgearbeitet, mit dem wir unsere Mitarbeiter zum professionellen Ba-rista aufbauen. Dann kann man im Unter-nehmen bis zum Betriebsleiter oder sogar Regionalleiter aufsteigen. Vielen Dank für das Gespräch! teo www.sfcc.de 12 24 Stunden Gastlichkeit 6/2015 Foto: Teodorescu


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